Galerie bedeutender Persönlichkeiten 2

Joseph Meyer (1796-1856)
Für die deutsche Lexikographie ist Meyers Name ein Begriff: Er schuf 1840 sein »Conversations-Lexikon«. Als gelernter und in Eng¬land geschulter Kaufmann – zugleich schriftstellerisch als Shakes¬peare-Übersetzer engagiert – hatte er 1826 in Gotha das >Biblio¬graphische Institut< gegründet, welches er zwei Jahre später nach Hildburghausen verlegte, und das nach seinem Tode nach Leipzig übersiedelte. Meyers Lexikon entstand in Hildburghausen, desglei¬chen verlegte er hier die »Bibliothek der Völkerkunde« und »Brehms Tierleben«. Das von ihm eingeführte Subskriptionssystem war eine buchhändlerisch-kaufmännische Sensation: Dem Käufer brachte es eine erträgliche Kostenaufteilung für die großen Buchwer¬ke, ihm als Verleger langfristige Planungsmöglichkeit und wirtschaft¬liche Absicherung. Parallel dazu brachte Meyer in »Volksausgaben« die Werke der Klassiker zu für jedermann erschwinglichen Preisen in den Buchhandel.

Johann Georg Justus Perthes (1749-1816)
Der aus Rudolstadt stammende Onkel des Gothaer Buchhändlers Friedrich Christoph Perthes gründete 1785 in Gotha eine Geogra¬phische Anstalt und Verlagsbuchhandlung«, die sich bald zu einem herausragenden Unternehmen entwickeln sollte: Geographie und Kartographie wurden zum Thema und Programm des Hauses, das nicht nur die Wissenschaft förderte, sondern vor allem große erd¬kundliche Werke herausgab. Mit dem Namen Justus Perthes sind so die ersten Atlanten von Stieler und Langhans verbunden, desglei¬chen »Petermanns Mitteilungen« als einer der zeitgenössischen Fachzeitschriften. Nicht zuletzt erlangte das Haus Perthes Berühmt¬heit mit seinem »Gothaischen Hofkalender«, dem seit 1763 heraus¬gegebenen Standardverzeichnis der deutschen Adelshäuser.
Tilman Riemenschneider (etwa 1455/60-1531)
Man vermutet, daß er in Heiligenstadt geboren wurde. Gewandert ist er auf jeden Fall durch Thüringen als Bildschnitzerlehrling wie in sei¬nen künstlerischen Ideen als Meister. Gesichert ist seine Tätigkeit in Bamberg und Würzburg, in Rothenburg ob der Tauber und Creglingen sowie an vielen Orten im fränkischen und südwestlichen Deutsch-land. Von hier weist seine Handschrift ins Südthüringische zurück. Den aufständischen Bauern des frühen 16. Jh. verewigte er künstle¬risch, ehe er sich in seinen letzten Lebensjahren völlig zurückzog.
Christian Gotthilf Salzmann (1744-1811)
Salzmanns Name verbindet sich mit der Erziehungsanstalt in Schnepfenthal, einem Ortsteil von Waltershausen unmittelbar am Fuße des Thüringer Waldes. Der aus Sömmerda stammende Pfarrer der Erfurter Andreasgemeinde übernahm 1781 eine Professur am Dessauer >Philantropium<, einer nach neuen, weltzugewandten Le¬bensvorstellungen ausgerichteten Lehranstalt. Naturerkenntnis und Natürlichkeit rückte man hier an die Stelle der pietistischen Bekennt-nisformeln althergebrachter Glaubens- und Wissensvermittlung. Dies übertrug Salzmann auf die Schncpfenthalcr Anstalt, wo nun Natür¬lichkeit und körperliche Ertüchtigung Einzug in den Unterricht hiel¬ten. Zusammen mit dem Turnvater GutsMuths schuf Salzmann den noch zu besichtigenden Turnplatz und ein eigenes Schulsystem.
Charlotte von Stein (1742-1827)
Wäre sie nicht so tief in ein inniges Verhältnis zum sieben Jahre jün¬geren Goethe verstrickt gewesen, hätte die Literaturgeschichte die in Weimar geborene, mit dem herzoglichen Stallmeister Friedrich Frei¬herr von Stein vermählte Hofdame, dem sie sieben Kinder schenkte, weit weniger wahrgenommen. Die hochintelligente Frau dürfte gro¬ßen Einfluß auf den jungen Dichter und Hofbeamten ausgeübt haben, war sie doch selbst literarisch ambitioniert. Auch nach dem Erkalten des Verhältnisses beider blieb es bei einer intellektuellen Liaison, die sie weit über Weimars und Thüringens Grenzen hinaus berühmt werden ließ.
Friedrich August Stüler (1800-1865)
Der aus Mühlhausen in Thüringen stammende spätere preußische Baumeister und Direktor der Berliner Bauakademie gilt als bedeu¬tender Schüler Carl Friedrich Schinkels. Nach ihm prägte er ent¬scheidend die Berliner Bautradition aber auch die Architektur der ersten Hälfte und der Mitte des 19. Jh. in Deutschland mit: Die Ber¬liner Schloßkuppel, die Brückenbauten bei Dirschau und Ma¬rienburg oder die Burg Hohenzollern vollendete er. ln Thüringen bescherte er seiner Vaterstadt die gestalterischen Ideen für die Re¬staurierung und den vollendenden Ausbau des Westturms der Ma¬rienkirche, in deren Pfarrhaus er geboren worden war.

Carl Zeiss (1816-1888)
Der Weimaraner Carl Zeiss begann mit einer kleinen mechanischen Werkstatt, in deren Obhut neben vielen anderen Geräten auch die der Sternwarte der Jenenser Universität waren. Deren Direktor, der Physiker und Universitätsprofessor Ernst Abbe, entdeckte eigentlich die technische Begabung und den Erfindergeist von Carl Zeiss. Seit 1866 wirkten so der in Eisenach geborene Professor und der Weima¬rer Mechaniker bei der Vervollkommnung der Fernrohr- und der Mi-kroskoptechnik eng zusammen. Aus der nun in Jena gegründeten Zeiss-Werkstatt ging in kurzer Zeit ein leistungsfähiges optisch-tech¬nisches Unternehmen hervor, das sich nach Einrichtung des glas- technischen Laboratoriums von Otto Schott, gleichfalls in Jena, und dessen Erweiterung zu den Schott-Werken zum bedeutendsten opti¬schen Industrieunternehmen entwickelte. Nach Carl Zeiss’ Tod 1889 rief Abbe die >Zeiss-Stiftung< ins Leben, eine der modernsten und zugleich in sozialer Hinsicht arbeitnehmerbezogene industriell¬städtischen Institutionen.

Sehen Sie mehr: Halong cruise, Vietnam Rundreise 10 Tage, Rundreise Vietnam und Kambodscha, Flusskreuzfahrt Mekong

You can leave a response, or trackback from your own site.

Leave a Reply