Weißensee 2

Rundgang
In den unspektakulären baulichen Resten der Runneburg entdeckte und findet man Erstaunliches zu ihrem historischen Rang. 400 m lang umschließen die Stütz- und Wehrmauern eine der größten romani¬schen Burgen Mitteldeutschlands. Im Laufe der Geschichte wurde der Hofraum mehrere Meter aufgeschüttet. Von 1989 an konnten hier die romanischen Teile des Palas und die mittelalterliche Wannluftheizung freigelegt werden. Wenige bedeutende Bauten verfügten über eine sol¬che. Wie an der Wartburg zeigt sich auch an der Runneburg die Hand¬schrift rheinischer Baumeister; zu den besten Zeugnissen staufischer Bauplastik gehört das Weinranken-Kapitell einer Säule aus dem Palas. Romanische Arkaden mit zweifarbigen Marmorsäulen am und im ur¬sprünglich doppel- dann dreigeschossigen Palas sowie anderer Baude¬kor legen ebenso die Verbindung zur Naumburger Dombauhütte nahe. Auch spätere Ausbauten, wie im 18. Jh. das Fürstenhaus für den WeißenfelserHof, erfolgten auf der romanischen Substanz der Burg.

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Zu einer Fundgrube besonderer Art wurde der 27 m tiefe und seit dem Mittelalter verfüllte Burgbrunnen. Dieser »Abfallbehälter« überraschte nicht nur seine Ausgräber: Neben vielem anderen ka¬men komplette Ledergegenstände, Münzen und Hausrat zu Tage.
Bereits im Mittelalter zeigten sich Schäden an der Burg, die aus mangelhafter Baugründung aber auch der topographischen Situa¬tion des Felsens und der Wasserführung in seinem Untergrund herrühren. Die während des 16. jh. der Südwand des Felsmassivs ge¬
gengebauten Stützpfeiler genügen längst nicht mehr, falsche Beton- Bausicherungen aus dem frühen 20. Jh. müssen entfernt sowie Berg und Burganlage statisch befestigt werden. Eine riesige Aufgabe.
Aus der Gründungszeit der ältesten Stadtsiedlung stammt die Ni¬kolaikirche am Alten Markt dicht bei der Stadtmauer. Ihr einschiffi¬ges romanisches Haus ist gotisch verändert und ergänzt worden. Die Stadtkirche St. Peter und Paul im Marktbereich entstand ebenfalls im 12. Jh., erfuhr aber während des 16. und 17. Jh. weit umfangrei¬chere Veränderungen. Von diesen zeugen der freistehende Glocken¬turm und die Kassettendecke im Inneren, während der Flügelaltar spätgotisch ist. Zu erwähnen bleibt noch der gleichfalls spätgotische und 1547 umgestaltete Rathausbau am Marktplatz.
Etwa 12 km nördlich Weißensse liegt Bilzingsleben. Hier ergruben die Archäologen in einem Travertinbruch auf der Anhöhe westlich über dem Ort die Fundstätte mit den frühmenschlichen Knochenre¬sten (s.S. 25). Sie ist nur über das Landesmuseum Halle zugänglich.
Bei einem Abstecher ins nahe Sömmerda trifft man zunächst auf die mit ihren Türmen seit 1591 ausgebaute ältere Wehrmauer und das Erfurter Tor, um dann in die recht gut erhaltenen Straßenräume der alten Ackerbürgerstadt des 18./19. Jh. zu gelangen. Lediglich der große Marktplatz veränderte mit den neuen Plattenhäusern sein Ge¬sicht zu baulicher Langeweile. Immerhin bilden darin das schöne Rathaus von 1529-39, das Pfarr- oder Amtshaus mit reichem Fach¬werkaufbau und die seit dem ausgehenden 17. Jh. mehrfach erneuer¬te Stadtkirche markante Punkte. Mehr als diesen verdankt die Stadt jedoch dem Sömmerdaer Schlossersohn Paul Dreyse ihre heutige Be¬deutung: Er konstruierte hier 1827 das Zündnadelgewehr, und das hatte den Bau seiner Zündhütchenfabrik und später die Munitionsfa- brikation zur Folge. Aus der gingen nach den beiden Weltkriegen die Fertigung von feinmechanischen Geräten, vornan Schreibmaschinen, und letztlich der heutige elektronische Gerätebau hervor.

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