Weimar 8

Am Eingang zur Parklandschaft an der Ilm steht ein Palastbau von 1885 im Stil der Neorenaissance. Er wird heute vom Staatsarchiv /26), einer der wissenschaftlichen Forschungsstätten Weimars zur Historie Thüringens, genutzt. Seine Mauern bergen 1000 Jahre Ge¬schichte in Gestalt von Schriftstücken und urkundlichen Papieren.
Die Par/elandschaft vom Ilm-Tal aufwärts bis Oberweimar gehört zum Stadtbild Weimars, genau wie sie die klassische Geschichtsepo¬che der Stadt widerspiegelt. Wo soll man ihren Ausgangspunkt su¬chen? Hier an der Ackerwand nahe dem Haus der Frau von Stein an der Kegelbrücke, im Botanischen Garten oder ostwärts der Ilm in Goethes Gartenhaus? Dieses dürfte in der Tat zumindest der geistige Geburtsort des heutigen Parks sein; und folgerichtig erhiel¬ten seine Außenmauern jüngst wieder den Grauanstrich der Goethe¬zeit. Als Herzog Carl August im April 1776 Goethe dieses kleine Stück Land um das bescheidene Gartenhaus überließ, von dem der neue Besitzer an Frau von Stein zu berichten wußte, es sei in seiner Natur noch recht >ruppig<, begegneten sich wohl die Vorstellungen des Dichters und des Herzogs. Goethe legte hier an dem kleinen stei¬len Hang am Gartenhaus an, was sich schon wenige Jahre später in großem Stile und von verschiedenen Ausgangspunkten her im Ilm- Tal ausbreiten sollte: einen der reizvollsten städtischen Residenzgär¬ten: »Wachset wie aus meinem Herzen – treibet in die Luft hinein! – Denn ich grub viel Freud und Schmerzen – unter Eure Wurzeln ein!«
Den >Stern< unterhalb des Schlosses an der Ilm, ein kleiner barok- ker Lustgarten zwischen Fluß und Floßgraben sowie den Garten an der Ackerwand – eine gleichfalls barock geprägte Anlage – verlangten Herzog und Dichter gleichermaßen in einer großen Landschaft zu¬sammenzufügen. Das Vorbild, an dem sich die beiden Weimarer Parkgründer mit eigenen Augen orientierten, hatte der Fürst Franz von Anhalt-Dessau in Wörlitz geschaffen. Der >Dessauer Stein< am Ilm-Bogen bezeugt die Patenschaft. 1778 hatte sich der Herzog für Goethes Vorschläge begeistert. Weimarer Gärtner – aber auch der Unternehmer Bertuch – halfen bei der Umgestaltung der noch kaum begehbaren Landschaft zu einem Park nach englischen Vorbildern. Ganz diesen romantisch geprägten Anfängen folgten die in sich ge¬schlossenen Bereiche um das Tempelherrenhaus, die künstliche Ruine und das Borkenhäuschen, Euphrosynedenkmal, Leutra-quelle und Sphinxgrotte. Bis 1782 bewohnte Goethe ständig das Gartenhaus und nahm von hier aus unmittelbar Anteil an den Arbei¬ten im Ilm-Tal. 1791-97 entstand nach Plänen des Schloßbaumei¬sters Johann August Arens das Römische Haus als Sommersitz für den Herzog. Goethe überwachte selbst den Bau und die Gestaltung seiner Umgebung. Die Hanglage begünstigt die eigenwillige, ganz auf klassisch-römischen Formen basierende Gestalt. Zum Park hin weist das Haus zwei Geschosse auf, von denen sich das untere zum säu¬lengetragenen Durchgang öffnet. Weimarer Maler und Bildhauer ge¬stalteten das Innere des herzoglichen Refugiums, und dem Blick aus den Fenstern öffnen sich die Landschaftsräume des Parks. Hier, wo die 55 ha große Gartenanlage in der Talaue endet, kündigt sich zu¬gleich die neue Haltung gegenüber Natur und Garten an: Nicht mehr die romantischen, geschlossenen Parkräume werden bevorzugt. Der Ausblick, die Sicht durch gewachsene und nur vorsichtig umgestal-tete Natur erlangt Vorrang, die Staffagen aus Bäumen und Büschen, Beeten und anderen >Gartenbauten< verlieren ihren künstlichen Charakter. Den künstlerischen Neubeginn schufen mit dem Aushol¬zen und der Anlage großer, Garten und Stadt verbindender Sicht¬end Wegschneisen seit 1844 Hermann Fürst von Pückler-Muskau und der ihm in Weimar ebenbürtige Karl Eduard Petzold.

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