Meiningen und Umgebung 3

Diese schlugen sich baulich in der Repräsentationsachse der Stadt am Englischen Garten (s. u.) nieder. Schon während der spätklassi- zistischen Epoche war diese Prachtstraße, welche die historische Stadtachse nach Norden fortsetzt, ausgestaltet worden. An ihr er¬richtete man seit 1829 das Theater, das Kleine und das Große Palais von Daniel Schaubach. Weltruhm und der Theaterbrand gleicherma¬ßen führten hier nun wiederum zu Neubauten: 1908/9 schuf Karl Behlert wohl in engem Gedankenaustausch mit dem >Theaterher- og< das neue große Theater mit klassischer Außengestalt. Zeitlich parallel erweiterten die Bankhäuser, Villen und der Kaufhausbau in den 30er Jahren diesen >Meininger Kurfürstendamm<. Im heutigen Goethepark erinnert noch vieles an den Englischen Garten: so die künstlichen Seen, die romantische Gartenarchitektur und die Denk¬mäler, die neogotische Gruftkapelle, welche August Wilhelm Doeb- ner 1839-41 als herzogliche Grabanlage schuf, die Steinbogenbrük- ke. das Jean-Paul-Denkmal von Münchens Bavaria-Schöpfer Lud¬wig Schwanthalter, das Brahms-Denkmal von Adolf von Hildebrand.

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Nördlich der Stadt erhebt sich inmitten des auch in seiner urbani- sierten Gestalt reizvollen Werra-Tals auf einem Bergkegel Schloß Landsberg. Herzog Bernhard II. ließ es anstelle der mittelalterlichen bischöflich-würzburgischen Schutzburg errichten. Diese war von den aufständischen Bauern im 16. Jh. zerstört worden. Später sprengte man sie dann, um Platz für den Schloßbau zu schaffen. Da¬bei blieb ein Turm umgestürzt liegen. Doebner, den wir soeben als Erbaucr der herzoglichen Gruftkapelle kennen lernten, hat das Bau¬werk in enger Anlehnung an Karl Friedrich Schinkels Entwürfe preußischer Schlösser gestaltet. Im Sinne der Burgenromantik fügt sich die Baugruppe aus zinnenbewehrten Häusern, spitz behelmten Türmen und mächtigen Bastionen zu einem malerischen Gesamt¬kunstwerk. Das Innere mit dem hier schon in den 70er Jahren einge¬richteten und heutigen First-Class-Hotcl mag manchen sowohl mit der historischen Ausstattung als auch dem gastronomischen Ange-bot überraschen. Zusammen mit dem Schloßbau 1836-40 entstand die Meierei im seinerzeit neu-modernen alpcnländischen Stil.
Ein kleiner Abstecher von Meiningen ostwärts führt zu einem der ältesten mittelalterlichen Bauzeugnisse dieser Landschaft ins Dorf Rohr. Hat man die steile Steigung aus dem Werra-Tal überwunden, führt die Straße in leichten Schwüngen abwärts ins Schwarza- und Hasel-Tal. Am Zusammenfluß von Hasel und Schwarza – letztere nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Flüßchen im Thüringer Schiefergebirge – liegt Rohr, und mitten in dem reizvoll engen Fach¬werkdorf erhebt sich der Kirchenhügel. Das 815 hier gegründete Be- nediktinerkloster bestand nur kurze Zeit. Im 10. und 11. Jh. folgte ein königlicher Hof. Hier fand 984 jener Reichtag statt, auf dem der Bayernherzog Heinrich der Zänker den im Streit mit den Kaiser Otto II. »sichergestellten« jungen Otto III. an dessen Mutter Theophanu zurückgab. Der Stein vor der Kirche erinnert daran. Mit einer ring¬förmigen Wehrmauer umgab man im Mittelalter die Kirche. Blickt man auf diese von der Nordseite, so wird die nur von winzigen Lu¬ken durchbrochene Kirchenmauer noch als Teil des ursprünglichen Baus, der karolingischen Pfalzkapelle mit kreuzförmigem Grundriß, erkennbar. Und in der Tat stammt das Kirchenschiff noch von jener Kapelle. Als ihr Querbau abgerissen wurde, erhielt die Südwand ab 1572 die gotischen Maßwerkfenster und der Turm seinen heutigen Aufbau. Das 17. Jh. brachte dem Kircheninneren die so reizvolle Ausstattung mit Emporen, Kanzelaltar und Orgel, zu denen im 18. Jh. noch die Südempore kam. Man muß in die Krypta hinabstei¬gen, um in den ältesten erhaltenen Raum zu gelangen: Sie stammt vermutlich aus dem 10. Jh. und wurde erst 1930 freigelegt. Unmittel¬bar den Pfeilern entwachsen die wuchtigen Gewölbe, die auch eine Grabkammer umfassen. Mit diesen Räumen, der völlig erhaltenen Ummauerung und dem Torturm verblieb hier eine der bedeutendsten Kirchenburgen Südthüringens.
Das Schwarza-Tal aufwärts folgt, eingebettet in die idyllische Landschaft, Schwarza mit dem Renaissanceschloß. Dieses wurde in den 30er Jahren des 16. Jh. errichtet, im 18. Jh. umgebaut und ist seit¬her leider nicht sonderlich gepflegt. Von der mittelalterlichen Was¬serburg, die einst an dieser Stelle stand, hat sich der Kemenatenbau erhalten. Wie Rohr war auch Schwarza schon in vorgeschichtlicher Zeit ein herausragender Siedlungsplatz. In Rohr vermutet man einen solchen im Bereich der Kirchenburg, in Schwarza trifft man südlich des Ortes auf bronzezeitliche Hügelgräber.
Von Schwarza aus gelangt man durch ein stilles, romantisches Sei¬tental des Schönau-Flüßchens zum kleinen Ort Christes. Unberührt vom Weltengetriebe scheint seine Wallfahrtskirche, die hier um die Mitte des 15. Jh. als bescheidene dreischiffige Basilika mit einem ge¬rade geschlossenen Choranbau errichtet worden ist. In ihrem Sakri-steiraum haben sich spätmittelalterliche Wandmalereien erhalten.
Marisfeld liegt ein wenig abseits südlich von Schwarza. Das rei¬zende Fachwerkdorf mit Renaissanceschloß und Park ist von einem Wassergraben umgeben. Von der befestigten Wehrkirche des Mittel¬alters blieb nur der Turm erhalten, das heutige Kirchenschiff ent¬stand im Barock.
Der Weg von Schwarza zurück nach Meiningen führt durch Kühndorf. Seine Häuser drängen sich am Hang des 740 m hohen Dolmar zusammen, überragt von der alten Johanniterkomturei. Mit zwei rechtwinkelig zueinander angeordneten Kemenaten sowie qua¬dratischem Bergfried und Torbefestigung hat sich der Kern der gro¬ßen Burg des frühen 13. Jh. erhalten. Allein die Mächtigkeit der bis zu 2 m dicken Mauern spricht für die Bedeutung und Wehrkraft der Anlage. Das ausgedehnte Vorburggelände bleibt trotz mancher spä¬teren Veränderung in den Scheunen-Umbauten noch gut erkennbar.

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