Weimar 3

Wählt man, vom Bahnhof herkommend, den Weg zum Graben und zur Altstadt durch die schmale Rollgasse, so gelangt man nach wenigen Schritten zu Weimars ältestem Sicdlungsplatz unmittelbar neben dem Jakobskirchhof. In seiner Mitte steht die barocke Ja¬cobskirche, 1712/13 von Johann Müntzei und Johann Adolf Richter als einschiffiges Gotteshaus mit Zwiebelhaube über dem Turm geschaffen. Sie ersetzt den mittelalterlichen, wohl weit be¬scheideneren Vorgängerbau. Nach dem Ausbau der Stadtkirche ver¬legte man 1530 den Friedhof von dort auf das Gelände um die Ja¬cobskirche, wo er bis 1818 genutzt wurde. Hier fanden Weimarer Berühmtheiten ihre letzte Ruhestätte: Die Grabplatte mit dem Bild¬nis des großen Renaissancemalers Lucas Cranach d. Ä., der 1553 in Weimar starb, ist heute in die Südwand der Kirche eingefügt. Einen weiteren bedeutenden Weimarer Maler, den einstigen Direktor der Freien Zeichenschule, Georg Melchior Kraus, sowie den Märchen¬erzähler und Gymnasialdirektor Karl August Musäus und Christiane von Goethe trug man hier zu Grabe. Das Kassengewölbe an der Siidostccke des Kirchhofs, öffentlich verwalteter Bestattungsort für Familien ohne eigenes Erbbegräbnis, nahm 1805 Friedrich Schillers sterbliche Überreste auf, bis sie später auf Wunsch des Herzogs Carl August auf den neuen Hauptfriedhof gebracht wurden. Durch das Gitter des Kassengewölbes kann man die Namen der hier Bestatte¬ten lesen, die mit der Geschichte Weimars verbunden sind.
Aus diesem ältesten Teil Weimars gelangen wir über den Roll¬platz – der Name erinnert an die einst hier befindliche Färberman¬gel, die Rolle – durch die kleine Kirchgasse mit einer Anzahl un¬scheinbarer, aber zu den ältesten in Weimar zählenden Gebäuden zum Graben. Dieser nördliche Abschnitt des spätmittelalterlichen Befestigungsringes ist noch an den Mauerbebauungen ables¬bar; verschwunden sind die terrassierten Wasserläufe, die sich im Graben zur Ilm hin absenkten und den Stadtzugang unpassierbar halten sollten. Auch vom Jacobstor blieb nichts, doch die innere Jacobstraße bietet um so mehr Historisches, und die enge Luther¬gasse führt zu einem der traditionsreichen Plätze: Unmittelbar an der Stadtmauer steht der Lutherhof. Hier sollen der Reformator, wenn er sich in Weimar aufhielt, und später Christoph Martin Wie¬land gewohnt haben. Zu Beginn des 19. Jh. wurde er durch Johan¬nes Falk zum Waisenhaus ausgebaut. Im südlichen Winkel der Lu¬thergasse wuchs in dem kleinen Vulpius-Häuschen Christiane auf, die spätere Lebensgefährtin Goethes. Nebenan verbrachten der Maler Ferdinand Jagemann und die Sängerin Caroline Jagemann ihre Kindheit.
Gesellig-kultureller Mittelpunkt Weimars zur Goethe-Zeit war das Kirms-Krackow-Haus an der Jacobstraße, das seinen Namen von dem Hofbeamten und Theater-Geschäftsführer Franz Kirms und dessen Bruder Carl sowie deren Nichte Charlotte Krackow erhielt. Ihr, die das Haus bis 1915 bewohnte, ist vor allem die Bewahrung des klassischen Hauszustands zu verdanken. Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich von Schiller, August Wilhelm Iffland und Au¬gust Kotzebue verkehrten im Hause Kirms, später wohnte Hans Christian Andersen hier, und die Komponisten Johann Nepomuk Hummel und Franz Liszt bereicherten das musische Klima. Heute ist das Gebäude Museum; es bietet Einblick in das Leben des höfi¬schem Bürgertums der Stadt und widmet seine Ausstellung gleicher¬maßen dem Wirken Johann Gottfried Herders in Weimar.

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