Baä Frankenhausen und der Kyffhäuser

Reist man Unstrut-abwärts, was von Sömmerda aus mit der Eisen¬bahn möglich ist, nähert sich rasch der große Landschaftsriegel der Hainleite im Westen und der Schmücke im Osten. Ihre waldbestan¬denen Höhen veranschaulichen die Kessellage des durchstreiften Gebietes unvermittelt deutlich, und bald tauchen aus den westli¬chen grünen Hängen die Türme der Sachsenburg auf. Unter ihnen öffnet sich wie eine Schleuse die Thüringer Pforte. Durch diesen Unstrut-Durchbruch drängen sich zusammen mit dem Fluß zwei Fernstraßen und die Bahnlinie, um nach nur 1 km in das weite Land der Goldenen Aue hinauszutreten. Wie aus einem Trichter er¬goß sich hier einst die Unstrut in die Breite, und seinen Rändern folgend streben die Straßen nach Heldrungen und Bad Franken¬hausen wieder auseinander. Wählt man die umgekehrte Fahrtrich¬tung, bietet sich nahezu das gleiche Landschaftserlcbnis vor und hinter der Thüringer Pforte. Sie war seit dem 6. Jh. Grenze zwi¬schen thüringischen und sächsischem Einzugs- und Einflußgebiet. Auf diese Zeit – vielleicht sogar auf eine noch frühere – gehen mit großer Wahrscheinlichkeit erste Befestigungen an dieser Stelle zu¬rück – denn auch die Runneburg (s. S. 347f.) mußte gesichert wer¬den. Die breite Erneuerung der Burgen im 13. Jh. bestätigt diese An¬nahme. Bis ins 17. Jh. behielten die Wehrtürme in den Festungswer¬ken der Sachsenburgen und der unteren Hakenburg Bedeutung, dann verfielen die Bauten.

See more: Croisière baie ha long | bateau saigon angkor | voyage ninh binh | visas pour le vietnam | Circuit vietnam laos cambodge 15 jours | croisière vietnam cambodge
Die Fahrt nach Heldrungen führt aus dem historischen Thüringen heraus – dennoch steht die am Ort erhaltene große mansfeldische Wasserburg historisch in Beziehung zu dem Land: 1525 brachten die Fürsten nach der Schlacht bei Frankenhausen Thomas Müntzer hierher, um ihn zum Widerruf zu zwingen. 1623 hatte Kurfürst Jo¬hann Georg I. von Sachsen die Festung übernommen, doch sie hielt dem Ansturm der Schweden im Jahre 1645 nicht stand. Daraufhin wurde das Bollwerk nach Plänen von Johann Moritz Richter, der neueste italienisch-französische Fortifikationstechniken berücksich¬tigte, 1664-68 ausgebaut. Heute sieht man nur noch einen Teil der immer wieder erweiterten und modernisierten Festung, dennoch be¬eindruckend. Im Bau enthaltene Reste der mittelalterlichen Wasser¬burg konnten bei der Restaurierung freigelegt werden.
Gleichsam >um die Ecke< der Thüringer Pforte ragt das Kyffhäu- sermassiv empor. An der flachen Südseite der Pultscholle liegt Bad Frankenhausen in einer breiten Talsenke, die schon seit dem 9. Jh. besiedelt war. Die hier vorhandenen Salzquellen dürften den Aus¬schlag gegeben haben, daß ein fränkischer Hof angelegt wurde: Im Zusammenhang mit der Salzförderung erwähnt eine Urkunde Ottos III. im Jahre 998 einen Ort Franconhus. Die frühmittelalterlichen Salzquellen befanden sich im oberen Teil der heutigen Stadt. Südlich von ihnen und näher bei einer bereits vorhandenen dörflichen Sied¬lung sowie einer Burg begann sich die Stadt zu entwickeln. Um 1200 waren die Beichlinger Grafen in ihren Besitz gekommen und hatten damit auch das begehrte Salz in greifbarer Nähe. Sie gründeten zu¬gleich mit einer städtischen Siedlung das Zisterzienserinnenkloster. Die Burg – das heutige Schloß im Südosten des Stadtkerns – und die Klosterkirche in der Südwestecke liegen einander gegenüber, nach Norden zu erstrecken sich die drei Hauptgassen mit annähernd re-gelmäßigen Quergäßchen: eine typische Gründungsstadt mit recht¬eckigem Markt. Den dritten historischen Eckpunkt und Bau der al¬ten Frankenhäuser Stadt bildet die obere Burg, deren Rest als Haus¬mannsturm bezeichnet wird. Sie entstand im Verlauf des 13. Jh., um die Salzquellen zu sichern. Im 14. Jh. wurde dann schließlich nach der unteren auch die inzwischen erweiterte obere Stadt ummauert.
Viel Altes blieb, Mittelalterliches aus dem 13. Jh. indes nur wenig, denn eine beträchtliche Zahl von Bränden, die meist von den Siede¬häusern ausgingen, verursachte immer aufs neue Schäden. Beson¬ders der letzte brachte 1833 erhebliche Zerstörungen. An der Stelle der unteren Burg entstand nach 1533 das Renaissanceschloß. Alte Burgmauern findet man heute noch rings um den inzwischen mehr¬fach restaurierten Bau. 1689 zerstört, ist das stattliche Haus wieder¬hergestellt und um 1800 ausgebaut worden; die letzte Erneuerung fand 1975 ihren Abschluß. Seither zeigt das hier eingerichtete Mu¬seum naturkundliche und stadtgeschichtliche Ausstellungen so¬wie Exponate zum Bauernkrieg und ein Zinnfigurendiorama der Schlacht von Frankenhausen des Jahres 1525. – Die einstige Kloster¬kirche brannte mit den Konventbauten im frühen 16. Jh. ab, ebenso die mittelalterliche Stadtkirche. Als Unterkirche baute Hans Walther 1691-1701 in die spätgotischen Außenwände der Klosterkirche den Emporensaal ein und setzte daran einen gedrungenen Turm mit Haube. Das Kircheninnere ist bestimmt von der Emporen- und Lo¬genarchitektur sowie dem stucküberzogenen Altar und der Barock¬orgel. Von der Altstädter Kirche – wohl zur ersten Siedlung südlich der Altstadt gehörig – blieben nur der romanische Chor und die Ap¬sis aus der zweiten Hälfte des 12. Jh. bestehen. Im Inneren befinden sich skulptierte Kämpfer und romanische sowie spätgotische Male¬reien. Der Fachwerkanbau entstand im 18. Jh. Die Liebfrauenkirche der Oberstadt nahe dem Hausmannsturm am Nordende der befestig¬ten Siedlung stellt nur noch den Rest einer spätromanischen und go¬tischen Kirche des ausgehenden 14. Jh. dar. Ihr barock ausgestalteter Turm mit einer Achteckhaube und doppelter Laterne tritt im Stadt¬bild markant hervor, denn er hat sich auf Grund von Salzauswa¬schungen in seinem Untergrund gute dreieinhalb Meter aus der Ver¬tikalen geneigt. Bis ins 16. Jh. war die Oberburg bewohnt, danach bezog ein sogenannter Hausmann den Bau – der deshalb den Namen Hausmannsturm trägt. Erhalten haben sich der Palas aus dem 13. Jh. und an desssen Nordseite Reste des runden Burgturms. Im Stadt¬bild verblieben eine Reihe von Fach werkbauten, zum Teil auf hohen Sockeln, ebenso Bürgerbauten des 18. Jh. mit barocken Portalen. Das Rathaus entstand 1833 mit klassizistischen Stilmerkmalen.

Besuchen Sie uns unter: Halong Bucht Kreuzfahrt | www.rundreisen vietnam | Vietnam Kambodscha | Flusskreuzfahrt Mekong

You can leave a response, or trackback from your own site.

Leave a Reply