Jenseits der Stadt

Das Kircheninnere zeigt sich in nicht minder majestätischer Ge¬stalt als das Äußere. Hoch und imposant ragen die Schiffe auf. Die Chorfenster verfügen noch über die Verglasung aus dem späten 14. und dem 15. Jh. Unter den zahlreichen Bildwerken seien nur der große Flügelaltar von 1525 und drei weitere Malaltäre hervorge¬hoben. In dieser Kirche pflanzte ihr Prediger Thomas Müntzer die Regenbogenfahne auf, das Zeichen des Bauernaufstandes. Einen Monat später, am 28. Mai des gleichen Jahres, fand in der mächtigen Halle die Messe der Sieger über die Aufständischen statt.

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An der Stelle des mittelalterlichen Deutschordenshofes steht an der Ecke Herrenstraße die Pfarrei der Marienkirche. Ihr jetziges Ge¬bäude entstand allerdings erst nach dem Stadtbrand von 1689. Doch es erinnert an eine andere historische Persönlichkeit: Der Baumei¬ster Stüler, der für die Erneuerung der Marienkirche im 19. Jh. Be¬deutung erlangte, wurde 1800 hier geboren.
Die Herrenstraße, mehr noch die Holzstraße säumen geschichts¬trächtige Bauten. Da steht am Eingang zur Holzstraße der Hof des Klosters Zella, nach dem Brand von 1649 wie so viele Bauten dieses alten Blicdenviertcls über dem massiven Erdgeschoß mit zwei Fach¬werkgeschossen erneuert. Im 18. Jh. nahm ihn die Thum- und Taxis- sche Postmeisterei in Besitz. Alte Sitznischenportale wie am Haus Holzstraße 12 oder Höfe wie der des Antonius-Hospitals mit der Ka¬pelle geben dieser Straße ihr spezielles Flair. Östlich der Marienkir¬che standen im Mittelalter Brotlaube und Fleischhaus. Eine Be¬schreibung aller baulichen Reize etwa entlang der nordwestlichen Stadtmauer oder der vielfältigen Bildwerke in den Kirchen würde hier den Rahmen sprengen. So seien nur wenige von diesen Bauten erwähnt. Geblieben ist die Brotlaube, jedoch in der barocken Neugestalt von 1722. Der Steinweg zeigt sich >durch und durch< hi¬storisch: Hinter den im Laufe der Zeiten gewandelten Fassaden wur¬den nicht selten weit ältere Baukörper verborgen. Daneben sieht man modernisiertes Fachwerk, vom Klassizismus und vom Jugend¬stil geprägte Häuser und solche in neusachlichen Bauformen mit größtenteils restaurierten Fassaden. Solche Vielgestaltigkeit erinnert an den Erfurter Anger und verbindet ähnlich diesem – nur etwas be¬scheidener – Thüringisches mit >preußisch Neuem<. Während die drittgrößte Kirche der Stadt, die Predigerkirche nördlich des unteren Steinwegs, bis auf Reste verschwunden ist, wurde die Allerheiligen¬kirche (8), nachdem sie lange Zeit ungenutzt blieb, 1989 als Mu- scumsgalerie erneuert. Der ursprünglich gotische, barock umgestal¬tete Bau mit hohem Turm steht gleichfalls am Steinweg, gegenüber dem einstigen Predigerkloster. Im Osten außerhalb der mittelalterli¬chen inneren Stadtmauer findet man die Pfarrkirche St. Georg, ein gotisches Bauwerk vom Anfang des 14. Jh. mit einer kleinen Sechs-eckkapelle an der Südseite. Auch die Kilianikirche an der östli¬chen Stadtmauer stammt aus der Gotik, wurde aber nach dem Brand dieses zu den frühstädtischen Siedlungsräumen gehörenden Gebie¬tes barock erneuert und 1775 ausgemalt. Der Turm an der Nordseite trägt ebenfalls eine Barockhaube.
An der Südostecke der Altstadt erhebt sich die Martinikirche. Aus dem 14. Jh. stammend, erhielt sie nach 1464 die neuen Baufor¬men am Chor und einen barocken Turmhelm und im 19. Jh. schlie߬lich die spitze Holztonne. Die Pfarrkirche des Jacobiviertels im Südwesten der Altstadt ist eine dreischiffige Hallenkirche aus dem 14. Jh. Sie fiel einem Blitzschlag zum Opfer und wurde dann bis 1598 wiederaufgebaut und später erneuert. Mit ihren Doppeltür-men steht sie nahe der Stadtmauer, am Platz einer romanischen Vorgängerin.
Wie die Martinikirche ging auch die Nikolaikirche aus einem Ministerialenhof hervor. Ihr Südturm mit hohem Spitzhelm über¬ragt die Hallenkirche. Im Nordwesten liegt heute unterhalb des ho¬hen Stadtwalles die Petrikirche. 1893-95 ist die Halle >regoti- siert<, mit der bunten Dachdeckung, Nadelhelm und Fachwerk zur phantasiegetragenen Geschichtsinterpretation im Stadtbild gestaltet worden.

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