Archive for the ‘Thueringen’ Category

Das frühe Mittelalter

Ähnlich stützt sich der frühmittelalterliche Geschichtsabschnitt Thüringens weniger auf sichere Funde denn auf Nachrichten: Als Karl Marteil 741 sein Reich teilte, fiel das thüringische Gebiet seinem Sohn Karlmann zu und wurde nun zum Aufmarschgebiet ge¬gen die Sachsen. Mit Karlmann, Pippin und deren Verbündeten, den Friesen, gelangten christliche Ideen in das Land. Einer der ersten Missionare […]

Kurze Blütezeit des Thüringer Reiches

Im Verlauf des 5. Jh. waren die Hunnen aus dem asiatischen Raum bis in unser Gebiet vorgedrungen und hatten – wie auch in anderen von ihnen durchstreiften Regionen – die dort ansässigen Stämme in ihre Abhängigkeit gebracht. Möglicherweise gab es sogar einen >In- teressenverbund< der Hunnen und Thüringer gegen die aufstreben¬den Franken und Sachsen: Gräberfunde […]

Zwischen Kelten und Hermunduren 3

Unterstrichen wird diese Vermutung noch durch die Tatsache, daß keltische Stämme den Ausbau des Kleinen Gleichberges fortsetzten. Aus dem südwestlichen Raum zuwandernd, verfügten sie über her¬vorragende Kenntnisse der Eisenverhüttung und -Verarbeitung. Ra¬seneisenerz fand sich in der südthüringischen Landschaft, Eisen¬knollen ließen sich im Keuper des Grabfeldes Zusammentragen. Brennöfen und Töpferscheibe, Waffen- und Werkzeugfertigung brachten die Kelten […]

Zwischen Kelten und Hermunduren 2

Mit dem Übergang zum 1. Jt. v. Chr. veränderten sich die kulti¬schen Bräuche vor allem im Bestattungsritus. Nun setzte die Epoche der Urnenfelder und der mit Steinen umsetzten Grabanlage ein. Pa¬rallel dazu drang die spätbronzezeitliche Lausitzer Kultur in den ganzen ostthüringischen Raum vor. Das Land war dicht besiedelt, und große Wallanlagcn entstanden auf Bergen und […]

Zwischen Kelten und Hermunduren

Bis zu 300 000 Jahre in die Geschichte unseres Kontinents reichen die Spuren frühmenschlichen Lebens in dem Gebiet zurück, welches heute Thüringen einschließt. Im Wipper-Tal wurden Schädelstücke des Homo erectus gefunden. Nachdem Archäologen bei Bilzingsle¬ben am Südostausgang der Hainleite im Unstrut-Tal auf weitere Spu¬ren dieser frühen Gattung des Menschen gestoßen waren, die aller¬dings fast 200 […]

Thüringer Lebensart 2

Aus all dem hier Vorgetragenen erwächst nun die Frage nach dem Thüringer schlechthin. Mit den historischen und jüngsten Verände¬rungen im und um das Land herum ist sie gerechtfertigt, und die Be¬zeichnung erscheint in der Tat weniger als ethnischer denn als ein geographisch motivierter Oberbegriff, unter dem man ebenso die Hessen oder die Sachsen zusammenfaßt. Dort […]

Thüringer Lebensart

Lebensart hat mit Herkunft, Wirklichkeit und Einflüssen zu tun. In der Geschichte und all den aus ihr herrührenden Einwirkungen und Wandlungen sollte man die Wurzeln auch thüringischer Lebensart suchen. Weniger Frühzeit und Mittelalter als vielmehr die jüngeren Epochen der Hofhaltungen und partikularen >Staaten< mit ihren Kultur- und Arbeitswelten bildeten den Humus für das, was als […]

>Gesichts<-Wandel

Vier Jahrzehnte DDR zeichneten Landschaft und Städte auf ihre Wei¬se. Die Plattenbau-Großsiedlung Lobeda dehnte Jena weit nach Sü¬den aus. In der Kerngestalt gleiche Bauten errichtete man an den Hängen um Eisenach und um Suhl. Dessen autogerechte Umgestal¬tung folgte Vorstellungen, wie man sie damals in vielen Orten Deutschlands verwirklichte. Andere Städte hingegen – Mühlhausen, Meiningen und […]

Ein Schmelztiegel großer Geister

Man muß weit in die Geschichte zurückblicken, sucht man nach den Grundlagen für die gerade im Thüringischen so reich entfaltete hu¬manistische Geisteshaltung und die so auffällige musische Vielfalt. Beginnt alles mit des Landgrafen Ludwigs Urenkel Hermann I., als dieser Ende des 12. Jh. auf der Wartburg einen >Musentempel< initi¬ierte, für den ihn Walther von der […]

Die Kultur-Landschaft 2

Und noch etwas fällt dem Reisenden in Thüringen auf: Den ersten Eindruck vieler Städte bestimmen ausgedehnte Siedlungen aus ge¬normten Großplattenbauten neben der Stadt. Das ist in anderen Ländern zwar ähnlich, nur bewirkten die wenigen Varianten und einheitlichen Höhen jener DDR-Bauten deren Monotonie. Bald nannt der Volksmund sie >Schlafregale< oder abgeleitet von den Le¬gebatterien der industrialisierten […]