Galerie bedeutender Persönlichkeiten

Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Der in Eisenach geborene Sproß der weitverzweigten Musikerfamilie ist einer der größten Tonschöpfer wohl aller Zeiten, riesig der Um¬fang seiner musikalischen Werke unterschiedlicher Gattungen: Kir¬chenkantaten, Messen, Tondichtungen der Passionen, Tokkaten, So¬naten und Variationswerke. Die 48 unter dem Titel »Das wohltem¬perierte Klavier« zusammengefaßten Präludien und Fugen zählen zum musikalischen Erbe von unvergänglichem Wert, ebenso »Die Kunst der Fuge«. Seine Laufbahn als Kirchenmusiker begann Bach im thüringischen Ohrdruf, ehe er über Lüneburg, Hamburg und Cel¬le nach Weimar kam, wo er ab 1714 Hofkapellmeister wurde. Nach der Station Köthen, gleichfalls als Kapellmeister bei Hofe, übernahm er 1723 in Leipzig das >Amt< des Thomaskantors und Universitäts- musikdircktors, das ihm – bei allen Problemen mit der städtischen und Universitätsbürokratie – den höchsten Ruhm als Musiker und Komponist beschert hat.
Friedrich Justin Bertuch (1747-1822)
Bisweilen verschweigen die Darstellungen der Goethezeit in Weimar den Namen dieses Weimaraners, der als Buchhändler, Kabinettsse¬kretär und Schriftsteller zu den bedeutenden Herausgeberpersön¬lichkeiten der Epoche zählte. So gründete er die »Allgemeine Lite¬raturzeitung« 1785 und ein eigenes Buchvertriebsunternchmen in Weimar, das >Landesindustriecomptoire<. Vor allem seine Übertra¬gungen der Werke der spanischen und portugiesischen Dichtung – insbesondere Cervantes »Don Quixote« – verhalten diesen im Deut¬schen zu weiter Verbreitung. Nicht zuletzt zeigte sich die Offenheit Bertuchs als Verleger in der Herausgabe eines ersten deutschen Mo- dcjournals 1786.
Carl August, Herzog von Sachsen-Weimar (1757-1828)
Nach dem Tode seines Vaters Ernst August zunächst unter der Vor¬mundschaft seiner Mutter Anna Amalia, übernahm Carl August knapp 19jährig die Weimarische Regentschaft. Vor allem der Einfluß seines Erziehers Christoph Martin Wieland dürfte sich in seinem späteren Handeln niedergeschlagen haben; aber auch die lebenslang andauernde Männerfreundschaft zu »seinem« Minister Johann Wolfgang von Goethe bestimmte das herzogliche Regiment. Das kleine Staatswesen entwickelte sich so zu einem für die Zeit des spä¬teren 18. und frühen 19. Jh. aufgeschlossenen, industriell-handwerk¬lich getragenen, sowie Wissenschaft und Kunst fördernden >Unter- nehmen<. Weimar und Jena mit Hof und Universität als die weithin anziehenden und ausstrahlenden Zentren, Ilmenau als Montan- und Gewerbeort erlangten ihren Ruf. Die Aufgeklärtheit des Großher¬zogs offenbarte sich nach dem Wiener Kongreß, als Carl August als erster deutscher Fürst die landständische Verfassung einführte.
Ernst I., der Fromme, Herzog von Sachsen-Gotha-Altenburg (1601-1675)
Er gilt als der Gründer des gothaischen Gesamthauses. In Altenburg zu Welt gekommen, übernahm er schon als Neunzehnjähriger die Re¬gierungsgeschäfte in der schwierigen Zeit des Dreißigjährigen Krie¬ges. Dabei bewies er Klugheit, politisches Geschick und Weitsicht. Er trat dem Prager Frieden bei und sicherte seinen Landen ihren Be¬stand. Diese erstreckten sich nach der Erbteilung mit seinen Brüdern über Gotha und das halbe Fürstentum Eisenach, hinzu kamen 1672 die Altenburgischen und Coburger Gebiete. Als strenger Protestant schuf er eine straffe Verwaltung, in die er gleichermaßen ein durchor¬ganisiertes Schulsystem einbezog – bis hin zur Universität.
Georg II., Herzog von Sachsen-Meiningen (1826-1914)
Hätte es »Die Meininger« ohne ihren >Theaterherzog< gegeben? Kaum, denn Georg II. war mehr als nur ein begeisterter fürstlicher Mäzen und Sponsor. Er hatte Kunst studiert, sich in dritter Ehe mit der Schauspielerin Ellen Franz verbunden und sich absolut den neu¬en Ideen für sein Ensembletheater verschrieben. Dessen Ganzheit aus Werk und Ausstattung, Regie und Theatertechnik, Ensemble- und Solistenleistung verstand er als zukunftweisendes Theateranlie¬gen – und wußte es umzusetzen. Höchstpersönlich lieferte er Aus¬stattungsentwürfe und Regieideen; die Zeit, in der das jeweilige auf¬zuführende Stück spielte, sollte sich auf der Bühne in jeder Hinsicht widerspiegeln. Dazu wußte er für das Musiktheater innovative Diri¬genten seiner Zeit zu gewinnen: etwa Hans von Bülow, Richard Strauss und Max Reger.
Eugenie John, genannt Marlitt (1825-1887)
Man ist versucht etwas salopp zu sagen: Sie lieferte die literarischen Vorläufer für die Familienserien des Fernsehens von heute! Sicher wird man beiden nicht ganz gerecht – aber die in Arnstadt Geborene war am Ende des 19. und noch in den ersten Jahrzehnten des 20. Jh. eines der volkstümlichsten >Literaturunternehmen<. Als ein schlim¬mes Gchörleiden die Schauspielerin Eugenie John befiel, endete ihre Bühnenlaufbahn und sie wurde Vorleserin bei der Fürstin von Schwarzburg-Rudolstadt. Schließlich setzte sie ihre literarische Be¬gabung in einer Fülle von erlebnisvermittelnden »Gesellschaftsge¬schichten« schriftstellerisch um. Zunächst in der »Gartenlaube«: Eine breite bürgerlich-kleinbürgerliche Leserschicht verschlang ihre teils romantisch-versponnenen, teils aber auch kritisch angehauch¬ten Bücher-Geschichten von 1853 an.

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