Das Felda-Tal 2

Alte Mühlen begleiten das Flüßchen in der gesamten Niederung. Verlassen wir es in Dermbach westwärts nach Geisa, so finden wir in Bremen und in Schleid – östlich bzw. südlich von Geisa – zwei wei¬tere Gallasini-Bauten: Die Kirche in Schleid, 1743-46 erbaut, steht gestalterisch der Dermbacher besonders nahe. Sie ist prächtig ausge¬stattet mit Altären und Gestühl. Außen schließt am Chor der noch mittelalterliche Turm an. Die gleichfalls einschiffige Barockkirche zu Bremen entstand 1730 zeitlich parallel mit der in Zella und weist ähnlichen Reichtum auf wie ihn der Fuldaer Fürstabt durch seinen Baumeister in die Landschaft tragen ließ.
Weit ab von der restlichen Welt, schlummerte Geisa als verein¬samter Grenzort vier Jahrzehnte vor sich hin. Immerhin blieb als Folge dieses historisch erzwungenen Schlafes – trotz mancher Abris¬se und notdürftiger Rettungsmaßnahmen – die Geschichte des Ortes gut konserviert und somit zumindest in architektonischer Hinsicht nachvollziehbar. An erster Stelle ist der Gangolfsberg zu nennen: Der Linden-umsäumte Platz bildet mit den Steinsetzungen die einzig erhaltene mittelalterliche Gerichtsstätte in Thüringen. Mit dem spä¬teren Mittelalter kam die Kapelle hinzu, die – mehrfach umgestaltet – innen wie außen Bildschmuck aus dem 16.-18. Jh. aufweist; nicht zu übersehen ist die verzierte Außenkanzel. Die im Ursprung spätgo¬tische Stadtkirche und Reste der Wehrmauern des im frühen 14. Jh. mit dem Stadtrecht belehnten Ortes, runden das historisch reizvolle >Bilderbuch< Geisa ab.
Stadtlengsfeld war seit 1136 hersfeldisch, geriet später in fuldi- schen Besitz und gehörte seit 1525 Ludwig von Boineburg, der hier nun eine Wasserburg erbauen ließ. Diese wurde im 17. und 18. Jh. mehrfach umgestaltet. Im 19. Jh. schüttete man die Wassergräben zu. Von der alten Burg blieben nur Teile erhalten, und die ganze Gebäu¬degruppe zeigt ein buntes Bild aus Stein- und Fachwerkaufbauten. Auch die Pfarrkirche gibt sich als Bau aus mehreren Jahrhunderten zu erkennen. Der Chorturm entstammt noch der romanischen Epo¬che – jedenfalls deuten seine Fenster darauf hin. Das Haupthaus mit dem Kirchensaal wurde um 1790 errichtet, man findet aber auch noch gotische Wölbungen im Kircheninneren. Die Ausstattung mit Kanzel und Taufbecken entstand 1730. Seit 1898 wird in Stadtlengs¬feld Porzellan hergestellt, und diese Industrie gibt dem Ort auch heu¬te sein Gepräge.
Damit verlassen wir durch ein nochmals reizvolles enges Talstück die schöne Landschaft an der Felda. Dorndorf zeigt das moderne Zeitalter in den ausgedehnten Kali-Industrieanlagen an, der Ochsen überragt im Westen die Landschaft; auf ihm befand sich in vorge¬schichtlicher Zeit eine Siedlungsstelle. Ähnlich eindrücklich wächst nördlich davon die riesige grauweiße Halde des Kalibergbaus bei Heringen auf – ein Zeugnis industrieller Landschaftsveränderung unserer Tage. Die hier ihrem Ende entgegengehende Kali-Industrie hinterließ jedoch nicht nur solche naturbeeinflussenden >Monumen- te<. Es bleiben viele bergmännische Erinnerungen und industrielle Bauzeugnisse, die inzwischen der Geschichte des Felda-Tales ange¬hören. Die Firma Kali Merkers – jahrzehntelang industrieller Vorrei¬ter und größter Kalibergbaubetrieb – übernahm die postindustrielle Aufbereitung: Bis in 750 m Tiefe reicht ein Abstieg in die Kaliberg¬bau-Geschichte und bis ins Jahr 58 n. Chr. zurück zur ersten großen kriegerischen Auseinandersetzung um das Salz des Werra-Tals. Die Grube ist zum Museum hergerichtet worden und ist damit auch zum Berichtsort über die 1945 von den Nationalsozialisten hierher ver¬brachten Kunstschätze und den Goldbestand der ehemaligen Deut¬schen Reichsbank geworden. Die siegreichen Amerikaner stellten beides mit Kriegsende sicher.

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