Heiligenstadt 2

Rundgang
Beginnen wir unsere Besichtigung am Ursprung der Stadt: Die St. Martinskirche, auch Stifts- oder Bergkirche genannt, entstand in ihrer heutigen Gestalt von 1304 an. Vom Vorgängerbau blieb die zweischiffige Krypta bestehen. Die langgestreckte Basilika sollten ur¬sprünglich zwei Türme seitlich des Chores schmücken, doch nur der südliche schlanke Turm mit zwei Achteck-Obergeschossen gelangte zur Ausführung. Am Nordportal findet man im Tympanon die Dar¬stellung des hl. Martin, wie er den Mantel mit einem Bettler teilt. Den gediegenen Innenraum schmücken figürliche Kapitelle und Konsolen. Von der mittelalterlichen Ausstattung verblieben der Taufkessel und Pulthalter sowie die Tumba des Erzbischofs Adolf von Mainz aus dem 14. und 15. Jh. An der Stelle des alten Stiftskorn¬hauses wurde 1736-38 unter dem Baumeister Christoph Heinemann das kurzmainzische Schloß als dreigeschossiger großer Barockbau mit einem Segmentgiebel über dem Mittelrisalit erbaut. Der Giebel zeigt das kurmainzische Statthalterwappen. Im Inneren blieben das weiträumige Treppenhaus und Räume mit schönen Stückarbeiten er¬halten. Der Fachwerkanbau in hessischen Stilformen stammt aus späterer Zeit. In den teils winzigen Fachwerkhäusern am Knickha¬gen zeichnen sich noch die mittelalterlichen engen Grundstücke ab. Das Haus Nr. 16 bewohnte der Stadtschreiber Zwehl, der im Drei¬ßigjährigen Krieg die Stadt verteidigte. An der stadtseitigen Süd-ostecke des Martinsberges trifft man am einstigen Kasseler Tor auf das kurfürstlich-erzbischöfliche Freihaus, das Mainzer Haus. Es wurde 1436 als zweigeschossiger Fachwerkbau über dem hohen Sandsteinsockel errichtet. Heute befindet sich hier das Museum für Theodor Storni, das die Stadt 1988 anläßlich des 100. Todestages des Dichters und Heiligenstädter Richters einrichtete. Nördlich geht es zur barocken Herren- oder Fronmühle, neben welcher der große Speicherbau aus dem Jahre 1227 steht.

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Inmitten der Altstadt erhebt sich auf einem kleinen Hügel die dop- peltürmige Marienkirche. Wie in Erfurt zum Dom führen auch hier Freitreppen im Osten zum Chor und im Westen zu dem noch ganz romanisch mauerhaften mächtigen Westriegel empor: Erst über sei¬nen drei Geschossen nehmen die beiden Achtecktürme ihren Aus¬gang. Dieser Teil der Kirche geht auf die Zeit um 1300 zurück. Durch das hohe gotische Portal gelangt man in die weite und doch etwas schwerfällig wirkende Halle; die mächtigen Bündelpfeiler bestärken diesen Eindruck. In der zweiten Hälfte des 14. Jh. errichtet, erfuhr das Langhaus um 1400 mit dem höher aufragenden Chor eine Erwei¬terung. Erst um 1700 ist der Bau mit der Einwölbung abgeschlossen worden. Die mittelalterliche Farbigkeit des Raumes konnte wieder¬gewonnen werden. Nördlich vor der Marienkirche steht die Annen- kapelle, ein Achteckbau aus der ersten Hälfte des 14. Jh. und wohl im Anschluß an oder mit den Türmen der Marienkirche entstanden. Die Schmuckformen sind identisch, aber noch reicher, und die Helmspitze bildet nahezu eine Wiederholung des gesamten Fried¬hofskapellenbaues. Das achtteilige Rippengewölbc im Inneren ent¬spricht der Grundrißgestalt.
Bedenkt man, daß es nach Einführung der Reformation in Heili¬genstadt 1575 nur noch etwa ein Dutzend Katholiken gab, kommt der kurmainzisch getragenen Rekatholisierung zu Beginn des 18. Jh., die in Heiligenstadt ihren Ausgang für das Eichsfeld nahm, die Be¬deutung eines Kraftaktes zu. Zur gleichen Zeit vernichtete der Stadt-brand von 1736 drei Viertel aller Häuser. Die Gründung des Jesui¬tenkollegs durch den Erzbischof erfolgte 1739, und zugleich begann der Bau an der Kollegiengasse unter Leitung von Christoph Heine¬mann. Heute birgt das dreigeschossige langgestreckte Gebäude, das südwärts unmittelbar an die Türme der Marienkirche anschlicßt, das Eichsfelder Heimatmuseum. Am weitgehend schmucklosen Sand¬steinbau ist das Portal durch die beinahe wilde Rhythmik des ge¬sprengten Giebels und seiner Dekoration einziger, aber um so kräfti¬gerer Akzent. In der Kartusche erkennt man das erzbischöfliche Wappen. Das Treppenhaus, die Stuckdecken und Deckengemälde bezeugen noch die barocke Pracht im Inneren.
An der Ratsgassc steht das mittelalterliche Rathaus, allerdings in der nach dem Stadtbrand barock wiederhergerichteten Gestalt von 1789. Gleichfalls nach dem Brand entstand 1739 am Neumarkt das Neue Rathaus. Dieses Barockpalais, als Eckbau konzipiert, besitzt ei¬nen Zugang im Mittelrisalit und ein zweites balkongeschmücktes Por¬tal sowie einen Treppenanlauf an der Schmalseite. In der Nähe befin¬den sich weitere Barockbauten, so die über 17 Achsen langgestreckte Front des alten Waisenhauses (Nr. 68), das 1616 erbaute und 1739 aufgestockte Haus des Stadtschreibers Reuter und das Gerichtsge¬bäude, ehemals >Deutsches Haus<, im Zopfstil, welches sich durch das mainzisch-kurfürstliche Wappen als Amtsgebäude des bischöf¬lichen Verwalters ausweist.
Den Marktplatz in der Neustadt beherrscht die St. Ägidienkirche. Ihre langgestreckte gotische Halle schließt der kurze, glatt geschlos¬sene Chor ab. Auf dem Querturm ragt nur der südliche Achteckauf¬satz mit spitzen Helm hoch empor. Das Innere ist prächtig ausgestat¬tet: Der barocke Hauptaltar von 1691 stand ursprünglich in Qued¬linburg; der Vierzehn-Nothelfer-Altar ist ein gleichfalls barockes Werk von 1638. Der Flügelaltar mit der Anna selbdritt stammt aus dem späten 15. Jh., und das bronzene Taufbecken entstand 1507. Für die beiden Stadtpatrone und Märtyrer Justinus und Aureas wurde 1320-30 die Doppelgrabplatte mit den Relieffiguren aufgestellt. Be¬achtenswert ist auch das Chorgestühl des 17. Jh. Der barocke Nep-tunbrunnen wurde erst im 19. Jh. vom Schloßvorplatz auf den Marktplatz verlegt. Schließlich sei noch auf die monumental-neoba¬rocke St. Gerharduskirche am ehemaligen Redemptoristenkloster verwiesen, welche sich in ihren wuchtigen Fassadenformen so deut¬lich von den traditionellen Sakralbauten Heiligenstadts abhebt.

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