Baä Frankenhausen und der Kyffhäuser 2

Oberhalb der Stadt liegt der Platz, auf dem 1525 die große Schlacht des Bauernkrieges stattfand – der sogenannte Schlacht-berg. Hier ist 1974/75 das >Panorama< in Gestalt eines gewaltig dimensionierten kurzen Zylinders erbaut worden. In der Außenge¬staltung läßt der von einer Zugangshallen-Architektur umgebene Rundbau weniger an die Befreiungshalle in Kelheim als an national¬sozialistische Architekturideale denken. Innen gelangt man über Ausstellungs- und Vortragsräume im Untergeschoß in den eigentli¬chen Panoramasaal mit dem 120 m endlosen Gemälde, welches die Baucrnkriegsschlacht darstellt. Es gilt als größtes auf Leinwand ge¬maltes Bild. 13 Jahre wurden zu seiner Fertigstellung benötigt. Die künstlerische Idee zur Interpretation der von seinerzeitiger sozialis¬tischer Staatsideologie getragenen »Revolutionswürdigung« und die Bildentwürfe stammen vom Leipziger Maler Werner Tübke. Unter seinen und den Händen künstlerischer Helfer entstand das vielteili¬ge, monumentale Erzählbild der Bauernkriegsschlacht, das zweifel¬los zu einer der beachtlichsten Leistungen surreal untersetzter Histo¬rienmalerei gehört; unverkennbar sind die Adaptionen Altdorfer¬scher expressiver Bildsprache, angereichert mit skurriler Breughel- scher Art und der Grazilität von Grünewald- und Dürer-Figuren.

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Eine ganz andere Sprache spricht das große Monument auf dem nahen Kyffhäuser: Wo die Reichsburgen der letzten Salier, Heinrichs IV. und Heinrichs V., dann Friedrichs I. Barbarossas Hofsitz lagen, entstand nach dem preußisch-deutschen Sieg über Frankreich zwi¬schen 1891 und 1896 das Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal. Den Entwurf zur gigantischen Gesamtanlage über der mittleren der drei Burgen lieferte Bruno Schmitz, der später das Völkerschlachtdenk¬mal in Leipzig und den architektonisch eigenartigen Festhallenbau in Mannheim errichtet hat. Im Jahr als der Bau auf dem Kyffhäuser begann, war in Paris die Sacre-Coeur-Kirche auf dem Montmartre vollendet worden – durchaus als politischer Parallelbau anzusehen, denn die Franzosen schufen diese >Stadtkrone< bekanntlich als Sym¬bol für Fortbestand und Kraft ihrer Nation trotz des verlorenen Krie¬ges. Wie erstarrt erscheint bei aller Pracht der Details das rotsand¬steinerne Kyffhäuser-Denkmal gegenüber dem glanzvollen Byzanti¬nismus der Sacre-Coeur! Der Turm des Monumentes wächst aus den drei Terrassen empor, von der riesigen Nachbildung der Kaiserkrone geschmückt. Durch die drei Bogen der mittleren Terrasse wird der Blick auf das aus historischem Tiefschlaf erwachte Reichskaisertum in Gestalt Barbarossas gelenkt. Symbol getränkter Romantizismus zeigt sich auch im Dekorativen, gipfelnd in der Reiterfigur Wilhelms I. Der Bildhauer Erich Hundricser entwarf die Figur Wilhelms I., Ni-kolaus Geiger die Barbarossas. Mit 81m Höhe blieb das Kyffhäuser- Monument 10 m niedriger als das Leipziger Völkerschlachtdenkmal.
Westlich liegt die Ruine der oberen der ab 1110 errichteten Reichsburgen. 1118 bereits zum ersten Male zerstört, ließ Lothar von Supplinburg das mächtige Höhenbollwerk 1125 wiederherstel¬len. Unter Friedrich I. Barbarossa wurden die Befestigungsarbeiten seit 1152 über etwa vier Jahrzehnte fortgeführt. Im hohen Mittelalter, als sich die Machtzentren und strategischen Schwerpunkte weit ost- und nordwärts verlagert hatten, gerieten die großen Burgen in Ver¬gessenheit, im 15. Jh. waren sie bereits Ruinen. Drei Mauern schir¬men den gewaltigen Barbarossa-Turm der Oberburg vom langge¬streckten Vorhof ab. Die drei Wohnturmgeschosse geben sich noch als solche zu erkennen. Daneben steht der Palas. Die Unterburg öff¬net sich im 1938 erneuerten Tor zum ersten Hof. Ihn beherrschte der runde Bergfried. Die Quermauer, die durch die gesamte Burg ver-läuft, trennt den zweiten Hof ab. In ihm liegt an der Nordwand die kleine Kapelle.
Bei der Entstehung der Pultscholle des Kyffhäusergebirges sowie bei späteren erdgcschichtlichen Prozessen bildete sich im Karstge¬stein eine Anzahl von Hohlräumen. Bekanntestes System dieser Art ist die sogenannte Barbarossa-Höhle bei Rottleben am südwestli¬chen Gcbirgsrand. Die gewaltige Gipshöhle wird in vielen Sagen mit dem Staufer verbunden. Die kleineren Höhlen an der Kattenburg dienten bereits jungsteinzeitlichen Menschen als Zufluchts- und Op- ferstätten.

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