Von Beuren nach Worbis

Das ehemalige Zisterzienserinnenldoster Beuren entstand als eine Gründung des Hildesheimer Domkantors Konrad von Beuren wohl in den letzten Jahren des 12. Jh., denn der Stifter ist 1201 schon als Propst bezeugt. Die im Kern romanische Kirche des ausgehenden 12. Jh. wurde dann mit dem Chor verlängert. Nachdem der Konvent 1555 >ausgestorben< war, erfolgte eine Neubelebung im 17. Jh. vom Kloster Teistungenburg bei Worbis aus. 1673-79 entstanden dabei die Klostergebäude neu nach Entwürfen von Antonio Petrini, der die Pläne für die Erfurter Zitadelle mitgestaltet hatte (s. S. 115f.) und in Worbis die Franziskaner-Klosterkirche baute (s. S. 340/41). 1702 wurde der Westflügel vollendet, 1718 das Kircheninnere nach Petri- nis Plänen umgcstaltet und ausgemalt.
Etwa 2 km südlich von Beuren im Höhenzug des Dün liegt über dem Leine-Tal die mittelalterliche Burg Scharfenstein. Motorisiert, gelangt man dorthin über Leinefelde-Kallmerode. Die Festung geht auf das 12. Jh. zurück. Schon im Mittelalter zerstört, wurde die ringför¬mige Kernburg im 16. Jh. erneuert und mit Fachwerkaufbauten erwei¬tert. Nicht nur damit, auch durch die Nutzung als Gefängnis bis 1802 verlor sie ihren Wehrcharakter und vieles vom historischen Bestand.

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In Leinefelde hat das Industriezeitalter das Eichsfeld eingeholt. Schon in preußischer Zeit lag der Ort an der Heerstraße Köln-Ber¬lin, die 1826 zur Rheinstraße ausgebaut wurde. Und durch den Bau des Hauptschienenweges Berlin-Halle-Kassel erhielt er seit 1876 ei¬nen weiteren Verkehrsanschluß. So erlangte Leinefelde bald Bedeu¬tung als Ausgangspunkt der Erschließungsstrecken nach Norden und Süden. Das förderte wiederum den Ausbau der Textilindustrie seit den 50er Jahren – obwohl die großen Ost-West-Verkehrstrassen nach 1949 abgebrochen waren. Neue städtische Wohn- und Han¬delsbauten aus den 60er/70er Jahren bezeugen das Stadtrecht, wel¬ches der Ort 1969 (!) erhielt.
In dem Städtchen steht noch das Geburtshaus von Johann Carl Fuhlrott und das Denkmal für diesen Mann, der als Realschulprofes¬sor 1856 in der Feldhofergrotte bei Elberfeld jene fossilen Knochen entdeckte, aus denen er den Homo neandertalensis, den Neander¬taler, zu rekonstruieren vermochte.
Südlich von Leinefelde, etwa 3 km Fahrstrecke entfernt, liegt das ehemalige Zisterzienserkloster Reifenstein. 1162 gegründet, ent¬standen seine Bauten während der Barockzeit neu; sie wurden spä¬ter als Klinik der Friedrich-Schiller-Universität Jena genutzt.
Worbis, eingebettet zwischen die 535 m hohen Ohmberge im Nor¬den und den Dün im Süden, entwickelte sich an der alten Handels¬und späteren Heerstraße, welche den niedersächsischen und westfä¬lischen Raum mit Mühlhausen und Nordthüringen verband. Hier zieht sich die Wasserscheide zwischen Weser und Elbe von Norden nach Süden; die in den Ohmbergen entspringende Wipper fließt ost¬wärts, die Hahle quillt in Worbis zutage und verläuft westwärts. Im späten 13. Jh. gelangte die Siedlung zunächst in Thüringer Landgra¬fenbesitz, bald aber bekamen die Mainzer Erzbischöfe Einfluß und sicherten sich 1373 hier das Alleinrecht. Sie verpfändeten die Stadt zwar bis weit ins 16. Jh., aber Mainz blieb bis 1802 Vormacht. Dann wurde Worbis für 14 Jahre preußisch und kam schließlich zu Hanno¬ver. In der sich heute entlang der Wipper erstreckenden Stadt herrscht die historisch gewachsene kleinstädtische Bebauung in Fachwerkarchitektur vor. Als die eigentliche städtische Zelle weist sich der Marktplatz mit der Stadtkirche St. Nikolaus aus. Sie ent¬stand 1756 in verhältnismäßig schlichtem Barock, wobei man den Turmunterbau der romanischen Vorgängerkirche einbezog. Im Inne¬ren birgt sie einen spätgotischen Altarschrein mit der Darstellung der Passion Christi aus der Zeit um 1500. Ein schlichter Barockbau ist auch die St. Rochuskapelle von 1683 – den Opfern der Pest gewidmet. Die barocke Hardtkapelle von 1749 bewahrt einen Altaraufsatz von 1772, an der Nordwand werden die Vierzehn Nothelfer darge¬stellt. Unter den Fachwerkhäusern ragt besonders das dreigeschossi-ge ehemalige kurmainzische Rentamt heraus. Nachdem die Harburg, im Nordwesten der Stadt gelegen, 1525 zerstört worden war, wurden von hier aus die Verwaltungs- und Rechtsgeschäfte wahrgenommen. Unter dem hohen Krüppelwalmdach des Fachwerkbaus ragt an der Giebelseite ein zweigeschossiger Erker mit reich verzierten Hölzern vor. An dieses Haus aus dem 16. Jh. schließt rechtwinkelig der mas¬sive Anbau mit Fachwerkobergeschoß von 1608 an und läßt so die offene Hofsituation entstehen. In den Gebäuden sind heute die Stadtverwaltung und das Museum untergebracht.
Man muß vom Markt zum entgegengesetzten Ende von Worbis umkehren, um zur St. Antoniuskirche des ehemaligen Franziskanerklosters zu gelangen. Die Pläne für den barocken Saalbau lieferte Antonio Petrini. 1668, ein Jahr nach der Gründung des Klosters, be¬gann der Bau der Gesamtanlage. Zehn Jahre später zeigte sie sich in ihrer noch heute erlebbaren Gestalt: Die Kirche steht nördlich neben den Konventbauten, äußerlich bis auf die Fassade mit Giebel, Porta¬len und Figurennischen nahezu schmucklos. Das lichte Innere prä¬gen die großen, dunkel marmorierten Altäre, Patronatsstuhl und Ka¬pellen, hinter deren Formenklang die Architektur der Pilaster und Gurtbögen gleichsam zur Begleitmusik wird. Die üppig figurierte Kanzel und das Barockgestühl runden den dekorativen und farbigen Reichtum ab. Cornelius Schmitt, selbst Franziskaner, schuf diesen Innenausbau 1775 nach dem Vorbild der Fuldaer Franziskanerkir¬che. Die Antoniuskapelle entstand im Jahre 1690. 1802 wurde das Kloster aufgelöst.

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