Die wartburg 4

Seit den 50er Jahren wurden Restaurierungen und Erneuerungen systematisch unter Berücksichtigung des historischen Bestandes vorgenommen. Sie umfassen nicht nur die mittelalterlichen Bauten um Palas, Tor und Ritterhaus. Auch die architektonischen Ergän-zungen und Ideen aus dem 19. Jh., Dirnitz, Torhalle, Bergfried, >Gadem<, Neues Treppenhaus und Ritterbad, verband man erneut mit den älteren Teilen. Das unter Heinrich Raspe wohl als letztes lu- dowingisches Bauteil entstandene Obergeschoß des Palas bleibt mit seiner Festsaal-Ausstattung in gründerzeitlich prunkvoller Prägung des 19. Jh. eines der beeindruckendsten Bilder aus der 900jährigen Burggeschichte – nicht nur als Gegensatz, sondern in Einheit mit der wiedergewonnenen romanischen Eindrücklichkeit der großartigen Erdgeschoßräume. In anderen Gemächern der Burg – der Luther- Stube oder dem Reformationszimmer – beseitigte man bei der jün¬geren Erneuerung hingegen die romantische Verklärung und kehrte zurück zur schlichten Interpretation des lutherzeitlichen Bildes. Die Dauerausstellung auf der Wartburg zeigt deren Geschichte distanziert und sachbezogen, in bewußtem Gegensatz zu Fest- und Sängersaal, mosaikverzierter Elisabeth-Kemenate und phantasievoll gestaltetem Landgrafenzimmer. Zu den besonderen Kostbarkeiten der Samm¬lung auf der Wartburg zählen die mittelalterlich-sakralen Gegenstän¬de und Kunstwerke, so ein Aquamanile aus dem 12. und ein mit Kupferemailarbeiten verziertes Reliquienkästchen aus dem 13. Jh., mittelalterliche Teppiche und Wirkarbeiten, Bildwerke und Möbel, Bildnisse des Reformators Martin Luther als Junker Jörg und seiner Eltern, geschaffen von Lucas Cranach d. Ä., Erstdrucke von Luther- Schriften und Reformationsflugblätter. Ebenso vermittelt die Samm¬lung zur Geschichte und Restaurierung mehr als nur museale Histo¬rie, sie ist ein Stück der Wartburg.
In der Umgebung
Ist man nicht zur Burg hinaufgeklettert, sondern gefahren – die Au¬tostraße von Eisenach führt in engen Kurven bis zur Eselstation un¬terhalb der Wartburg so gibt es von der Zugbrücke zwischen Burg und Schanze drei Wege zur Auswahl. Vorher wird der berühmte Blick auf die Ostflanke der Burg noch einmal frei. In imperial-ro- mantisierendem Stil 1912-14 nach Plänen des Architekten Bodo Eb- hard erbaut, schmiegt sich das Wartburg-Hotel wie ein zweiter Burg¬hof unter die Nordflanke der Wartburg. Durch den Nesselgrund füh¬ren romantische Wege zu den Naturschönheiten südlich Eisenachs mit der Drachenschlucht, einem engen Felstal, der Sängerwiese und der Eliashöhle. Von der Eselstation geht es geradenwegs über die Bergkuppe nach Eisenach zum Marktplatz, während der dritte Abstieg durch das Haintal verläuft, vorbei an den ergrabenen Resten des Elisabeth-Hospitals. Hier mag sich jenes legendäre Rosenwun¬der vollzogen haben, das seit dem Mittelalter mit der Wohltätigkeit der Landgräfin Elisabeth verbunden ist: Auf dem Weg zur Stadt – oder zu eben jenem von ihr begründeten Siechenhaus – soll sie dem Landgrafen begegnet sein mit einem Korb voll Fleisch, Eier und Fla¬den; nach dem Inhalt des Korbes gefragt, hat sie geantwortet, es sei¬en Rosen darin. So wurden »die stucke zu rosen, als er mit Ine be- gunde zu kosen«.

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