Reise durch Thueringen

Entlang Thueringens staedteachse

Die historische via regia
Eine der großen europäischen West-Ost-Verbindungen verlief seit frühen mittelalterlichen Zeiten quer durch das Thüringer Land. An manchen Stellen identisch mit heutigen Verkehrsstraßen, bisweilen zu Nebenwegen abgesunken, zum Teil nur noch theoretisch rekon¬struierbar, bildete die Hohe Straße, die via regia, eine der Haupt¬adern des Kultivierungs- und Handelsgeschehens. Mit Sicherheit blickt diese hochmittelalterliche Magistrale auf eine lange Tradition vormittelalterlicher Wege; im 19. Jh. und bis in unsere Tage ist sie dann immer wieder ausgebaut worden. Ihrer Richtung folgen – wenn auch den topographischen Gegebenheiten besser angepaßt – die schmalen Schienenstränge des 19. und die breiten Autobahnen des 20. Jh. Die Hohe Straße nahm in Strasbourg den bedeutenden Han¬delsweg von Rouen über Paris auf, sie führte durch das bischöfliche Mainz nach Frankfurt, über Fulda und Eisenach nach Erfurt. Hier schnitt sie sich mit den wichtigen mittelalterlichen Nord-Süd-Ver- bindungen zwischen Ostseeküste und Italien und kreuzte damit auch den späteren hanseatischen Handelsweg von Norden nach Nürnberg und Augsburg. Über Eckartsberga verlief sie zur Saale und weiter zum zweiten Kreuzungsplatz in Leipzig, um dann über Bres¬lau, Krakau und Lemberg den Anschluß an das Zentrum des Reiches von Kiew zu finden. Noch vor Eisenach stießen Wege aus Gent und Köln hinzu, aus Leipzig und Breslau verzweigte sich der Hauptweg zu anderen bedeutenden Routen, die über Frankfurt an der Oder nach Danzig und weiter ins Baltikum verliefen, so wie die Nord-Süd- Verbindungen aus Erfurt und Leipzig über Nürnberg bis zum Balkan und nach Konstantinopel reichten.
Jenem Zug der Handelswege und ihrer im Verlauf der Jahrhun¬derte sich wandelnden Trassen folgten die weiträumigen Bauten der Teilhaber am Wegegeschehen: die kaiserlichen Warten, die Burgen der Adelsgeschlechter, die Städte. Die Straße mag nicht alleiniger Ursprung der Burgengründungen gewesen sein, mittelbar standen diese aber immer in Beziehung zu ihr. Für die Städte und Handels¬niederlassungen dagegen war die via regia mit ihren Kreuzungen und Verzweigungen Keimzelle und Nährstrang zugleich. Die Bran¬denburg bei Lauchröden, die Wartburg, Mühlburg, Wachsenburg und Wandersieber Gleiche, die erste wehrhafte Klostergründung auf dem Erfurter Petersberg lange vor dem Bau der genannten Bur¬gen, die Wasserburg Kapellendorf, Eckartsburg, Rudelsburg und Burg Saaleck, die Schönburg und die Neuenburg bei Naumburg sind im Zusammenhang mit dem mittelalterlichen Handelsweg zu sehen. Erfurt, Naumburg und Leipzig als frühe Handelsmetropolen – der Begriff Markt scheint uns ihren Rang nicht hoch genug anzu¬deuten – wie auch die Zentren geistlicher Macht – wiederum Erfurt und Naumburg – stehen in direktem Bezug zu jener >merkantilen Lebensader«.

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