Vom Thueringer Becken zum Harz 2

Überraschend vielgestaltig ist das Stadtbild mit seinem hohen Be¬stand an hessisch und niedersächsisch beeinflußten, später jedoch häufig verputzten Fachwerkbauten. Während der weißenfelsischen Residenzzeit entstanden vor allem im Bereich der Marktstraße die Fassadendekorationen im Zopfstil. Zu den schönsten dieser Häuser ist das Geburtshaus Hufelands (Kornmarkt 9) zu zählen. Aber auch Renaissance und Barock hinterließen reiche baukünstlerische Zeug¬nisse, wie z. B. am Haus >Zum Herkules< an der Schloßstraße.
Inmitten des frühstädtischen Marktraumes hebt sich die Pfarrkir¬che St. Bonifatius mit dem mächtigen Turm hoch über die Bürgerhäu¬ser empor. Der Bau der breitgelagcrten spätgotischen Halle war Ende des 14. Jh. begonnen worden, die Arbeiten zogen sich indes weit in die zweite Hälfte des 15. Jh. hinein. Die Bauformen erscheinen nun fast zartgliedrig in den schlanken Bündelpfeilern sowie dem dünnrippigen Netz- und Sterngewölbe. Der mächtige Walm über der Westseite gibt die Änderung in der Bauhaltung im späteren 15. Jh. zu erkennen. Ur¬sprünglich war eine doppcltürmige Westfassade vorgesehen. Wahr¬scheinlich aus Geldmangel gelangte jedoch nur der Nordturm zur Ausführung. Das prachtvolle große Westportal verlor seinen ur¬sprünglich reichen Figurenschmuck während des Bauernkrieges. Im Tympanon blieb die Darstellung des Jüngsten Gerichts erhalten; sie deutet stilistisch auf die Zeit des ausgehenden 14. Jh. hin und ist wohl fränkischen oder böhmischen Meistern zuzuschreiben. Über dem ge-waltigen, mit reich profilierten Streben versehenen Turmunterbau wurden erst später die quadratischen glatten Obergeschosse und 1590-92 der markante Aufsatz mit dem Umgang vollendet.

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Eine gotische Halle ist auch die Bergkirche St. Stephan in der nördlichen Vorstadt, zur gleichen Zeit wie die Bonifatiuskirche er¬richtet. Ihr Turm erhielt seinen Aufsatz indes erst 1860. Der Barock¬altar stammt aus dem Jahre 1648, eine Flachdecke ersetzt die Wöl¬bung.
Im Mittelpunkt der nach Westen sich zu zwei Straßenzügen erwei¬ternden Marktstraße erhebt sich der dreigeschossige Barockbau des Rathauses mit dem hohen Walmdach und dem Turm; davor steht der Marktbrunnen von 1582. Barock wie diese optische Einordnung in den Stadtraum sind auch die drei kraftvollen Giebelrisalite an den Hauptsichtseiten; ansonsten blieb das Gebäude ohne auffälligen Schmuck, sieht man von den Giebelvasen ab. Für die Bauzeit von 1742-52 handelt es sich also um eine erstaunlich nur auf Monumen¬talität ausgerichtete Architektur. Fast einen Gegensatz dazu bildet das Friederikenschlößchen, östlich der Altstadt am Straßenring ge¬legen. Es entstand während des Rathausbaues 1749/50 in rokoko- hafter Kleinform. An den doppelgeschossigen Mittelbau mit Pilaster-, Giebel- und Reliefverzierung schließen die eingeschossigen Seiten¬bauten an. Entsprechend bewegt wirken die hohen gestuften Man- sarddächer mit verzierten Gaupen. Wie im Inneren des Schlößchens blieben auch im Park Rokokoelemente erhalten.
Zeugnisse zur Geschichte der Stadt und eine Würdigung Friedrich Gottlieb Klopstocks, der 1748-50 in Langensalza lebte, vermittelt das Heimatmuseum im großen dreigeschossigen Fachwerkbau über älteren Massivteilen des Augustinerklosters an der Mühlhäuser Stra¬ße. Das Klopstock-Haus findet man in der Salzstraße (Nr. 2).
1811, im gleichen Jahr wie in Langensalza, entdeckte man auch in Tennstedt eine Schwefelquelle. Im Gegensatz zu Langensalza be¬gann hier jedoch der Kurbetrieb schon bald, so daß Goethe 1816 zu einem ersten Aufenthalt in das neue Kurbad kam. Freiherr Friedrich von Hardenberg, bekannt geworden unter seinem Dichternamen Novalis, arbeitete 1794 als Verwaltungsangestellter hier. Von der al¬ten Ackerbürgerstadt haben sich historische Bauten gut erhalten, darunter vor allem der Mauerring aus der zweiten Hälfte des 15. Jh. An der Stelle einer Wasserburg entstand im Jahre 1610 das Rathaus, in dessen Bau Teile der Burgmauern einbezogen worden sind. Auf das 14. Jh. geht die Pfarrkirche St. Trinitatis zurück. Diese Basilika erhielt Anfang des 15. Jh. einen Choranbau. Nachdem sie 1636 abge¬brannt war, wurde sie bis 1656 wiederhergestellt und barock ausge¬stattet. Ihre zwei Türme treten im Stadtbild markant hervor. Sie ste¬hen zu beiden Seiten des Chores. Der kleinere Nordturm enthält ältere Bauteile, der hohe südliche Quadratturm weist ein größeres haubengeschmücktes Oktogon auf.

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