Das Grabfeld 2

In besonderer Weise war Römhild in seiner mittelalterlichen Ge¬schichte dynastischen Wechselspielen unterworfen. Im 12. Jh. unter¬stand es zunächst den Hennebergern. Unter ihrer Herrschaft entwik- kelte sich Römhild zwischen dem Klosterort Milz und dem Burgort Haina am Ende des 13. Jh. zu einem Straßenmarkt, als den man noch deutlich die heutige Stadtmitte erkennt. Dann spalteten sich die hennebergischen Besitzerlinien mehrfach auf, und so waren die Interessen der Henneberg-Römhilder Linie, die inzwischen Herr auf dem Schloß Hartenberg neben dem Städtchen war, zeitweise baye¬risch, zeitweise schleusingisch, dann würzburgisch, auch einmal mansfeldisch ausgerichtet. Mit den Ernestinern gelangten 1640 Sachsen-Altenburg und 1672 Sachsen-Gotha in den Besitz Röm- hilds. 1680-1710 bestand ein eigenes Herzogtum Sachsen-Römhild, ehe es über Coburg-Saalfeld und Gotha 1826 endgültig meiningisch wurde. Thüringer Geschichte im Spiegel einer Kleinstadt – und die¬ser Spiegel ist blitzblank: Die Römhilder Stadtkirche zeigt sich nicht nur hervorragend restauriert, sie birgt auch hochrangige kunstge¬schichtliche Sehenswürdigkeiten. Von einem ersten städtischen Kir¬chenbau blieb der Turm in der Nordostecke zwischen Chor und Langhaus bestehen. Mit der Gründung eines Kollegiatsstiftes durch die Henneberger Grafen 1447 begann der spätgotische Neubau der nur dreijochigen doppelchorigen Hallenkirche. Steinerne Emporen¬einbauten, die ornamentale Doppelrippenwölbung sowie die Aus¬malung und der Altar der 70er Jahre des 17. Jh. verleihen dem Kir¬chenraum seine prachtvolle Wirkung. In der südlich angebauten Gruftkapelle stehen die großartigen Henneberger Bronze-Grabmä- ler, die für den Grafen Otto 1488 sowie für den Grafen Hermann VIII. und seine Gemahlin Elisabeth von Brandenburg 1507-12 in der Werkstatt Peter Vischers d. Ä. in Nürnberg gegossen worden sind. Nicht minderen Rang besitzen weitere sieben Grabsteine im Ostchor.

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Wenn auch ein Stadtbrand 1891 die Bauten Römhilds schwer in Mitleidenschaft zog, so hat sich doch rings um die Kirche und um das mit dem Giebel-Dachreiter hervortretende Rathaus das ur¬sprüngliche kleinstädtische Marktbild erhalten. Den südlichen Stadtzugang markiert der Stadtturm aus der Mitte des 15. Jh. Der Wappenbrunnen von 1914 vervollständigt das historische Bild des Straßenmarktes. Am nordöstlichen Stadtausgang liegt die Burg, die zwischen 1539 und 1546 zu einem Wohnschloß umgestaltet wurde. Einen weiteren Umbau erfuhr die Anlage 1676-80; als Baumeister ist Christian Richter II. genannt, der auch an dem Meininger Schloß ar¬beitete. In dieser Zeit erhielt das Schloß auch den neuen Namen Glücksburg. Die unterschiedlichen Bauphasen lassen sich in den noch mittelalterlichen Mauerteilen und im Vorder- und Hinter¬schloß gut erkennen. Die begonnene Restaurierung der Gesamtanla¬ge wird das Schloßensemble mit Sicherheit aufwerten.
Schnurgerade führt die Straße zu den beiden Gleichbergen ost¬wärts aus Römhild heraus. Schon in alten Schriften wurden die bei¬den flachen Kuppen similes, >ähnliche< oder >gleiche<, genannt. Die auf dem Kleinen Gleichberg, der südlichen der beiden Erhebungen gelegene keltische Burgsiedlung fand im historischen Einführungs¬kapitel des Buches schon Erwähnung. Insgesamt haben sich etwa 10 km Ringwälle erhalten. Aus Basaltbrocken aufgeschichtete Trocken¬mauern stellen noch immer eindrucksvolle Reste eines der kulturel¬len Kernpunkte des 8.-1. Jh. v. Chr. dar. Bei Steinbrucharbeiten zwi¬schen 1838 und 1927 wurden sie aus Unkenntnis zum Teil zerstört; erst die archäologische Erforschung des gesamten Terrains zu Be¬ginn des 20. Jh. gebot Einhalt. Ruine ist auch eine kleine mittelalter¬liche Kapelle auf der 642 m hohen Bergfläche. Den eindrücklichsten Gesamtüberblick zur Geschichte der Gleichberge und jener vor¬christlichen Epoche vermittelt das Steinsburgmuseum, das im Ein¬schnitt zwischen beiden Bergen am Fuße des einstigen Siedlungs¬platzes 1928 eröffnet wurde – entworfen vom Baumeister des Mei¬ninger Theaters, Karl Behlert.

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