Weimar 4

Fast unmittelbar an das Haus und die Jacobstraße schließt der Herderplatz an, den ein Denkmal von 1850 für den Prediger und Re¬ligionsphilosophen ziert. In der Mitte des Platzes, des ehemaligen Kirch- und zugleich Friedhofes, erhebt sich die Stadtkirche (s.u.). Als der Friedhof zur Jacobskirche verlegt worden war, rückten die rings¬um errichteten Adels- und Ritterhäuser nun in den neuen städtischen Rang einer Platzumbauung. An der Ostseite sticht der hellgraue Gie¬bel des Deutschritterhauses von 1566 hervor, das im Namen den Sitz des Ritterordens noch zu erkennen gibt. Den akanthusge- schmückten Giebelaufbau bekrönt die vergoldete Ritterfigur. Gegen¬über in der westlichen Platzecke blieb mit dem >Sächsischen Hof< der Stadtsitz der schwarzburgischen Grafen erhalten. Hervorge¬gangen aus einem mittelalterlichen Wohnturm, gehörte das mehrfach umgestaltete Gebäude ebenfalls dem Deutschen Ritterorden, ehe 1469 die Schwarzburger hier einzogen. Aus dem 16. Jh. stammt der Renaissance-Giebel. Auch Goethe wohnte hier nach seiner Ankunft in Weimar als Gast des herzoglichen Kammerpräsidenten Johann August Alexander von Kalb vom 7. November 1775 bis zum Beginn seiner amtlichen Tätigkeit im darauffolgenden Jahr. 1810 entstand die Gaststätte >Sächsischer Hof< im Schwarzburger Hof.
Nördlich hinter der Stadtkirche steht das Herderhaus. 1776 berief der Weimarer Herzog den Ostpreußen Johann Gottfried Herder aus Bückeburg als Generalsuperintendenten und ersten Prediger an die Stadtkirche. Vermittler war der von Herders Schriften begeisterte Goethe gewesen. Er gehörte dann auch zu den häufigsten Gästen im Pfarrhaus. Nebenan, entlang der Chorseite der Kirche, steht das Alte Gymnasium. Zu seinem Tor führt eine barocke Doppeltreppe hinauf. Unter Mitwirken Herders entwickelte sich diese Schule zu einer der traditionsreichsten Bildungsstätten Thüringens. Das Ge¬bäude selbst geht auf das 14. Jh. zurück und erhielt im Barock seine heutige Gestalt.
Die Stadtkirche (Herderkirche), die den Heiligen Peter und Paul geweiht ist, trägt seit Herders Zeit auch seinen Namen. Ihr spät¬gotischer Hallenbau entstand 1498-1500 an der Stelle eines älteren Gotteshauses von 1248. Nach dem barocken Umbau von 1735-45 zeigt er nur noch wenig Spätmittelalterliches. Chor und Turm lassen zwar jene ältere Bauepoche erkennen, die dem Platz zugewandte Südseite wie das lichte Innere sind jedoch deutlich barock geprägt. Der Innenraum wurde mit dem Wiederaufbau der 1945 durch Bom¬ben schwer getroffenen Kirche erneuert. Dabei konnten auch einige Teile der mittelalterlichen Ausmalung wiederhergestellt werden. Be¬sonders bemerkenswert ist der große Flügelaltar Lucas Cranachs d. J. Auf dem 1555 vom Meister vollendeten Mittelbild erkennt man unterhalb des Gekreuzigten die Porträts Martin Luthers und Lucas Cranachs d. Ä., des Vaters des Malers. Ihn trifft der Blutstrahl aus Christi Wunde mitten aufs Haupt – ein Hinweis auf die besondere Verehrung des soeben verstorbenen Alt-Meisters. Es folgen in den Seitenflügeln die Darstellungen des Stifters Kurfürst Johann Fried¬rich, seiner Gemahlin und der Söhne. Unter den Wandgräbern sind die Epitaphe für Herzog Johann Wilhelm an der nördlichen Chor¬wand und der Grabstein für Lucas Cranach d. Ä. besonders bemer¬kenswert.
ln den westwärts anschließenden Gassen um die Geleitstraße und das Geleitshaus blieb eine Reihe alter Bürgerhäuser erhalten, darun¬ter das schöne Fachwerkhaus am Bornberg. Ein Fachwerkgebäude aus dem frühen 17. Jh. bestimmt nach wie vor die Ecke an der Marktstraße auf der nördlichen Marktseite. Im Eckhaus an der Puschkinstraße wohnte zeitweise Johann Peter Eckermann, am Haus Marktstraße 9 weisen Erker und historisches Portal auf die Zeit um 1580 zurück, und im Haus Nr. 13 wurde 1816 Carl Zeiss ge¬boren. Reizvoll erscheinen auch die Bauten an der Schloßgasse.

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