Nordhausen

Nähert man sich aus südlicher oder südwestlicher Richtung dem Harzmassiv, zeichnet sich vor dessen Abhängen eine der ältesten Städte Thüringens ab: Nordhausen. Rasch verliert sich indes der Gedanke an Mittelalterliches, je näher wir der bebauten Landschaft kommen. Wo bis ins letzte Jahrzehnt des 20. Jh. Fabriken und graue Werkhallen standen, säumen heute Gewerbeflächen die Asphalt¬bänder und die Autobahn. Die verbliebenen alten Häuser und Wohnquartiere erscheinen kaum charakteristisch, und neu Gebau¬tes ist wenig landschaftsverbunden. Verkehr und Gewerbe beherr¬schen das Tal, durch das einst Pferdegespanne Getreide aus der Goldenen Aue zur Verarbeitung in die Stadt zogen und Eisenbahn- Güterzüge hier gefertigte Maschinen und andere Geräte aus ihr her¬aus weiterbeförderten. Erst seit 1992 erfaßt neues städtisches Flui¬dum die Bahnhofstraße, durch die man zur Oberstadt gelangt. Die kennzeichnete einst niedersächsische Fachwerkbaukunst, ehe sie durch die Bombardements im Zweiten Weltkrieg zu mehr als zwei Dritteln dem Erdboden gleichgemacht wurde. Nordhausen war zum Rüstungszentrum ausgebaut worden und damit alliiertes Angriffs¬ziel. Als man 1952 an den Wiederaufbau ging, der mit der Rauten¬straße begann, entstand eine völlig andere, neue Stadt. Was sich an Historischem noch erhalten hatte, verschwand weitgehend. Zwar entwarfen Architekten auf ihren Reißbrettern auch Restaurierungs¬pläne, doch in Angriff genommen wurden diese nie. Vielmehr be¬stimmt die Stadtteile um den Obermarkt und die breitenVerkehrs- straßen der »Charme« der Großplattensiedlungen ohne eigentliche städtische Infrastruktur. Auch neueste Ergänzungsbauten vermögen nicht darüber hinwegzutäuschen. Zwar verblieb das Rathaus als Zeugnis der historischen Stadtmitte, doch ist an ihm und in Inneren längst nahezu alles Mittelalterliche modernen Anforderungen angepaßt worden. Erhalten blieb der Roland, eine Neuanfertigung von 1717 nach dem Verlust der mittelalterlicher Figur.

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Was der Krieg von der südwestlichen Oberstadt verschont hatte, ist in den Jahren zwischen 1970 und 1988 ausgedehntem Flächenabriß zum Opfer gefallen. Die hier vorgesehene »neue« Stadt wurde indes nicht zu bauen begonnen, und so konnte sich gerade dieser zu großen Teilen devastierte Stadtraum zwischen den wenigen verbliebenen hi¬storischen Häusern neu bestocken wie um das Gildehaus nahe der er¬haltenen und inzwischen restaurierten Stadtmauer am steil abfallen¬den westlichen Berghang der Oberstadt. Und für die noch wüste Kern¬fläche des Abrißgebietes ist eine altstadtverträgliche Ncubebauung be¬reits angekündigt. Ein letzter historischer Stadtraum blieb um die Bar¬füßerstraße zwischen Dom und Blasiikirche bestehen, wo seit 1990 schon vieles liebevoll erneuert worden ist. Tradition gilt nun auch bau¬lich wieder etwas in Nordhausen – braulich ist sie nie erloschen, denn der »Nordhäuser Kornbrand« läuft nach wie vor!
Geblieben ist schließlich mit dem Verlust der alten Stadt die Erinne¬rung an die Leiden der Häftlinge des Außenlagers Dora vom Konzen¬trationslager Buchenwald. Unter dem Kohnstein zwischen Nordhau¬sen und Niedersachswerfen begann schon 1936 der Ausbau einer bombensicheren Rüstungsfabrik. Seit 1943 mußte man die Stollensy¬steme für die Herstellung der V-Waffen erweitern. Eine Gedenkstätte gemahnt an die 16 000 Verschleppten, die hier ums Leben kamen.

Rundgang
Im 9. Jh. kreuzten sich unmittelbar vor dem Harz die großen Han¬dels- und Kolonisierungswege, welche einerseits aus dem Westfäli¬schen über Tilleda und Allstedt bis nach Merseburg zur Saale führ¬ten, andererseits nordwärts um den Harz herum in Richtung Magde¬burg und südwärts über Mühlhausen und Erfurt verliefen. Eine erste Siedlung in jener Zeit wird im Tal um die heute nur noch in ihren Ostteilen erhaltene romanische Frauenbergkirche (s. S. 365) vermu¬tet. Ein karolingischer Hof entstand auf dem Westrand des Stadtpla¬teaus über dem Zorge-Tal, woraus mit großer Wahrscheinlichkeit die Burg Heinrichs 1. hervorging. Sie ist für 910 nachgewiesen und be¬stand bis 1277. Zu ihrem präurbanen Umfeld gehörte der Domberg, wo um 1130 eine romanische Kirche entstanden war. Dabei handelt es sich um einen zweiten Bau an dieser Stelle, denn Königin Mathil¬de (Ehefrau Heinrichs I.) hatte 961 in der königlichen Burg ein Da¬menstift gegründet, mit dem sich bereits eine frühere Kirche verband. Diese erste Burg-Stadt erstreckte sich auf dem Plateau südwärts, ihre nordöstliche Begrenzung zeigt sich noch in der Straßenkrümmung zwischen Blasiik’rchc und Dom. Ein Marktplatz lag in der Vorstadt, denn 962 erhielt der Ort bereits Markt-, Zoll- und Münzrecht. Allein darin drückt sich die Bedeutung jener Siedlung aus, die sie unter Heinrich I. besaß. Wie umstritten der Ort aber auch war, zeigt sich darin, daß ihn Heinrich der Löwe 1180 niederbrennen ließ.

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