Rundgang 3

Ein weiteres Zeit- und Zeisszeugnis ist das Volkshaus. 1910-13 von Arwed Roßbach, dem Schöpfer von Leipziger und Dresdner Großbauten um 1900 geschaffen, diente es städtischen Veranstaltungen. Das Optische Museum in der 1924 erbauten Optikerschule ist die dritte bedeutende Sehenswürdigkeit am Carl- Zeiss-Platz. Seine wissenschaftlich und künstlerisch gleichermaßen wertvolle Sammlung besteht aus über 13 000 Einzelstücken.

Vom Kollegium Jenense zum Romantikerhaus
Über den universitären Campus im alten >Zeiss-Komplex< oder durch die 1994/95 neu errichtete Goethe-Galerie gelangt man zurück zur Altstadt. An ihrer Südwestecke steht zwischen dem Teichgraben und der Kollegiengasse das Collegium Jenense (19). Im Jahre 1286 gründeten hier die Dominikaner ihr Kloster und er¬richteten die ersten Bauten, von denen allerdings nur wenig verblieb, nachdem 1525 aufständische Bauern zum Sturm antraten und das Kloster verwüsteten. Doch bald sollte der Ort neue Bedeutung erhal¬ten: Als Johann Friedrich der Großmütige 1547 die Schlacht bei Mühlberg gegen Kaiser Karl IV. verloren hatte und im Anschluß dar¬an mit der Kurwürde auch Kursachsen und die Wittenberger Univer¬sität einbüßte, gründete er – auf dem Wege in die Verbannung nach Würzburg – in dem ihm verbliebenen Jena >seine< neue Universität. Dies geschah nicht so spontan wie es erscheinen mag. Schon 1527 und 1535 waren Professoren und Studenten Wittenbergs vor der Pest nach Jena ins leerstehende Dominikanerkloster ausgewichen und hatten hier die >Hohe Schule< eingerichtet. Mit der kaiserlichen Be¬stätigung der Universitätsgründung 1557 wurden die Klostergebäude endgültig zum Collegium Jenense. Obgleich das Kloster oft umge¬baut, die Kirche im Zweiten Weltkrieg zerstört und die anderen be¬schädigten Bauteile wiederhergestellt wurden, hat der Klosterkom¬plex seine alte Gestalt bewahren können. Noch heute dient er dem Anatomischen Institut der Universität als Hauptsitz. An der Stelle der Kirche steht seit 1952 ein Neubau. Die barocken Anbauten sind hervorragend restauriert. An der Treppenturmwand der Klosterkir¬che prangt das wettinische Wappen in prächtiger figürlicher Rah¬mung mit der Gründungsinschrift der Universität. Bei Restaurie¬rungsarbeiten im Inneren sind in einer der Mönchszellen, die später als Karzer dienten – Jenas Studentenschaft war immer als eigenwillig und zu Turbulenzen neigend bekannt -, studentische Wandbilder freigelegt worden. Im ehemaligen Refektoriumsflügel konnte man eine Heißluftheizung ausgraben, die noch aus der Bauzeit des Klo¬sters stammt. Jeder dieser Funde stellt auf seine Weise ein bedeuten¬des kulturhistorisches Zeugnis dar.
Friedrich von Schillers Antrittsrede an der Jenenser Universität als Philosophie- und Geschichtsprofessor mit dem Thema »Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte« wies weit in die Zukunft und löste nicht nur bei der Studentenschaft Begeiste¬rung aus. Die Universität trägt bis heute seinen Namen. Die Schiller- Gedenkstätte am Schillergäßchen widmet ihre Ausstellung dem Zeitraum zwischen dem Revolutionsjahr 1789 und 1799, in dem Schiller in Jena lebte und arbeitete. Friedrich von Schiller folgten Jo¬hann Gottlieb Fichte, Friedrich Wilhelm Joseph Schelling und Georg Wilhelm Friedrich Hegel; Fritz Reuter studierte hier, Karl Marx und Kurt Tucholsky promovierten in Jena. Thomas Mann erhielt nach dem Zweiten Weltkrieg die Ehrendoktorwürde. August Wilhelm Schlegel, Friedrich Schlegel, Clemens von Brentano und Novalis schufen Jenas literarische Atmosphäre, die zu Beginn des 20. Jh. den Verleger Eugen Diederichs anzog. Sein Haus trug die Namen von Hermann Hesse, Maxim Gorki, Ricarda Huch, Selma Lagerlöf und Martin Andersen Nexö in die Welt.

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