Jenseits der Altstadt

Im Südwesten der spätmittelalterlichen Altstadt hatte sich seit dem 18. Jh. ein eigenes kleines Zentrum um die westliche Neuwerkstraße entwickelt. Hier stand im Mittelalter ein Kirchenbau, aus dem 1731-35 die barocke Neuwerkskirche hervorging; markant ist der barocke Aufbau auf dem Ostturm. Neben der reichen Barock-ausstattung mit stuckierter Architektur und bemalter Decke findet man gotische Bildwerke. Das Madonnenbild der mittelalterlichen Neuwerkskirche, das 1370 geschaffen wurde, kann heute im Anger¬museum (s. S. 110) betrachtet werden.
Den Rand eines kleinen Parks nördlich dieser Kirche ziert das Schauspielhaus, das über den Klostergang zu erreichen ist. 1897 nach Plänen des Baumeisters Georg Weidenbach als Vereins¬haus errichtet, wurde es 1949 seinem jetzigen Verwendungszweck zugeführt und dafür gründlich umgebaut. In einer neuerlichen Um¬gestaltung 1974-78 versuchte man, die neobarock geprägte Außen-architektur weitgehend zu bewahren. An der Theaterstraße war schon 1867 der Fachwerkbau für ein Sommertheater entstanden. Dieser wurde 1894 zum klassizistischen Gruppenbau umgestaltet, wobei er den antikisierenden Dekor erhielt. Schließlich trifft man am Ende der Kartäuserstraße, die über den Karl-Marx-Platz zu er¬reichen ist, auf das Gelände des einstigen Kartäuserklosters. Die 1375 mit dem Kloster erbaute Kirche wird schon seit dem 19. Jh. nicht mehr genutzt. Ihre barocke Fassade geht wie die der Schot¬tenkirche auf den Baumeister Maximilian von Welsch zurück.
Verläßt man hier das Stadtgebiet in Richtung Hochheim, so schneiden die Wege den Dreibrunnenpark. Diese um 1900 in der Gera-Flußaue geschaffene Anlage erstreckt sich über 3 ha und weist einen interessanten Baumbestand auf. Nordwärts von Flußaue und Cyriakstraße schließt das Gelände der 1961 angelegten Erfurter Gar¬tenbau- Ausstellung >ega< an. Diese Garten- und Blumenlandschaft mit ihren Ausstellungshallen und Pflanzenschauhäusern, dem Gar- tenbaumuseum, Erlebnisgärten und dem 2002 neu geschaffenen ja¬panischen Fels- und Wassergarten wurde zu einem Symbol der Blu¬menstadt Erfurt. Die >ega< umfaßt auch das Terrain des ostwärts ab¬fallenden Hanges, wo seit 1123 das Nonnenkloster St. Cyriakus stand. An seiner Stelle wurde seit 1480 die Cyriaksburg als Schutz für den Handelsweg und als Zugang zur Stadt errichtet. Un¬ter der schwedischen Herrschaft erfuhr sie seit 1631 einen Umbau zur Festung, die dem Mainzer Erzbischof Johann Philipp von Schön¬born zugute kam, während er die Stadt bedrängte. Als im Oktober 1813 die napoleonischen Truppen Erfurt verteidigten, fielen dem Be¬schuß durch die Verbündeten die Stadtteile unterhalb der Festung Petersberg, insbesondere die Häuser um den Domplatz zum Opfer. Aber auch der Dom und die Severikirche erlitten Schäden. Die bei¬den Festungen Petersberg und Cyriaksburg blieben nach der Erobe¬rung Erfurts zunächst in französischer Hand; erst im Mai 1814 zogen ihre Besatzungen ab. Auch die Cyriaksburg wurde nun preußische Kaserne, und 1824 begann man, sie entsprechend umzubauen. Seit 1873 sind die noch erhaltenen Teile der Zitadelle zugänglich, heute mit den neu erschlossenen Kasematten in die Gartenbauausstellung einbezogen.
Südwärts der Eisenbahnstrecke beginnt mit dem 1908-12 ange¬legten Stadtpark ein weit ausgedehntes und erst im 19. Jh. erschlos¬senes Stadtgebiet, geprägt von Wohnbauten des frühen 20. Jh. und Gebäuden der Landesregierung. Ästhetisch nicht sonderlich anspre¬chend aber bautechnisch und historisch eine interessante Anlage ist die am Stadtrand nahe beim Stadion gelegene Thüringenhalle. Ihren 40 m breiten Innenraum überspannen freitragende hölzerne Binderkonstruktionen. 1939 entstanden, stellt sie zugleich ein bauli¬ches Zeugnis jener Epoche unmittelbar vor dem Zweiten Weltkrieg dar. Das neue Erfurt der 60er, 70er und 80er Jahre wuchs nord- und nordostwärts mit umfangreichen Wohngebieten in das städtische Umfeld. Verläßt man die Stadt ostwärts, zeigt sich da, wo vor weni¬gen Jahren noch die Felder des fruchtbaren Umlandes an die Wohn-siedlungen aus den 30er und 60er Jahren heranreichten, die >mer- kantile Urbanisierung< in geordnetem Chaos: Gewerbe- und Handel¬spavillons reihen sich entlang der Ausfallstraßen. Hier droht das noch funktionierende innerstädtische Geschäftslebcn an den Rand der Stadt verlagert zu werden – womit die City dem >Tode geweiht< wäre. Auch städtebauliche Fehler sind offenbar dazu da, wiederholt zu werden! Weiter geht es aber nun auf der B 7, in Richtung eines ge schichtsträchtigen Ortes anderer Art.

Für mehr Infos: Paradise cruise Halong bay | Vietnam Rundreise 3 Wochen | Vietnam Kambodscha Rundreise 2014 | 4 Tage Mekong Delta tour |  ninh binh halong 3jours | Excursion au Vietnam | circuit au cambodge 15 jours

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