Sondershausen und Umgebung 2

Als prachtvoll erweist sich das Innere des Schlosses. Die Hofapo¬theke im Renaissanceflügel überrascht mit reichem Stuckdekor, hochbarock ist der Riesensaal im ersten Erweiterungsflügel des 18. Jh. ausgestaltet, Rokoko prägt den Weißen Saal aus der zweiten Hälf¬te des 18. Jh., und barock zeigt sich auch die Schloßkirche. Ein be¬sonders interessanter Raum ist der Theatersaal, der mit seiner Aus¬stattung des 18. Jh. auch heute den Rahmen für kleine Aufführungen abgibt. Die ganze Prachtentfaltung dieser nördlichsten thüringischen Residenz versinnbildlicht sich in der goldenen Kutsche des Fürsten Heinrich aus den 40er und 50er Jahren des 18. Jh., ein Gefährt, das mit den Prunkwagen der großen europäischen Königshäuser in Wettstreit zu treten suchte. Es gehört heute zum Bestand des Schlo߬museums, dem man – wie dem gesamten Schloß – einen zügigen Ab¬lauf der in Gang befindlichen Restaurierung wünscht. Die bisher er¬folgten denkmalpflegerischen Erneuerungen konnten am Westflügel die äußere Gestalt und Farbigkeit sowie Teile der räumlichen Aus¬stattungen wiedererbringen. Auch das Lust- und Spielhaus von 1709 im westwärts anschließenden Schloßpark, das nach seiner achtecki¬gen Grundgestalt >Karussell< genannt wird, konnte restauriert und für Konzerte und Ausstellungen neu eingerichtet werden.

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Einer der Hauptnutzer dieses schönen hellen Parkgebäudes ist das Loh-Orchester. Es ging in der letzten höfischen Glanzepoche der zweiten Hälfte des 19. Jh. aus der fürstlichen Gardekapelle her¬vor und gewann rasch Bedeutung, nicht zuletzt unter der Leitung von Max Bruch zwischen 1867 und 1870. Das Orchester trug zur Entwicklung des Musiklebens der Residenz in beträchtlichem Maße bei und darf heute zu einem der auch überregional bedeuten¬den gezählt werden.
Die Bauwerke Sondershausens waren seit einem Jahrhundert einer stets gewachsenen Belastungausgesetzt: Nachdem man 1892 die Ka-lilager im Helme- und Wipper-Tal entdeckt hatte, nahm ihre indu¬strielle Ausbeutung schnell einen unerhörten Aufschwung. Das führ¬te zu riesigen unterirdischen Aushöhlungen und darüber zu ebenso landschaftzerstörenden Abraumhalden. Es wird jahre brauchen, bis Land und Leute sich von den Umweltschäden des Bergbaus aber auch von dessen Stillegung erholen. Industriedenkmäler wie der gra¬zil-stählerne Förderturm von 1907 in Sondershausen erinnern an Salz und Arbeit. Das >weiße Gold< bleibt noch reichlich im Unter¬grund vorhanden, nach neuer Arbeit wird man hier im alten Berg¬bauland suchen müssen, soll es auch kulturell nicht ausbluten.
Ein ganz andersartiger Turm blieb aus dem 12. Jh. vom 1012 ge¬gründeten hersfeldischen Benediktinerkloster Göllingen östlich von Sondershausen erhalten: Chorseitenturm und Rest der großen romanischen Kirche mit zwei Chören und zwei Querschiffen.
Südlich Sondershausens erhebt sich im Höhenzug der Hainleite der Possen mit dem barocken verputzten Fachwerkbau des fürstli¬chen Jagdschlosses und dem Aussichtsturm. Das Wipper-Tal auf¬wärts gelangt man nach Großfurra. Am Südrand der großen Ort¬schaft blieb der Rest einer mittelalterlichen Burg in Form des Rund¬turmes mit einem Anbau erhalten. Um 1600 wurde ein Fachwerkge¬bäude mit kleinen Hoferkern über den älteren Mauern angefügt.
Nur knappe 6 km nordwestwärts folgt Wolkramshausen. Dort ist das »Hue de Grais« ein schloßartiger barocker Herrensitz, der zwischen 1680 und 1724 entstand – nicht nur baulich interessant. Robert Graf Hue de Grais wurde hier 1835 geboren und starb eben¬falls in diesem Hause 1922. Als Theoretiker des Verwaltungsrechts erlangte er mit seinen Schriften und besonders dem »Handbuch der Verfassung und Verwaltung in Preußen und dem Deutschen Reiche« Bedeutung. 1989 ist sein Haus restauriert worden. Knappe 8 km westwärts von hier liegt am Rand der Hainleite hoch über dem Ort Großlohra die westlichste der Hainleite-Burgen aus dem 11 ,/12. Jh. Schon die Besichtigung der romanischen Doppelkapelle aus dem 12. Jh. begründet den steilen Anstieg. Gut erhalten blieb die Benedikti- nerinnen-Klosterkirche im Ortsteil Münchenlohra der Großgemein¬de. Die romanische Pfeilerbasilika mit dem zweitürmigen Westwerk entstand um 1200. Karl Schäfer, der auch die Turmaufbauten des Meißener Doms schuf, erneuerte den Bau 1882/83 und vermittelt damit das Bild, das jene Zeit von romanischer Baukunst hatte. So ist die Ähnlichkeit mit der Mitte des 19. Jh. restaurierten Kirche zu Klo¬sterlausnitz nicht überraschend.
Von Münchenlohra bedarf es nur der Überquerung eines kleinen Höhenrückens, um nach Bleicherode zu gelangen. Der Blick gleitet dabei über die Goldene Aue bis hin zu den Höhen des Harzes. Graue Halden an den Kali-Schächten flankieren die Hügel und Waldstücke am Rand der fruchtbaren Niederung. Gebäude aus dem 17. und 18. Jh. säumen die Straßen, und das Rathaus trägt über dem schweren Quadergeschoß den leichten Fachwerkaufbau des 16. Jh. Seinen gotischen Ürsprung gibt der Bau im Inneren mit den Türrah¬mungen und alten Steinmetzzeichen zu erkennen. Aus der gleichen Zeit stammt die Stadtkirche, die im Barock verändert und ausgemalt wurde. Das Innere ist auch das Interessante am >Waldhaus Japan<, das am bewaldeten Hang über der Stadt liegt. Neben dem langge-streckten Fachwerkhaus steht ein kleiner Saalbau, dessen französi¬sche Bildtapeten aus dem frühen 19. Jh. restauriert wieder der Allge¬meinheit zugänglich gemacht werden – ein kleines Denkmal, das ei¬nen Besuch lohnt.

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