Mühlhausen 2

Einen historisch und städtebaulich marginalen Schnitt bedeutet der Bau der Stadtbefestigung seit dem ausgehenden 12. Jh. Er beglei­tet gleichsam die um und dann in Mühlhausen selbst vollzogenen Wandlungen. Philipp von Schwaben hatte die Stadt zunächst dem Thüringer Landgrafen Hermann überlassen, in den dynastischen Auseinandersetzungen fiel sie aber wieder in kaiserlichen Besitz. Die damit verbundenen kriegerischen Handlungen beschleunigten die Befestigungsarbeiten.

See more: Croisière privée baie d’halong | croisière mékong vietnam cambodge | excursion Ninh Binh | visas pour le vietnam | Circuit vietnam laos cambodge 15 jours | croisière vietnam cambodge

Hinzu kam mit dem 13. Jh. der kaiserliche Machtschwund seit dem Tod des von Sizilien aus >beamtenstaatlich< regierenden Fried­rich II. Gegenüber seinem Nachfolger Konrad IV. setzten die Mühl- hausener den Fortbestand ihrer Stadtmauer zwischen Stadt und kai­serlicher Burg durch – fünf Jahre bevor sie 1256 die Burg erstürmten. Wiederum vorher waren 1224 die neuen stadtbürgerlichen Rechte im »Mühlhäuser Rechtsbuch« zusammengestellt worden: Es ist die älte­ste Rechtsaufzeichnung im deutschen Sprachraum. Das Stadtregi­ment in Form des Schultheißenamtes ging zumindest für einige Zeit an das Patriziat über.

Während der zweiten Hälfte des 13. Jh. erfolgte dann die Bebau­ung des königlichen Huldigungsplatzes. Damit entstand das langgestreckte und gassenlose Viertel zwischen Holz- und Herrenstraße, Marienkirche und Frauentor. Der Steinweg wurde gepflastert, was seine Rolle als innerstädtische Hauptachse unterstreicht. Von Kaiser Karl IV. als Reichsstadt mit eigener Gesetzgebungshoheit bestätigt, stieg Mühlhausen zusammen mit Erfurt zum mächtigsten Gemein­wesen in Thüringen auf. Sein gesamtes Territorium umschloß eine weitere Befestigung, der mit zahlreichen Warten bestückte Landgra­ben. Eine Reihe von Zeugnissen dieser Landumfriedung haben sich erhalten. Das alles kündet von der Eigenständigkeit und Macht des gemeinsam von Patriziat und Reichsministerialen getragenen Ge­meinwesens.

In der Auseinandersetzung mit der landgräflichen Territorial­macht verbündeten sich 1308 Erfurt, Mühlhausen und ein Jahr dar­auf Nordhausen. Nahezu 200 Jahre hielt dieses Bündnis und sicher­te den drei Städten ihre weitgehende Eigenständigkeit. Hinzu kamen die wirtschaftlichen Gewinne aus der Verbindung zur Hanse, vor al­lem aber aus dem Waidanbau und dem Handel mit diesem Färbemit­tel sowie mit Tuchen. Erst als mit dem 15. Jh. Leipzig zum mittel­deutschen Handelszentrum aufstieg und die Waidpflanze ihre alte Bedeutung als Färbemittel einbüßte, sank Mühlhausens Stern. Die neuen Handelswege führten nun weiträumig an der Stadt vorbei.

Soziale Differenzierungen und Auseinandersetzungen kennzeich­neten jetzt das Stadtleben. 1523 erzwangen die bislang nicht rechts­fähigen Bürger die Beteiligung am Stadtregiment. Einen gehörigen Anteil an dieser zwar auf dem Evangelium fußenden, aber radikalen >Verwaltungsreform< hatten die protestantischen Predigten Heinrich Pfeiffers und Matthäus Hisolidus. Gemeinsam mit dem aus Allstedt hinzugekommenen Prediger Thomas Müntzer trugen sie zur Abfas­sung der »Mühlhäuser elf Artikel« bei, als deren Ergebnis ein >Ewi- ger Rat< die Stadtherrschaft von Patriziat und Adel beseitigen sollte. Der Aufruhr endete letztlich in der blutigen Schlacht von Franken­hausen, in die Müntzer die Bauernhaufen und eine Schar von Mühl­häuser Aufständischen geführt hatte.

Diese kriegerischen Auseinandersetzungen kosteten die Stadt ihre Eigenständigkeit – sie kam unter wettinische und hessische oberho­heitliche Aufsicht. Zwar führten die inzwischen protestantisch ge­wordenen Fürsten die Reformation ein, und Mühlhausen gelang es, die erneute Reichsfreiheit auszuhandeln. Doch nicht nur dafür, auch für das Verschontbleiben vom Dreißigjährigen Krieg mußte man ganz im Sinne des Wortes >zahlen<. So dezimierten die Folgen jenes europäischen Krieges, ebenso die des Siebenjährigen Krieges 1756-63 die städtische Leistungskraft mehr und mehr. Als 1802 die Preußen einzogen, verlor Mühlhausen endgültig seine Unabhängig­keit. 1807-14 gliederte es Napoleon in das Königreich Westfalen sei­nes Bruders Jerome ein. Erst mit dem Anschluß der nun preußischen Provinzstadt an das Eisenbahnnetz nach der Mitte des 19. Jh. >er- holte< sich Mühlhausen, denn jetzt siedelte sich Textilindustrie rings um die Altstadt an.

So mittelalterlich betont Mühlhausens Geschichte ist, blieb es doch keine mittelalterliche Stadt. Nicht weniger als neun große Brände zwischen 1244 und 1707 trugen wohl das meiste zu deren Veränderung bei. Allein 1689 waren über 500 Gebäude des Stadtteils um die Jacobikirche abgebrannt. Stets baute man rasch und in der Formensprache der jeweils neuen Zeit auf – wohl gerade das läßt Mühlhausen so vielgestaltig erscheinen. Die gesamte innere Stadt­mauer, in großen Abschnitten noch immer begehbar, blieb erhal­ten. Aber nur zwei der mittelalterlichen 23 Stadttore beließ das 19. Jh. Nahe dem 1654 erneuerten inneren Frauentor stehen der Raben- und der Hospitalturm; mit dem anschließenden Mauerzug folgen der Sackgassenturm und weitere, während der Barockzeit zu Pavillons ausgebaute Wehrtürme. Türme blieben auch am Kreuzgra­ben im Nordosten und an der Südseite der Stadt erhalten. Nahebei trifft man auf das Stadtmuseum im alten Gymnasium am Linden­bühl, mit dessen Ausstellung und vielen Zeugnissen Geschichte nacherlebbar wird.

Sehen Sie mehr: Halong bay | 1 Woche Rundreise Vietnam | Reiseführer Vietnam Kambodscha | Mekong cruise Siem Reap to Saigon

Mühlhausen

Nähert man sich Mühlhausen, einer Stadt mit einem im Thüringi¬schen unvergleichlichen historischen Baubestand, so fällt die Viel- türmigkeit und Geschlossenheit der Dachlandschaft auf. Die Stadt ist eingebettet in das weite Unstrut-Tal zwischen Dün und Hainich. Seit Erscheinen des berühmten Merian-Stiches im »Theatrum Euro- paeum« von 1642 haben Zeichner und Maler und schließlich auch die Fotografen Mühlhausens gerade diese, für städtisches Gepräge eigentümlichen Gegebenheiten immer wieder hervorzukehren ver¬sucht. Gewiß kann man jene Merian-Ansicht dem heutigen Stadt¬bild nur als ein Ideal gegenüberstellen. Mit Blick auf andere Thürin¬ger Städte aber wirken Mühlhausens Stadtbild und sein historischer Bestand ausnehmend gut erhalten. Kann man daraus auf eine be¬sonders ausgeprägte historische Bewußtheit der Bewohner dieser al¬ten Häuser schließen? Oder liegt es daran, daß die mit der Mitte des 19. Jh. auch hier einsetzende Industrialisierung an der alten Stadt selbst vorbeiging und mehr nur ihr Umfeld erfaßte? Oder verdanken wir den heutigen historischen Baubestand einem ganz anderen Um¬stand: der politisch-ideologischen Interpretation eines – ebenfalls hi¬storisch gesehen – episodischen Ereignisses? Im Antipoden des Re¬formators Martin Luther, in dem aufrührerischen Prediger Thomas Müntzer sah die dialektisch-materialistisch ausgerichtete Ge¬schichtsschreibung der ehemaligen DDR den frühen bürgerlichen Revolutionär schlechthin. Müntzer wurde zur Ikone, sein späteres Lebensumfeld Mühlhausen zum Monument erhoben. Wir sollten es leidenschaftlos sehen: Dieser Tatsache verdankt letztendlich der alte Stadtkern seine weitgehende Verschonung vor Abrissen und die Bewahrung seiner Substanz durch die Jahrzehnte von 1949 bis 1989.

See more: Croisière privée baie d’halong | croisière mékong vietnam cambodge | excursion Ninh Binh | visas pour le vietnam | Circuit vietnam laos cambodge 15 jours | croisière vietnam cambodge
Geschichte
Auf eine frühmittelalterliche oder gar spätthüringer Besiedelung des Raums um Mühlhausen deuten Spuren von Bestattungen aus der merowingischen Zeit des 5.-8. Jh. hin, auf die man bei Ausgrabun¬gen seit 1953 stieß. Sie fügen sich einer Nachricht über die Schen¬kung eines Fiskalgutes an das Kloster Hersfeld durch Karl den Großen im Jahre 775 an, welche »franci homines«, also eine mögli¬cherweise kaiserlich verfügte fränkische Ansiedlung erwähnt. Dieser ordnet man weitere Grabungsfunde von Holzbauten im Stadtgebiet sowie ein frühes Kilianspatrozinum zu. Erstmals schriftlich genannt ist Mühlhausen in einer Urkunde Kaiser Ottos II. aus dem Jahr 967. Wenig später stattete er seine Gemahlin Theophano neben an¬deren Orten mit den Burgen und Königshöfen Eschwege, Mühlhau-sen und Schlotheim aus. Womit das kaiserliche Interesse insbeson¬dere an Mühlhausen offenkundig wird. Solches unterstrichen seine Nachfolger: Otto III. weilte mehrfach hier, und für Heinrich II. sind sieben Aufenthalte in Mühlhausen bezeugt. Damit dürfte der Ausbau einer Pfalz als sicher und zugleich eine Siedlungserweiterung als wahrscheinlich anzunehmen sein. Diese Siedlung schloß den süd- nordwärts durch die Unstrut-Niederung verlaufenden Handelsweg ein.
An der vom Hessischen heranführenden Straße hatte sich bereits im 9. Jh. ein weiterer Siedlungskern auszubilden begonnen. Er lag im heutigen Bereich des Untermarktes um die romanisch-gotische Bla- siikirche und dehnte sich mit dem 11. Jh. westwärts bis zur Jacobi- kirche aus.
Der eigentliche Burg- oder Pfalzbereich lag nördlich dieser beiden Siedlungskerne in dem dreieckigen Geländestück zwischen dem al¬ten Mühlgraben und der nördlichen Stadtmauer. Gebautes ist heute nicht mehr vorhanden, nur die Straßenbezeichnungen >An der Burg< und >Kreuzgraben< blieben. Mühlhausens Bürger haben 1256 nach dem Niedergang der kaiserlichen Zentralgewalt und dem Gewinn des Stadtregiments die Pfalz gestürmt und dem Erdboden gleichge¬macht.
Die Legende von der Gründung einer Domkirche durch Otto I. bezieht sich wahrscheinlich auf den Vorgängerbau der Marienkir¬che. Näher an der Wirklichkeit liegen die Nachrichten über den Aus¬bau einer villa regia, einer Königsstadt, und in der Tat wurde Mühl¬hausen mit dem 12. Jh. ein bevorzugter Aufenthalt der gekrönten Häupter. Hier söhnte sich 1135 Kaiser Lothar III. von Supplinburg mit seinem Gegenkönig Konrad von Schwaben aus – gesprochen wird auch von dessen Unterwerfung. 1180 begann die Auseinandersetzung zwischen Heinrich dem Löwen und den Kaiser Friedrich I. Barbarossa mit dem Niederbrennen zumindest von Teilen Mühlhau¬sens. Doch schon für 1192 ist ein weiterer Herrscheraufenthalt, dies¬mal Heinrichs VI. in Mühlhausen bezeugt. Als dann 1198 die Kö¬nigswahl Philipps von Schwaben mit einer großen Huldigung abge¬schlossen wurde, war Mühlhausen zu einem der wichtigsten Plätze aufgerückt.
Jene villa regia bestand aus dem für damalige Verhältnisse riesi¬gen langgestreckten Raum zwischen dem heutigen Obermarkt und dem Frauentor sowie der Holzstraße nördlich und der Herrenstraßc südlich. Man bezeichnet diesen Platz auch als Triumphachse für die kaiserlich-königliche Huldigungsentgegennahmc. Könnten rings um seine Ränder sogar, zumindest zeitweise, Tross und Gäste unterge¬bracht worden sein? Eine deutliche Trennlinie zwischen diesem Stadtbreich des späteren 12. Jh. einerseits sowie den Siedlungsteilen des 11. und frühen 12. Jh. um den südlichen Untermarkt und die Kilianikirche andererseits bildete die heute im Stadtbild kaum noch wahrnehmbare Schwemmnotte. Ihr Wasser durchzog den Siedlungs¬raum von Südwest nach Nordost. Im späteren Mittelalter sollte sie zum Hauptstrang des Bewässerungssystems der Stadt ausgebaut werden.

Lesen Sie mehr: Halong bay Vietnam, 7 Tage Rundreise Vietnam, Reiseführer Vietnam Kambodscha Laos, Saigon to Phu Quoc via Mekong Delta

Zwischen Werra und Eichsfeld

Von Creuzburg nach Großburschla
Über die Höhen nördlich Eisenachs führt die Straße ins nordthürin¬gisch-hessische Werra-Tal, das sich tief zwischen Ringau und Mei߬ner im Westen sowie dem Hainich und Eichsfeld im Osten ein¬schneidet. Oft begleiten nur Fußwege die engen Flußwindungen, und die Reihe der Werraburgen überragt das Tal zwischen Lauchrö- den, wo man von der Autobahn westlich Eisenachs die Türme der Brandenburg erblickt, und Witzenhausen nahe der mächtigen Burg Hanstein. Vor Creuzburg erhebt sich fast senkrecht die 392 m hohe Felsbarriere, welcher der Fluß ostwärts ausweicht. Von alters her führte hier eine Seitenstraße der via regia von Köln über Kassel nach Erfurt erst durch, später über den Fluß. Schon in karolingischer Zeit gab es westlich über der Stadt einen fränkischen Königshof. Dort lie¬gen heute die Reste der Burg, mehrfach umgebaute romanische Wehr- und Wohnhäuser innerhalb einer Ringmauer, die Renais¬sance- und Fachwerkelemente tragen. Auch um die kleine Stadt ha¬ben sich Mauern und Teile der Wehrtürme erhalten. Die Errichtung der romanischen Nikolaikirche 1215 an Stelle eines älteren Gottes-hauses hängt unmittelbar mit der Stadtgründung im Jahre 1213 durch den Landgrafen Hermann I. zusammen. In der Spätgotik wur¬de die Kirche erneuert, doch blieb der halbkreisförmige Chor des Vorgängerbaus erhalten, den innen die von romanischen Säulen ge¬schmückten Blendnischen umziehen. Beim Wiederaufbau des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Gotteshauses konnte dieser Chorteil des frühen 13. Jh. restauriert werden. Die weiten innerstädtischen Plätze erinnern an die Bedeutung, die der Ort für die Werra-Über¬querung besaß. 1225 wird eine Brücke genannt. Mit großer Wahr¬scheinlichkeit ist die heutige alte Werra-Brücke weitgehend mit dem Bauwerk des 13. Jh. identisch. Die mächtigen Strompfeiler und dar¬überstehende Halbrundbastionen verleihen ihr geradezu wehrhafte Züge. 1499 entstand am östlichen Brückenkopf die schlanke Libo¬riuskapelle. Ihr Inneres überspannen Sterngewölbe, an den Wänden findet man Ausmalungen vom Beginn des 16. Jh. Der Straßenver¬kehr führt seit einigen Jahren über die neue Parallelbrücke.
Unter dem steilen Fels führt die Straße entlang der Werra nach Mihla – Ort eines gleichfalls karolingischen Königsgutes und Flu߬übergang. Hier siedelten im späten Mittelalter verschiedene Adelsge¬schlechter. Zwei der Herrenhäuser haben sich erhalten: Im unteren Ortsteil steht das Graue Schloß, in der Renaissancezeit 1536-60 als Wasserburg gestaltet. Seinem blockartigen Baukörper sind drei gro¬ße Zwerchhäuser und ein Treppenturm angefügt. Mitte des 19. Jh. verfüllte man den Wassergraben und brach außerdem ein benachbar¬tes Herrenhaus ab. Vor einigen Jahren ist das Graue Schloß als Gast¬stätte neu erschlossen worden. Im oberen Ortsteil befindet sich das zweite Herrenhaus, das Rote Schloß, ein großer Renaissancebau von 1581 mit zwei Obergeschossen in Fachwerkarchitektur und Ausbau¬ten sowie hohem Dach. Es ist noch von der ursprünglichen weiten Hofanlage umgeben. In seinem Inneren haben sich barock dekorier¬te Räume erhalten. Die gleichfalls im oberen Ortsteil gelegene Ba¬rockkirche bewahrt im Inneren die Ausstattung aus der Erbauungs¬zeit sowie einen spätmittelalterlichen Altar.
Eine ebenso schöne barocke Dorfkirche findet man in dem Dorf Falken Werra-abwärts. Man gelangt dorthin von Treffurt oder über das reizvolle Straßendorf Nazza, in dessen Mitte sich die kleine Kapelle von 1560 nur durch ihren Dachreiter von den Bauernhöfen zu unterscheiden scheint. Hoch über dem Ort liegt die mittelalter¬liche Burgruine Haineck, deren Festungswerke mehrfach ausge¬baut wurden.
Die Linie der Werraburgen setzt sich mit dem Normannstein in Treffurt fort. Auch als Ruinen beeindrucken seine gewaltigen Türme aus dem 12. Jh., deren Außenmauern sich in das Vieleck des Mauer¬ringes einfügen. In der Hofmitte steht der runde Bergfried, später entstanden wohl die Palasbauten. Romanisch sind gleichfalls Teile der Pfarrkirche St. Bonifatius. Ihr Querschiff und Chor stammen aus der Zeit um 1260 und zeigen Verwandtschaft mit Bauformen, die in Walkenried und Mühlhausen zu finden sind – die Bauleute kamen wohl aus diesen Orten. Durch viele Säulenstellungen wurden die Portale besonders hervorgehoben. Die gotisch vollendete Kirche ist im 19. und 20. Jh. erneuert worden. Ein viergeschossiger und von der hohen Haube bekrönter Turm hebt das Renaissancerathaus im Stadtbild hervor. Am Abhang der Torstraße trifft man auf ein reizvol¬les zweigeschossiges Fachwerkhaus über hohem Steinsockel, den schlanken Erker trägt eine hohe Steinkonsole. Das gesamte Bau¬werk entstand 1610.
Großburschla durchlebte zwischen 1949 und 1989 das Schicksal vieler thüringischer Orte an der Werra – es blieb unentdeckt. Und doch lohnt die Fahrt in den Ort, den vier Jahrzehnte die befestigte Grenze von seinem Umland abgeschnitten hatte, denn hier konnten innerhalb der Dorfkirche aus dem 17. Jh. erstaunlich gut erhaltene Teile des Langhauses einer um 1130/50 errichteten romanischen Ba¬silika freigelegt und wiederhergestellt werden.

Besuchen Sie uns unter: Halong | Rundreise Vietnam 7 Tage | Kambodscha Reisen Erfahrungen | Mekong Delta Saigon to Phnom Penh | excursion Ninh Binh | visas pour le vietnam | Circuit vietnam laos cambodge 15 jours | croisière vietnam cambodge

Das Felda-Tal 2

Alte Mühlen begleiten das Flüßchen in der gesamten Niederung. Verlassen wir es in Dermbach westwärts nach Geisa, so finden wir in Bremen und in Schleid – östlich bzw. südlich von Geisa – zwei wei¬tere Gallasini-Bauten: Die Kirche in Schleid, 1743-46 erbaut, steht gestalterisch der Dermbacher besonders nahe. Sie ist prächtig ausge¬stattet mit Altären und Gestühl. Außen schließt am Chor der noch mittelalterliche Turm an. Die gleichfalls einschiffige Barockkirche zu Bremen entstand 1730 zeitlich parallel mit der in Zella und weist ähnlichen Reichtum auf wie ihn der Fuldaer Fürstabt durch seinen Baumeister in die Landschaft tragen ließ.
Weit ab von der restlichen Welt, schlummerte Geisa als verein¬samter Grenzort vier Jahrzehnte vor sich hin. Immerhin blieb als Folge dieses historisch erzwungenen Schlafes – trotz mancher Abris¬se und notdürftiger Rettungsmaßnahmen – die Geschichte des Ortes gut konserviert und somit zumindest in architektonischer Hinsicht nachvollziehbar. An erster Stelle ist der Gangolfsberg zu nennen: Der Linden-umsäumte Platz bildet mit den Steinsetzungen die einzig erhaltene mittelalterliche Gerichtsstätte in Thüringen. Mit dem spä¬teren Mittelalter kam die Kapelle hinzu, die – mehrfach umgestaltet – innen wie außen Bildschmuck aus dem 16.-18. Jh. aufweist; nicht zu übersehen ist die verzierte Außenkanzel. Die im Ursprung spätgo¬tische Stadtkirche und Reste der Wehrmauern des im frühen 14. Jh. mit dem Stadtrecht belehnten Ortes, runden das historisch reizvolle >Bilderbuch< Geisa ab.
Stadtlengsfeld war seit 1136 hersfeldisch, geriet später in fuldi- schen Besitz und gehörte seit 1525 Ludwig von Boineburg, der hier nun eine Wasserburg erbauen ließ. Diese wurde im 17. und 18. Jh. mehrfach umgestaltet. Im 19. Jh. schüttete man die Wassergräben zu. Von der alten Burg blieben nur Teile erhalten, und die ganze Gebäu¬degruppe zeigt ein buntes Bild aus Stein- und Fachwerkaufbauten. Auch die Pfarrkirche gibt sich als Bau aus mehreren Jahrhunderten zu erkennen. Der Chorturm entstammt noch der romanischen Epo¬che – jedenfalls deuten seine Fenster darauf hin. Das Haupthaus mit dem Kirchensaal wurde um 1790 errichtet, man findet aber auch noch gotische Wölbungen im Kircheninneren. Die Ausstattung mit Kanzel und Taufbecken entstand 1730. Seit 1898 wird in Stadtlengs¬feld Porzellan hergestellt, und diese Industrie gibt dem Ort auch heu¬te sein Gepräge.
Damit verlassen wir durch ein nochmals reizvolles enges Talstück die schöne Landschaft an der Felda. Dorndorf zeigt das moderne Zeitalter in den ausgedehnten Kali-Industrieanlagen an, der Ochsen überragt im Westen die Landschaft; auf ihm befand sich in vorge¬schichtlicher Zeit eine Siedlungsstelle. Ähnlich eindrücklich wächst nördlich davon die riesige grauweiße Halde des Kalibergbaus bei Heringen auf – ein Zeugnis industrieller Landschaftsveränderung unserer Tage. Die hier ihrem Ende entgegengehende Kali-Industrie hinterließ jedoch nicht nur solche naturbeeinflussenden >Monumen- te<. Es bleiben viele bergmännische Erinnerungen und industrielle Bauzeugnisse, die inzwischen der Geschichte des Felda-Tales ange¬hören. Die Firma Kali Merkers – jahrzehntelang industrieller Vorrei¬ter und größter Kalibergbaubetrieb – übernahm die postindustrielle Aufbereitung: Bis in 750 m Tiefe reicht ein Abstieg in die Kaliberg¬bau-Geschichte und bis ins Jahr 58 n. Chr. zurück zur ersten großen kriegerischen Auseinandersetzung um das Salz des Werra-Tals. Die Grube ist zum Museum hergerichtet worden und ist damit auch zum Berichtsort über die 1945 von den Nationalsozialisten hierher ver¬brachten Kunstschätze und den Goldbestand der ehemaligen Deut¬schen Reichsbank geworden. Die siegreichen Amerikaner stellten beides mit Kriegsende sicher.

Für mehr Infos: Vietnam Halong bay, Vietnam Reise 7 Tage, Kambodscha Reisewetter, Saigon Mekong Delta Phu Quoc

Das Felda-Tal

Ganz ähnlich dem Grabfeld war auch das reizvolle Felda-Tal während der Teilung Deutschlands in eine Art >Dornröschenschlaf< versunken. Nur den >Rhönschnitzern< und ihren volkskünstlerischen Werken verdankte es eine gewisse Bekanntheit. Wer sollte, abgese¬hen von einigen Urlaubern und wenigen Reisenden in das lange von einer Grenze bedrängte Gebiet fahren? Nun finden nicht nur >Ken- ner< kunstgeschichtlicher Besonderheiten und Glanzpunkte dieses fuldischen Traditionsraumes wieder hierher. Denn die Vorderrhön birgt mit ihrer nur wenig berührten Idylle, klarer Luft und ruhiger Beschaulichkeit Reize, wie man sie an den frequentierten Thüringer und hessischen Touristenrouten weit seltener anzutreffen vermag.

See more: ile de cat ba 2jours | mekong cantho chaudoc 3 jours | excursion Ninh Binh | visa au vietnam | saigon phnom penh 15 jours | croisière vietnam cambodge sur le mekong 12 jours
Auf halbem Wege von Meiningen nach Kaltensundheim liegen Bettenhausen und Helmershausen. Schon im 9. Jh. sind beide Orte erwähnt, und im Mittelalter waren zumindest ihre Kirchen befestigt. Beider Innenräume schmücken reizvolle Barockausstattungen mit Emporen – in Bettenhausen etwa 1775 in den Renaissancebau einge- l’iigt, in Helmershausen 1736-52 zusammen mit dem Kirchenhaus neu geschaffen. Hier trifft man auch auf das Schwarze, Rote und Gelbe Schloß, historische Freihöfe des 16. und 17. Jh. Beachtens¬wert ist die restaurierte Synagoge von 1843 und weitere jüdische Kul¬turzeugnisse in Aschenhausen, wo seit Mitte des 18. Jh. eine jüdi¬sche Gemeinde bestand. Im nahen Kaltensundheim selbst haben sich die mächtigen Mauern rings um die Kirche erhalten und geben ihr ein festungshaftes Aussehen. Der spätgotische Chorturm über-ragt die Mauern und das Renaissancehaus der Kirche, das im Barock seine Ausstattung, darunter die Orgel, erhielt; der Altar stammt aus dem späten 15. Jh. So steht die Kirchenburg über dem Ort, dessen Geschichte bis ins 8. Jh. zurückverfolgt werden kann. 1000 Jahre jünger sind die schönen Fachwerkhäuser, an denen sich Rokokofor¬men und hessisches >Halbmänner<-Fachwerk zeigen, so am Haus Hauptstraße 3 von 1792 oder am alten Gemeindebackhaus von 1704 an der Bachgasse 6.
Als die Burg von Kaltennordheim 1634 während des Dreißigjäh¬rigen Krieges abbrannte, erlitt die Stadt ihren Niedergang. Auf den Ringmauern der Festungsanlagc wurde um die Mitte des 18. Jh. das Amtshaus errichtet, und die Siedlung blieb mit ihren neu entstehen¬den Bauten bescheiden. Zwischen Fachwerk- und Ziegelbauweise entdeckt man etwas Jugendstil, die Kirche zeigt sich in neoromani¬schen Stilformen der 60er Jahre des 19. Jh. Auf einer Anhöhe über der Stadt liegt die Gottesackerkirche aus dem 16. Jh.
Nicht erst das spätere 18. Jh. und die Bestrebungen der Romantik im frühen 19. Jh. führten >zurück zur Natur<. Bereits im Barock wu߬te man Landschaft durch Architektur zu krönen und Bauwerke mit Hilfe der Landschaft in ihrer Wirkung zu steigern. Ein – gemessen an Balthasar Neumanns wunderschöner Zier des Main-Tals mit der Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen und dem Kloster Banz – beschei¬denes Beispiel solch dandschaftsorientierten Baufühlens< bietet auch das Felda-Tal. Kommt man aus südlicher Richtung, erhebt sich schon von weitem sichtbar aus dem breiter werdenden Tal über dem Ort Zella die barocke Propstei mit der hohen Fassade der Kirche. Steigt man aus dem Tal zu ihr hinauf, so erweckt die emporwachsen¬de Turmseite beinahe einen majestätischen Eindruck. Ihr übergiebel- ter Mittelteil schwingt leicht vor und ist am Dach von Voluten ge-rahmt, um schließlich in den schlicht-quadratischen Turmaufsatz weiterzuführen. Schlank und doch kräftig erscheinen die Proportio¬nen der Pilasterarchitektur, die von den vier großen Nischenfiguren am Haupt- und Giebelgeschoß beherrscht werden. Elegant wirken die schlanken Säulen im Inneren, welche die in den Raum schwin¬genden Wandvorlagen aufnehmen und in die Wölbung leiten. So entsteht ein heller und weiter, kräftig rhythmisierter Raum, den der farbige Stuckmarmor und die Altäre beleben. Der Baumeister An¬dreas Gallasini schuf 1715-32 diese Kirche, in der fuldischer Barockeinfluß unverkennbar ist. Die Gebäude der Propstei sind durch eine Durchfahrt im Osten zu erreichen.
Die Kirche in Dermbach gehörte ehemals zu einem Franziskaner¬kloster. Baumeister der barocken Saalkirche war wiederum Gallasi- ni, der sie im Anschluß an seinen Bau in Zella 1732-35 errichtete. Ihre Fassade erscheint weniger bewegt, sie wölbt sich nicht vor, ist flächig und straff gegliedert durch die schlanken Pilasterbänder, die zum Giebel und zum verschieferten Dachreiter aufstreben. Auch die Innenwände schwingen nicht einwärts. Der Formenreichtum gibt den Altären ein weit kraftvolleres, voluminöseres und raumbeherr¬schendes Gepräge, das die dunkle Marmorierung noch unterstreicht. Unterhalb der Konventbauten erstreckt sich der Ort. Dazwischen liegt auf halber Höhe die evangelische Kirche von 1714, gleichfalls ein barocker Saalbau mit rechteckigem Chorraum. Der Westturm gibt zu erkennen, daß der Bau bereits auf eine ältere Anlage zurück¬geht. Das Kircheninnere umziehen Emporen; Kanzelaltar und Orgel entstammen gleichfalls dem 18. Jh. Auf den Ausbau des Ortes zu Be¬ginn des 20. Jh. deutet eine Reihe von Häusern aus dieser Zeit hin. Die Entdeckung des Felda-Tals für Wanderer und Urlauber in jenen Jahren verdeutlicht der Fachwerkbau des Gasthauses >Sächsischer Hof< nahe der Kreuzung der beiden Hauptstraßen.

Sehen Sie mehr: Halong Vietnam | Vietnam Rundreise 7 Tage | Klima Kambodscha | Mekong Reisen

Das Grabfeld 3

Auf der Nordseite des Großen Gleichberges liegt das schöne Fachwerkdorf Dingsleben. Entlang der Straße treten auch hier die Hausgiebel markant hervor. Der Kirchturm trägt eine geschweifte Haube. Ebenso reizvoll erscheint Haina mit dem spätgotischen sterngewölbten Chor der Kirche und einem kleinen barocken Brun­nenhaus. Beachtung sollte der Innenraum der Kirche von Wolf­mannshausen finden. 1615-18 entstand der Saalbau unter Einbezug des Chorturms einer älteren Kirche. Vor allem die profilierte Felder­decke gibt dem Raum sein Gepräge. Unter ihr wirken das schöne Ro-koko-Gestühl sowie der reiche Altar und die Kanzel, um die Mitte des 18. Jh. eingebracht, als elegant-verspielter Formenausgleich.

See more: ile de cat ba 2jours | mekong cantho chaudoc 3 jours | excursion Ninh Binh | visa au vietnam | saigon phnom penh 15 jours | croisière vietnam cambodge sur le mekong 12 jours

Noch wertvoller ist die Ausstattung der kleinen Dorfkirche in Bibra. Der Besucher wird durch die Zahl der Bildwerke und die hohe Qualität überrascht. Drei große Altäre entstanden in der Zeit des Neubaus der Kirche zwischen 1492 und 1503: Im Chor befindet sich der Kirchenväteraltar mit der Sitzfigur des Papstes Leo I. und Relief- sowie Malfiguren der Kirchenväter auf den Flügeln. An der nördlichen Ostwand des Kirchenraumes steht der Apostelaltar mit einer Abbildung der Schar der elf Jünger um Christus sowie dem Ma­rienbild. Der Altar an der südlichen Wand des Raumes trägt eine fi­gürliche Darstellung der Verkündigung Mariens. Die reich gestalte­ten Schreine werden der Werkstatt Tilman Riemenschneiders in Würzburg zugeschrieben. Auch die Konsolfiguren im Chor und der Grabstein des Hans von Bibra könnten in dieser Meisterwerkstatt entstanden sein. Die übrige Ausstattung der Kirche stammt gleich­falls aus der Erbauungszeit.

Die Herren von Bibra standen in enger Beziehung zum Bistum Würzburg. Kilian von Bibra war nicht nur Stifter der Kirche, sondern zugleich Dompropst zu Würzburg. Der Stammsitz der Herren von Bibra, die Burg Bibra, blieb jedoch nur in Teilen erhalten. Seit dem 12. Jh. war sie kontinuierlich zu einer mächtigen Anlage mit zwei Wehrmauern erweitert worden, ln der Reformation schon ein Wie­dertäuferzentrum, gelangte sie während des Bauernkrieges 1525 in Besitz der Aufständischen und wurde zerstört. Erhalten blieben die heute wiederhergestellte Kemenate und eindrucksvolle Befesti­gungswerke der einstigen inneren Mauer mit acht Wehrtürmen. Da­neben wurde 1558 das Neue Schloß errichtet. Südwestlich von Bibra liegt Berkach. Hier lohnt der Besuch jüdischer Monumente und der restaurierten Synagoge von 1854.

In Bauerbach erinnert das Schiller-Haus an einen Aufenthalt des Dichters. 1782 war er, 23jährig, auf Einladung der Frau von Wolzogen hierher gekommen, um für ein halbes Jahr Asyl auf dem Gut der Fa­milie zu finden. Das einstige Gutshaus wurde durch die ehemaligen Nationalen Forschungs- und Gedenkstätten der klassischen deut­schen Literatur in Weimar als Schiller-Gedenkstätte eingerichtet. In Schillers Zufluchtsort der »philosophischen Stille« blieb dicht bei der Gedenkstätte auch das einstige Gutsverwaltungshaus, das der junge Dichter bei seiner Ankunft in Bauerbach zuerst betrat, bestehen, und ebenso das später ausgestaltete Gasthaus >Zum Braunen Roß<.

Das Dörfchen Henneberg schmiegt sich eng an die steil aufragen­de Bergkuppe, über der sich bis 1525 eine der größten Burgen der fränkisch-thüringischen Landschaft erhob. Die Stammburg des mächtigen Henneberger Grafengeschlechts ist 1096 erstmals er­wähnt. Geblieben sind jedoch nur die beachtlichen Ummauerungen und ein etwa 15 m hoher Stumpf des runden Bergfrieds. Die heutige Dorfkirche entstand erst nach dem Verfall der Burgkapelle im ersten Viertel des 17. Jh.

Lesen SIe mehr: Vietnam Halong, Vietnam Rundreise 12 Tage, Impfungen Vietnam Kambodscha, Mekong Flussreisen

Das Grabfeld 2

In besonderer Weise war Römhild in seiner mittelalterlichen Ge¬schichte dynastischen Wechselspielen unterworfen. Im 12. Jh. unter¬stand es zunächst den Hennebergern. Unter ihrer Herrschaft entwik- kelte sich Römhild zwischen dem Klosterort Milz und dem Burgort Haina am Ende des 13. Jh. zu einem Straßenmarkt, als den man noch deutlich die heutige Stadtmitte erkennt. Dann spalteten sich die hennebergischen Besitzerlinien mehrfach auf, und so waren die Interessen der Henneberg-Römhilder Linie, die inzwischen Herr auf dem Schloß Hartenberg neben dem Städtchen war, zeitweise baye¬risch, zeitweise schleusingisch, dann würzburgisch, auch einmal mansfeldisch ausgerichtet. Mit den Ernestinern gelangten 1640 Sachsen-Altenburg und 1672 Sachsen-Gotha in den Besitz Röm- hilds. 1680-1710 bestand ein eigenes Herzogtum Sachsen-Römhild, ehe es über Coburg-Saalfeld und Gotha 1826 endgültig meiningisch wurde. Thüringer Geschichte im Spiegel einer Kleinstadt – und die¬ser Spiegel ist blitzblank: Die Römhilder Stadtkirche zeigt sich nicht nur hervorragend restauriert, sie birgt auch hochrangige kunstge¬schichtliche Sehenswürdigkeiten. Von einem ersten städtischen Kir¬chenbau blieb der Turm in der Nordostecke zwischen Chor und Langhaus bestehen. Mit der Gründung eines Kollegiatsstiftes durch die Henneberger Grafen 1447 begann der spätgotische Neubau der nur dreijochigen doppelchorigen Hallenkirche. Steinerne Emporen¬einbauten, die ornamentale Doppelrippenwölbung sowie die Aus¬malung und der Altar der 70er Jahre des 17. Jh. verleihen dem Kir¬chenraum seine prachtvolle Wirkung. In der südlich angebauten Gruftkapelle stehen die großartigen Henneberger Bronze-Grabmä- ler, die für den Grafen Otto 1488 sowie für den Grafen Hermann VIII. und seine Gemahlin Elisabeth von Brandenburg 1507-12 in der Werkstatt Peter Vischers d. Ä. in Nürnberg gegossen worden sind. Nicht minderen Rang besitzen weitere sieben Grabsteine im Ostchor.

See more: ile de cat ba 2jours | mekong cantho chaudoc 3 jours | excursion Ninh Binh | visa au vietnam | saigon phnom penh 15 jours | croisière vietnam cambodge sur le mekong 12 jours
Wenn auch ein Stadtbrand 1891 die Bauten Römhilds schwer in Mitleidenschaft zog, so hat sich doch rings um die Kirche und um das mit dem Giebel-Dachreiter hervortretende Rathaus das ur¬sprüngliche kleinstädtische Marktbild erhalten. Den südlichen Stadtzugang markiert der Stadtturm aus der Mitte des 15. Jh. Der Wappenbrunnen von 1914 vervollständigt das historische Bild des Straßenmarktes. Am nordöstlichen Stadtausgang liegt die Burg, die zwischen 1539 und 1546 zu einem Wohnschloß umgestaltet wurde. Einen weiteren Umbau erfuhr die Anlage 1676-80; als Baumeister ist Christian Richter II. genannt, der auch an dem Meininger Schloß ar¬beitete. In dieser Zeit erhielt das Schloß auch den neuen Namen Glücksburg. Die unterschiedlichen Bauphasen lassen sich in den noch mittelalterlichen Mauerteilen und im Vorder- und Hinter¬schloß gut erkennen. Die begonnene Restaurierung der Gesamtanla¬ge wird das Schloßensemble mit Sicherheit aufwerten.
Schnurgerade führt die Straße zu den beiden Gleichbergen ost¬wärts aus Römhild heraus. Schon in alten Schriften wurden die bei¬den flachen Kuppen similes, >ähnliche< oder >gleiche<, genannt. Die auf dem Kleinen Gleichberg, der südlichen der beiden Erhebungen gelegene keltische Burgsiedlung fand im historischen Einführungs¬kapitel des Buches schon Erwähnung. Insgesamt haben sich etwa 10 km Ringwälle erhalten. Aus Basaltbrocken aufgeschichtete Trocken¬mauern stellen noch immer eindrucksvolle Reste eines der kulturel¬len Kernpunkte des 8.-1. Jh. v. Chr. dar. Bei Steinbrucharbeiten zwi¬schen 1838 und 1927 wurden sie aus Unkenntnis zum Teil zerstört; erst die archäologische Erforschung des gesamten Terrains zu Be¬ginn des 20. Jh. gebot Einhalt. Ruine ist auch eine kleine mittelalter¬liche Kapelle auf der 642 m hohen Bergfläche. Den eindrücklichsten Gesamtüberblick zur Geschichte der Gleichberge und jener vor¬christlichen Epoche vermittelt das Steinsburgmuseum, das im Ein¬schnitt zwischen beiden Bergen am Fuße des einstigen Siedlungs¬platzes 1928 eröffnet wurde – entworfen vom Baumeister des Mei¬ninger Theaters, Karl Behlert.

Besuchen Sie uns unter: Vietnam bay Halong | Vietnam Rundreise 14 Tage | Kambodscha Reisetipps | Mekong river cruise reviews

Das Grabfeld

Von Heldburg nach Bauerbach
Sucht man nach dem Ursprung des geographischen Begriffs >Grab- feld<, so wird deutlich, daß es sich eigentlich um einen biologisch-to¬pographischen Landschaftsnamen handelt. Carpinus betulus, die wissenschaftliche Bezeichnung der Weißbuche, soll die Quelle des Namens sein: ein Landstrich einst ausgedehnter Wälder also, Bau-ernland im Windschatten von Rhön und Thüringer Wald, zu weit im Süden Thüringens, zu weit im Norden Frankens, um eine zentrale Stellung einzunehmen, zu lange – fast ein halbes Jahrhundert! – ab¬geschottetes innerdeutsches Grenzland, um überhaupt bekannt zu sein. Vielleicht deshalb erhielt sich hier so viel Reizvolles. Dörfer blieben Dörfer, kleine Städtchen lebten ohne allzuviele Neuerungen.

See more: ile de cat ba 2jours | mekong cantho chaudoc 3 jours | excursion Ninh Binh | visa au vietnam | saigon phnom penh 15 jours | croisière vietnam cambodge sur le mekong 12 jours
Beginnen wir die Reise wenige Kilometer westlich von Coburg in Thüringens kleinster Stadt, in Ummerstadt. Ein halbes Tausend See¬len leben heute in der mittelalterlich begründeten Marktsiedlung. Die 1990 restaurierte barocke Stadtkirche läßt ahnen, daß der Stadt durchaus einmal Bedeutung zukam, nicht nur im Mittelalter, von dem romanische Reste am Chor der Kirche zeugen. Das Rathaus und eine Reihe ebenso in Fachwerk errichteter Bürgerhäuser gehen auf die Renaissance- und Barockzeit zurück. Heldburg – heute Bad Col- berg-Heldburg – wird schon 837 als fuldischer Ort genannt. Es geriet seit dem Mittelalter in hennebergischcn, dann Nürnberger und schließlich wettinischen Besitz. Die Nürnberger Burggrafen unter¬strichen ihren Einfluß mit der >Fränkischen Leuchte< hoch oben auf dem 403 m emporragenden Bergkegel. Jene Burg sollte in wettini- scher Zeit zwischen 1558 und 1563 durch Nikolaus Gromann – der in Weimar, Gera und Altenburg ebenso wirkte – zur Veste erweitert und umgestaltet werden. Ernst der Fromme von Gotha ließ die Schloßkirche ausbauen. Noch burgartig in der Anlage zeigt sich der südwestliche Flügel mit der Zufahrt, welchen der im 19. Jh. bekrön¬te >Hexenturm< überragt. Daran schließt nach Nordwesten hin der sogenannte Kommandantenbau an. Der nördliche Flügel birgt mit¬telalterliche Teile und die inzwischen verfallene Schloßkirche. Gro- manns Werk ist vor allem der französische Bau< an der Südostsei¬te des Burghofs. Seine Hoffront wurde im Sinne eines Palastes ge¬staltet, wobei den beiden prächtig verzierten Erkervorbauten ein besonderes Gewicht zukommt. Französische und italienische Re-naissance-Musterbücher dürften die Vorlagen für den fast üppigen plastischen Dekor geliefert haben. Ihn haben zwar die Restaurato¬ren im 19. Jh. in einigen Details verändert, doch wird die im Gang befindliche Restaurierung die Schäden des Brandes von 1982 be-seitigen – das Architekturbild des Hofs ist bereits zurückgewonnen. Die Renaissance-Ausstattung im Französischen Bau dürfte hinge¬gen verloren sein. Am Fuße der Veste umgibt die mittelalterliche Wehr die kleine Fachwerkstadt mit reizvollen Bauten.
Nordwestwärts rücken die beiden Gleichberge als landschaftsprä¬gende Erhebungen ins Blickfeld. Ehe man zu den dort noch vorhan¬denen frühgeschichtlichen Zeugnissen gelangt, bieten sich in den Dörfern eine Fülle schöner alter Fachwerkbauten und interessante kleine Kirchen dar. Zwei Wege führen nach Römhild und zu den Gleichbergen. Der östliche verläuft über Bedheim, wo sich eine Schloßanlage des ausgehenden 16. Jh. erhalten hat. Über ihre zwei¬geschossigen Flügel ragt die Haube des runden Treppenturms empor; im Barock wurde besonders der nördliche Bauteil durch Giebel und Portale hervorgehoben. Noch bemerkenswerter ist die Dorfkirche: Der barocke Saal entstand seit 1696 an dem Chorturm der älteren Kirche aus der Zeit um 1290; Ausmalungen aus jener gotischen Epo¬che sind noch in dem gewölbten Chor zu sehen. Den Gemeinde¬raum beherrschen die zweigeschossigen Emporen und der hohe Patronatsstuhl. Die Emporenbrüstungen schmücken Darstellungen biblischer Szenen, der Patronatsstuhl und die Felderdecke tragen ebenso reiche Bemalungen, die zum Teil als Marmorierungen ange¬legt sind. Aus der Erbauungszeit stammt auch die reich geschnitzte und bemalte Kanzel mit Schalldeckel. Darüber am Chorbogen das Orgelpositiv von 1711: eine Einmaligkeit, denn das Hauptwerk ist an der Westwand angebracht, die 16 m lange, auf den Dachboden ver¬legte mechanische Traktur verbindet beide Orgelteile miteinander.
Fachwerk prägte einst das ganze Grabfeld. Es ist auch noch in vie¬len Orten anzutreffen, wenngleich die Wünsche und Vorstellungen der heutigen Bewohner sich immer deutlicher in der veränderten Durchfensterung und in zahlreichen An-, Um- und Ausbauten mar¬kieren. An der >Westroute< nach Römhild liegen die Dörfer Linden, Eicha, Gleichamberg sowie Milz, die wohl zu den besterhaltenen hi¬storischen Fachwerkorten zählen. In Giebelstellung präsentieren sich hier die Wohnbauten der alten Fachwerkhöfe am Dorfanger und an der Dorfstraße, fränkischer und hessischer Einschlag kennzeich¬net Konstruktion und Gestalt der Häuser. Besonders in Linden ist die einstige Dorfstruktur mit Teich und Backhaus sowie der Kirche im Blickpunkt noch immer deutlich ausgeprägt. Wie hier wurde auch in Gleichamberg die spätgotische Kirche während der Barock¬zeit ausgestaltet. Ihre Emporen sind mit biblischen Szenen ge¬schmückt und reich bemalt. Der Chorturm des spätmittelalterlichen Kirchenbaus überragt den Ort. Spätgotisch ist auch die von einer Wehrmauer umgebene Kirche zu Milz, wo man wiederum auf eine Reihe schöner Fachwerkbauten trifft. Wohl schon im 8. Jh. gab es hier ein Kloster, von dem urkundlich im Jahr 800 die Belehnung mit einen Ort Rotemulte – vielleicht Römhild – erwähnt ist.
Wenngleich sich in Römhild neben der Landwirtschaft Industrie ansiedelte, bewahrt die Stadt doch ihr traditionelles volkskünstleri¬sches Handwerk der Töpferei. Der Töpferhof bildet den Ausgangs¬punkt für das Volksfest des Töpfermarktes in der Stadt – ganz ähn¬lich dem sächsischen Kohren-Sahlis.

Für mehr Infos: Ha Long, Vietnam 2 Wochen Rundreise, Kambodscha Reiseinfo, Mekong Schiffsreisen

Von Bad Liebenstein nach Vacha

Der Kurort Bad Liebenstein verdankt sein Entstehen den Eisen- und Kochsalzquellen in den tief eingeschnittenen Tälern am Rande des Thüringer Waldes. Der Liebensteiner Herr vom Stein ließ die Quellen zu Beginn des 17. Jh. erstmals fassen. Sein Sitz, die Burg Liebenstein, ist seit dem späten 17. Jh. Ruine. Im frühen 19. Jh. wiederentdeckt, wurden ihr mächtiger, auf unregelmäßigem Grundriß gewachsener Palas und die einstigen Umfassungsmauern gesichert. Diese Restau¬rierung erfolgte zeitgleich mit dem Ausbau des Ortes zu einem Mo¬debad für adlige und andere betuchte Patienten durch die Meininger Herzoge. Seit 1800 entstand so die zunächst klassizistisch geprägte Bäderarchitektur mit Fürstenhaus, Brunnentempel, Kirche und Park. 1860 entwarf der Münchner Ludwig Lange >Haus Feodora< im Schweizer Landhausstil, die Ausmalung besorgte Heinrich Spieß. Bis in die Gegenwart ist Bad Liebenstein dann zu einem großange¬legten Kurort für Herz-Kreislauf-Patienten ausgebaut worden, be¬hielt aber doch viel von seinem ursprünglichen Ambiente.
In den umliegenden Orten gibt es mehrere kleine Schlösser. Etwa 2 km nördlich von Bad Liebenstein liegt die ehemalige Sommerresi¬denz der Meininger Herzoge, Schloß und Park Altenstein. Aus dem mittelalterlichen Burggelände war schon im Barock eine Gartenan- lage mit Schloß entstanden. Dieses baute 1887 Albert Neumeister für Georg II. in prächtiger Neorenaissance völlig neu, Brandschäden von 1982 sind inzwischen äußerlich behoben, das Innere harrt noch der Renovation. Hermann Fürst Pückler und Eduard Petzold gestalteten den Landschaftspark zum wohl beeindruckendsten Thüringens.
Von hier schweift der Blick weit über das Werratal bis zu den Höhen der Rhön und zum davor liegenden Bad Salzungen. Dessen Geschichte reicht weiter zurück als die Liebensteins, denn es gilt als ältestes Solebad – bereits von den hier siedelnden Kelten kreiert und genutzt! Geblieben ist von ihnen außer archäologischen Fundstücken nichts, ebensowenig vom 775 erwähnten karolingischen Krongut und kaum mehr aus der fuldischen, Hersfelder, Henneberger und wettini- schen Herrschaftszeit – bis auf die Salzförderung. Sie führte mit den Bauernaufständen 1525 zu einer ersten Berggenossenschaft der Salz¬knappen, zumindest für einige Zeit. Weil zwei große Brände 1707 und 1786 Salzungen nahezu völlig vernichteten, kennzeichnen heute die Zeit danach und insbesondere die Jahre seit 1990 das Bild des Bade¬ortes rund um den Burgsee: Über ihm bilden auf der Felswand die im Barock komplett erneuerte Stadtkirche, das Rathaus, die »Schnepfen¬burg« – das historische Gerichtsgebäude – und der Haunsche Hof ei¬nen alten Kern. Ein jüngerer entstand 1795 und 1892 rings um das Gradierwerk mit den Kuranlagen. Deren schön restaurierte reiche Fachwerkarchitektur wirkt als besondere Zierde des Kurbades und prägt zusammen mit dem noch aus der Mitte des 19. Jh. stammenden Bahnhofsgebäude sowie dem Solebohrturm von 1868 dessen nördli¬chen Stadtteil. Mittelalterlich die Ruine der Husenkirche und die Wendelkirche jeweils am Stadtrand. Neues und Modernes ist im letz¬ten anderthalb Jahrzehnt geschickt den überkommenen engen Stadt¬räumen hinzugefügt worden, und in gleicher Weise erfuhren die Kur¬anlagen im weiteren Stadtgebiet zahlreiche Ergänzungen.
Vor dem südlichen Hang der Salzungcr Hochfläche liegt das ein¬gemeindete Dorf Wildprechtroda. An der tiefsten Stelle des Ortes steht das Renaissanceschloß. Es war ursprünglich eine Wasserburg; von den Gräben ist heute zwar nichts mehr zu erkennen, doch die isolierte Lage der Bauten läßt die einstige Struktur noch erahnen. Ehemals befand sich hier auch ein kleiner Park. Die zwei architekto¬nisch unterschiedlichen Flügel des Schlosses umfassen einen winzi¬gen Innenhof, aus dem ein flacher Treppenturm herausragt. Wäh¬rend der westliche viergeschossige Schloßflügel schmucklos und von kemenatenartiger Gestalt blieb, zeigt der zweigeschossige Ostflügel Renaissance-Charakter. Er besitzt je zwei Giebel über den Ecken, zwei davon vor den Zwerchhäusern an der Längsseite. In den Volu¬ten der Giebel sind schon barocke Anklänge zu erkennen. Unregel¬mäßiges Quadermauerwerk, aber sorgfältige Eckquaderungen lassen auf einen ursprünglichen Putzbau schließen.
Westwärts tritt nun die Werra ins alte Kali-Abbaugebiet um Tiefen¬ort ein. Inmitten der breiten Talsohle erhebt sich der steile Bergkegel mit der Krayenburg, die als hersfeldische Befestigung die Landschaft weithin beherrschte. Die romanischen Burgruinen der fünfseitigen Festungsanlage haben sich erhalten, ein Teil von ihnen ist in den 20er Jahren für die Gastronomie ausgebaut worden.
Zwischen ausgedienten Bergwerksanlagen und Fördertürmen im Tal und den waldigen Hängen ist Vacha der letzte Ort im oberen Werra-Tal. Die Kelten siedelten hier, nahe den Salzquellen, und ein fränkisches Königsgut wird unterhalb des 627 m hohen Ochsen für das 9. Jh. vermutet. Schon im Mittelalter zerstörten die Hochwasser des Flusses die Brückenbefestigung in dem fuldischen Ort. Mit der Umwehrung der Stadt – drei der Mauertürme haben sich erhalten – und der Burg Wendelstein suchte das Kloster Fulda als Stadtherr sei¬ne Besitzung zu sichern. Im 14. Jh. errichtete man bereits eine erste steinerne Werrabrücke. Schönstes Bauwerk der Stadt ist die >Wide- mark<, der dreigeschossige Fachwerkbau des Rathauses über dem steinernen Renaissance-Unterbau von 1613 am Südende des langge¬streckten Vachaer Marktes. Reiche Schnitzereien schmücken das Haus; sein zu einer Mansarde ausgebautes Dach bekrönte ein barok- ker Dachreiter. Der Name >Widemark< geht auf Caspar Widemarkter zurück, der sich im gesandtschaftlichen Dienst des Kasseler Hofes und als Kommandant von Kassel dieses Wohnhaus bauen ließ und hier 1621 starb. Rot wie die alte Werrabrücke leuchtet auch das klas¬sizistische Steingewand der Kirche neben dem Rcstbau des Schlosses. Beide Gebäude prägen die Stadtsilhouette im breiten Talgrund. 1824 entstand neben dem noch romanischen Turm das heutige Kir¬chenhaus. Vom Servitenkloster vor der Stadt blieb nach dessen Auf¬lassung 1467 lediglich der Chorbau mit spätgotischer Wandmalerei.

Sehen Sie mehr: Halongbay | 2 Wochen Rundreise Vietnam | Kambodscha Reisewarnung | Mekong river cruises reviews

Schmalkalden 2

Unmittelbar am Luther-Haus führt die steile Schloßgasse hinauf zur Wilhelmsburg. Auf dem Hügel über den drei zusammentreffen¬den Tälern und hoch über den Dächern war sie seit 1585 Sitz der hessischen Stadtherren. Wilhelm IV. von Hessen hatte die alte Burg und eine benachbarte Stiftskirche abreißen lassen, um hier genau wie im fuldischen Rotenburg und in Kassel einen Schloßneubau zu errichten. Man weiß aus den Überlieferungen um den Kunstsinn des Landgrafen, und so dürfte er unmittelbar Einfluß auf das Baugesche¬hen genommen haben. Die Leitung lag in den Händen des Baumei¬sters Christoph Müller und seines Sohnes Hans. Sie schufen den Vierflügelbau, der sich um den quadratischen Hof gruppiert. Schon 1586, ein Jahr nach Baubeginn, war die Innenausgestaltung im Gan¬ge, wozu man den holländischen Stukkateur Wilhelm Vernucken und die Maler Jost vom Hoff und Caspar van der Borcht, Georg von Ypern, Georg Kronhard und andere Meister aus Kassel nach Schmalkalden geholt hatte. Mit der Restaurierung des gesamten Bauwerks seit 1963 konnte der plastische und malerische Bildreich¬tum des Schloßinneren zurückgewonnen werden. Prachtvoll und zart zugleich erscheinen Stuckverzierung und Bemalung der sich über drei Geschosse des Südflügels erstreckenden Schloßkapelle. Neben den entsprechenden Bauten in Stuttgart (Altes Schloß), Tor¬gau und Augustusburg in Sachsen gehört sie zu den bedeutendsten Raumschöpfungen des protestantischen Kirchenbaus der Renais¬sance. Erstmalig wurden hier Altar, Kanzel und Orgel übereinander angeordnet. Die Orgel ist das älteste in Thüringen erhaltene Instru¬ment. Den niedrigen Riesensaal überspannt eine große farbige Kas¬settendecke, den Weißen Saal schmücken wiederum feingliedrige Renaissance-Stukkaturen. In anderen Schloßräumen findet man zum Teil erhaltene, zum Teil restaurierte und rekonstruierte Tür- und Fensterummalungen.
Das Museum der Wilhelmsburg bietet interessante Dauerausstel¬lungen, darunter auch einen Überblick zur Geschichte der Schmal- kaldener Kleineisenfertigung, für welche der spätmittelalterliche Bergbau die Grundlage geschaffen hatte. Im 17. Jh. entstanden rings um das Schloß Terrassengärten, die wie das Tor, Brau- und Backhaus inzwischen restauriert wurden. Erneuert werden auch die Kasemat¬ten der Pfalz unter dem Schloß und das Marstallgebäude aus dem 17. Jh. >An der Hoffnung< nahe dem Marstall steht der Pulverturm, Bastion der Stadtbefestigung des 14. Jh.
Ein interessantes Baudenkmal zur Technik-Geschichte ist die Neue Hütte, die an der Straße nach Waltershausen 1835 neben dem alten Hammerwerk von 1656 errichtet wurde. Auf die frühe Bedeu¬tung Schmalkaldens als Herstellungsort für Handwerksgerät wurde zuvor verwiesen. Aus der frühindustricllen Entwicklungsphase die¬ser auch heute das Profil der Stadt prägenden Werkzeugfertigung blieb hier ein nahezu komplettes Werksgelände bestehen. Die Fach¬werkarchitektur der >Happelshütte<, wie das Werk nach dem Grün¬der des alten Hammerwerkes auch genannt wird, umschließt einen 12 m hohen Holzkohle-Hochofen. In dem klassizistisch geprägten Bauwerk mit hohem Mittelaufbau ist ein Technisches Museum ein-gerichtet, das mit Kunstgraben, Wasserrad und Zylindergebläse so¬wie dem Hüttenmeisterhaus und anderen historischen Gebäuden seine Abrundung erfährt.

Lesen Sie mehr: V Spirit cruise Halong bay14 Tage Rundreise Vietnam, Kambodscha Reiseroute, Flussreise Mekong