Vom Thueringer Becken zum Harz

Das weite Thüringer Becken erscheint wie eine riesige Mulde. Seine nördliche Begrenzung bildet der Höhenzug des aus dem Eichsfeld ostwärts schwenkenden Dün. In der Hainleite gleitet er zur Schmük- ke über, flacht mit der Finne im Osten ab und steigt nördlich des Ilm- Tals in den Ettersbergen bei Weimar empor. Den Erfurter Kessel um¬fassen südlich die Ausläufer der Ilmplatte und des Thüringer Waldes, um nach Norden zu den Fahnerschen Höhen nordöstlich Gothas anzusteigen. Der Hainich nimmt nordwestwärts den Höhenzug auf und leitet ins hohe Eichsfeld westlich von Mühlhausen über. Zusam¬men mit zahlreichen kleinen Nebenflüssen münden Gera, Helbe und Wipper in das Hauptgewässer Unstrut. Agrarland seit frühmit-telalterlichen Zeiten – aber auch nie sicher vor Überflutungen -, nahm diese >Kornkammer< bis auf Langensalza und Sömmerda kei¬ne größeren Städte auf.
Die Bäder Langensalza und Tennstedt
Bad Langensalza liegt in der westlichen Unstrut-Bucht des Thüringer Beckens. Es ist anzunehmen, daß sich nahe bei einem Übergang über die Unstrut schon in der karolingischen Zeit ein Reichsgut befunden hat. Ging daraus im 12. Jh. die Dryburg hervor, deren Rest erhalten geblieben ist? Gesichert ist, daß im staufisch-welfischen Thronstreit 1212 die Burg durch den Welfen Otto IV. mit Hilfe des seinerzeit mo¬dernsten Kriegsgerätes, des Dribocks, eingenommen wurde. Spielt also im Burgnamen ein vokabularer Bezug mit? Jedenfalls ließ her¬nach Otto IV. die Burg und Siedlung ausbauen, so daß 1222 von ei¬nem oppidum Saltza berichtet wird. Dieses dürfte den nahezu qua¬dratischen Altstadtraum um Markt, Kornmarkt und Bonifatiuskirche, im Norden begrenzt durch Schloß Dryburg, im Süden durch die Go¬thaer Straße, im Osten durch die weiträumige Promenade und im Westen durch den fast schnurgeraden Zug des Wiebeckplatzes und der Steingrubenstraße. Das unregelmäßige Gassengefüge deutet auf eine spontan gewachsene, durch keine herrschende und ordnende Hand regulierte Bautätigkeit im frühen Mittelalter hin. Nachdem die Landgrafen von Thüringen 1346 die Stadt erobert hatten, die infolge der Kämpfe abbrannte, ließen sie eine zrweite Befestigung erbauen, welche nun die beiden Siedlungen um die nördlich liegende Bergkir¬che und die westliche Jacobsstadt einschloß. Auch diese Vorstädte weisen sich in ihren Straßengefügen als eigenständig gewachsene Mi¬nisterialen- und Händlersiedlungen aus. Von der mittelalterlichen Wehranlage blieben große Teile erhalten. 17 von ursprünglich 24 Wehrtürmen bestehen noch, dazu das Klagetor und ebenso der Zwei¬flügelbau der im 17. Jh. zum Schloß umgebauten mittelalterlichen Dryburg. Der hohe viergeschossige Massivbau an der nördlichen Alt¬stadtgrenze läßt noch deutlich die unterschiedlichen alten und jüngeren Mauerstrukturen erkennen. 1485 an die albertinische Linie der Wettiner gelangt, gehörte Langensalza zwischen 1657 und 1746 zum Herzogtum Sachsen-Weißenfels, kam dann wieder in den Besitz der Hauptlinie und schließlich 1815 zu Preußen. 1811 hatte man in Lan¬gensalza begonnen, Schwefelquellen zu erschließen, der Badebetrieb entwickelte sich jedoch erst seit 1928.

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