>Grenzgang<

Nahe dem 972 erstmals genannten Tilleda am nordöstlichen Fuß des Bergmassivs bestand im 11. Jh. auf dem sogenannten Pfingstberg eine ottonisch-salische Pfalz. Heute markiert ihr Gelände jenen Streifen, in dem Thüringen und Sachsen-Anhalt aneinandertreffen – Tilleda gehört schon zu Sachsen-Anhalt. Dennoch überlagert die Hi¬storie hier die jungen Verwaltungsgrenzen; und die Ausgrabungen, welche nach dem Zweiten Weltkrieg die Grundgestalt der Pfalz so¬wie Grundmauern einer Reihe von Bauwerken ans Licht förderten, sind nicht nur für die Bewohner der beiden Bundesländer eine klei¬ne Attraktion. Die aufgefundene Anlage weist die Ausmaße von 250 x 350 m auf und gliedert sich in eine Haupt- und eine Vorburg mit mehrfachen Befestigungswerken – soweit bei einer kaiserlichen Pfalz von einer Burg im mittelalterlichen Sinn gesprochen werden kann. In Tilleda sind innerhalb der Ummauerungen auch handwerkliche Fertigungsstätten identifiziert worden, Eisenerz gelangte zur Verhüt¬tung und sogar zur Weiterverarbeitung. Außerdem konnte aus den aufgefundenen Resten einer Textilfabrikation, d. h. auf mehreren Webstühlen hergestellte grobe Gewebe, das entsprechende Gebäude samt Einrichtung rekohstruiert werden. Sowohl in ihrer kolonisato¬risch-strategischen Bedeutung als auch in ihrer Baugestalt stand da¬mit eine solche Pfalzanlage durchaus noch in der Tradition der römi¬schen Militärlager, wenngleich sie andererseits gewisse Keimzellen frühstädtischer Strukturen – auch in der Zusammensetzung ihrer Be¬wohnerschaft und deren gesellschaftlicher Gliederung-aufgewiesen haben dürfte.

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