Das Felda-Tal

Ganz ähnlich dem Grabfeld war auch das reizvolle Felda-Tal während der Teilung Deutschlands in eine Art >Dornröschenschlaf< versunken. Nur den >Rhönschnitzern< und ihren volkskünstlerischen Werken verdankte es eine gewisse Bekanntheit. Wer sollte, abgese¬hen von einigen Urlaubern und wenigen Reisenden in das lange von einer Grenze bedrängte Gebiet fahren? Nun finden nicht nur >Ken- ner< kunstgeschichtlicher Besonderheiten und Glanzpunkte dieses fuldischen Traditionsraumes wieder hierher. Denn die Vorderrhön birgt mit ihrer nur wenig berührten Idylle, klarer Luft und ruhiger Beschaulichkeit Reize, wie man sie an den frequentierten Thüringer und hessischen Touristenrouten weit seltener anzutreffen vermag.

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Auf halbem Wege von Meiningen nach Kaltensundheim liegen Bettenhausen und Helmershausen. Schon im 9. Jh. sind beide Orte erwähnt, und im Mittelalter waren zumindest ihre Kirchen befestigt. Beider Innenräume schmücken reizvolle Barockausstattungen mit Emporen – in Bettenhausen etwa 1775 in den Renaissancebau einge- l’iigt, in Helmershausen 1736-52 zusammen mit dem Kirchenhaus neu geschaffen. Hier trifft man auch auf das Schwarze, Rote und Gelbe Schloß, historische Freihöfe des 16. und 17. Jh. Beachtens¬wert ist die restaurierte Synagoge von 1843 und weitere jüdische Kul¬turzeugnisse in Aschenhausen, wo seit Mitte des 18. Jh. eine jüdi¬sche Gemeinde bestand. Im nahen Kaltensundheim selbst haben sich die mächtigen Mauern rings um die Kirche erhalten und geben ihr ein festungshaftes Aussehen. Der spätgotische Chorturm über-ragt die Mauern und das Renaissancehaus der Kirche, das im Barock seine Ausstattung, darunter die Orgel, erhielt; der Altar stammt aus dem späten 15. Jh. So steht die Kirchenburg über dem Ort, dessen Geschichte bis ins 8. Jh. zurückverfolgt werden kann. 1000 Jahre jünger sind die schönen Fachwerkhäuser, an denen sich Rokokofor¬men und hessisches >Halbmänner<-Fachwerk zeigen, so am Haus Hauptstraße 3 von 1792 oder am alten Gemeindebackhaus von 1704 an der Bachgasse 6.
Als die Burg von Kaltennordheim 1634 während des Dreißigjäh¬rigen Krieges abbrannte, erlitt die Stadt ihren Niedergang. Auf den Ringmauern der Festungsanlagc wurde um die Mitte des 18. Jh. das Amtshaus errichtet, und die Siedlung blieb mit ihren neu entstehen¬den Bauten bescheiden. Zwischen Fachwerk- und Ziegelbauweise entdeckt man etwas Jugendstil, die Kirche zeigt sich in neoromani¬schen Stilformen der 60er Jahre des 19. Jh. Auf einer Anhöhe über der Stadt liegt die Gottesackerkirche aus dem 16. Jh.
Nicht erst das spätere 18. Jh. und die Bestrebungen der Romantik im frühen 19. Jh. führten >zurück zur Natur<. Bereits im Barock wu߬te man Landschaft durch Architektur zu krönen und Bauwerke mit Hilfe der Landschaft in ihrer Wirkung zu steigern. Ein – gemessen an Balthasar Neumanns wunderschöner Zier des Main-Tals mit der Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen und dem Kloster Banz – beschei¬denes Beispiel solch dandschaftsorientierten Baufühlens< bietet auch das Felda-Tal. Kommt man aus südlicher Richtung, erhebt sich schon von weitem sichtbar aus dem breiter werdenden Tal über dem Ort Zella die barocke Propstei mit der hohen Fassade der Kirche. Steigt man aus dem Tal zu ihr hinauf, so erweckt die emporwachsen¬de Turmseite beinahe einen majestätischen Eindruck. Ihr übergiebel- ter Mittelteil schwingt leicht vor und ist am Dach von Voluten ge-rahmt, um schließlich in den schlicht-quadratischen Turmaufsatz weiterzuführen. Schlank und doch kräftig erscheinen die Proportio¬nen der Pilasterarchitektur, die von den vier großen Nischenfiguren am Haupt- und Giebelgeschoß beherrscht werden. Elegant wirken die schlanken Säulen im Inneren, welche die in den Raum schwin¬genden Wandvorlagen aufnehmen und in die Wölbung leiten. So entsteht ein heller und weiter, kräftig rhythmisierter Raum, den der farbige Stuckmarmor und die Altäre beleben. Der Baumeister An¬dreas Gallasini schuf 1715-32 diese Kirche, in der fuldischer Barockeinfluß unverkennbar ist. Die Gebäude der Propstei sind durch eine Durchfahrt im Osten zu erreichen.
Die Kirche in Dermbach gehörte ehemals zu einem Franziskaner¬kloster. Baumeister der barocken Saalkirche war wiederum Gallasi- ni, der sie im Anschluß an seinen Bau in Zella 1732-35 errichtete. Ihre Fassade erscheint weniger bewegt, sie wölbt sich nicht vor, ist flächig und straff gegliedert durch die schlanken Pilasterbänder, die zum Giebel und zum verschieferten Dachreiter aufstreben. Auch die Innenwände schwingen nicht einwärts. Der Formenreichtum gibt den Altären ein weit kraftvolleres, voluminöseres und raumbeherr¬schendes Gepräge, das die dunkle Marmorierung noch unterstreicht. Unterhalb der Konventbauten erstreckt sich der Ort. Dazwischen liegt auf halber Höhe die evangelische Kirche von 1714, gleichfalls ein barocker Saalbau mit rechteckigem Chorraum. Der Westturm gibt zu erkennen, daß der Bau bereits auf eine ältere Anlage zurück¬geht. Das Kircheninnere umziehen Emporen; Kanzelaltar und Orgel entstammen gleichfalls dem 18. Jh. Auf den Ausbau des Ortes zu Be¬ginn des 20. Jh. deutet eine Reihe von Häusern aus dieser Zeit hin. Die Entdeckung des Felda-Tals für Wanderer und Urlauber in jenen Jahren verdeutlicht der Fachwerkbau des Gasthauses >Sächsischer Hof< nahe der Kreuzung der beiden Hauptstraßen.

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