Sondershausen und Umgebung

Besteigt man den 94 m hohen Fernsehturm auf der Kuppe des Kyff- häusermassivs, so schweift der Blick weit über das vorgeschichtli¬che Siedlungsgebiet der Goldenen Aue. Die 5000 Jahre alte jung¬steinzeitliche bandkeramische Kultur (s. S. 26) hat hier ihre Zeug¬nisse hinterlassen. Im Museum für Ur- und Frühgeschichte Weimar sind Funde aus den Grabungen in der Sondershäuser Gegend zu be¬sichtigen.
Sondershausen – vom Kyffhäuser gesehen, westlich im Schatten des kleinen Höhenzuges der Windleite – ist einmal über Bad Fran¬kenhausen durch das Wipper-Tal, zum anderen zunächst nordwärts über Kelbra und weiter über die Windleite zu erreichen. Im 8. Jh. fränkisch kolonisiert, weist der Raum um Sondershausen erst seit dem 12. Jh. ein mittelalterlich frühstädtisches Gemeinwesen auf. Die oberhalb der Stadt gelegene Spatenburg geht auf die Burgengrün¬dungen Heinrichs IV. zurück, der mit diesen wehrhaften Stützpunk¬ten im 11. Jh. das kolonisatorisch-strategisch für ihn so entscheiden¬de Südharzgebiet zu sichern trachtete. Es geriet am Ende des 11. Jh. unter den Einfluß des Mainzer Erzbistums. Als die Wettiner um 1254 das Land als Lehen erhielten, wird in diesem Zusammenhang die Spatenburg ausdrücklich genannt. Wenig später, 1263, taucht dann mit einer thüringisch-landgräflichen Belehnungsurkunde für die Grafen von Hohnstein eine dazugehörige Stadt auf, sofern man die Bezeichnung urbs wörtlich nehmen will. In dieser dürften die An¬fänge der Residenz Sondershausen liegen. Nachdem das Hohnstei¬ner Geschlecht ausgestorben war, gelangte Sondershausen 1356 an die Schwarzburg-Blankenburger, und sie ließen ihren neuen Sitz mit dem Ausbau einer mittelalterlichen Stadtsiedlung stabilisieren. Wo die erwähnte urbs unter dem nordwestlichen Höhenplateau lag, ent¬stand nun zu Füßen einer Burg die Stadt des 14. Jh. Ihr Gebiet zwi¬schen dem Schloßberg und der Pfarrkirche St. Trinitatis sowie der nördlich des alten Marktes beginnenden und erhalten gebliebenen Stadtmauer ist weitgehend identisch mit jenem historischen Stadtkern. Der bei einem Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg zer¬störte und völlig neu erbaute östliche Altstadtbereich umfaßt etwa die Erweiterung zur Neustadt aus der Mitte des 14. Jh., welche nun den Raum bis zur Wipper einnahm und die Klosterkirche St. Crucis nahe dem Wippertor einschloß. Auch dieses Gotteshaus blieb nur als Ruine stehen. Hatten schon im 15. und 16. Jh. Brände nahezu den gesamten mittelalterlichen Baubestand in Schutt und Asche ge¬legt, so wurde der Rest dieses Stadtteils im Zweiten Weltkrieg ver¬nichtet. Der noch erhaltene Altstadtkcrn besteht größtenteils aus verputzten Fachwerkhäusern niedersächsischer Prägung des 18. Jh. Besonders zu vermerken ist die Häusergruppe an der Pfarrstraße mit dem Geburtshaus des Geographen Johann Günther Friedrich Cannabich, dessen vielbändiges »Handbuch der Erdbeschreibung« von 1827 zu einem geographischen Standardwerk geworden war. Dicht dabei steht die Trinitatiskirche, die sich außen noch go¬tisch zeigt, während sie im Barock eine völlig neue Ausstattung und die Turmhaube erhielt. Die fürstliche Grabkapelle wurde im 19. Jh. angebaut. Südlich davon, an der Langen Straße blieb das barocke Gottschalksche Haus erhalten.
Der Weg zum Schloß führt über den Markt und zunächst am Rathaus vorbei, das klassizistisch modernisiert wirkt. Von hier aus öffnet sich das Schloßplateau besonders eindrucksvoll über der ho¬hen Stützmauer: 1838 wurde ihr im Kontext mit dem Bau der gro߬artigen Schloßtreppe, die Tempelfront der klassizistischen Haupt¬wache angefügt. Als dritter Bau blieb das barocke Prinzenhaus von 1726 an der Nordseite der Freifläche stehen, und trotz der Ausweitung des Platzes infolge der Bombenschäden erhielt sich da¬mit ein städtebaulich reizvolles Ensemble unterhalb des Schlosses.

See more: Croisière baie ha long | bateau saigon angkor | voyage ninh binh | visas pour le vietnam | Circuit vietnam laos cambodge 15 jours | croisière vietnam cambodge
Als die Sondershäuser Grafen 1697 den Reichsfürstenstand er¬langten, dürfte der Ausbau des Schlosses begonnen haben. Die bis dahin errichteten Renaissancebauten zeigen sich besonders ein¬drücklich im Schloßhof mit dem Ost- und Nordflügel und deren wohl noch älterem gewaltigen Turm mit der Hofgalcrie. Sic stammen aus der Zeit zwischen 1533 und 1576. Um 1700 begann der Bau des Südflügels in ebenso glatter Putzarchitektur, wie sie die bereits vor¬handenen Gebäude aufwiesen. Ab 1766 wurde der Westflügel er¬baut. Inmitten des so entstandenen dreieckigen Hofraumes nimmt der barocke Brunnen die kräftige plastische Dekoration der Westflü¬gelfassade auf. Zu ihr steht die Parkfront mit den klassizistischeren Formen in einem Gegensatz, leitet aber dadurch zur Architektur der Überbrückung zum kleinen Lusthaus und der fast unscheinbaren Hauptzufahrt an der spitzen Nordwestecke über.

Für mehr Infos: Dschunke Halong Bucht, 7 Tage Rundreise Vietnam, Kambodscha Vietnam Rundreise, Mekong Kreuzfahrt Kambodscha

You can leave a response, or trackback from your own site.

Leave a Reply