Nordhausen 2

  • Sicher hängt mit diesem Brand die Anlage der planmäßigen mit¬telalterlichen Stadt um den Markt zusammen. Ein erstes Rathaus wurde später durch den Renaissancebau ersetzt, der noch im wieder¬aufgebauten heutigen Gebäude nachvollziehbar ist. Die ehemals be¬nachbarte Nikolaikirche ist nicht mehr vorhanden. Kornmarkt und Holzmarkt – im Bereich der heutigen Post – markierten diesen mit¬telalterlichen Stadtkern. Im 12. Jh. weilten die Staufer-Kaiser mehr¬fach in Nordhausen, für 1144 ist ein Besuch Konrads IV. verzeich¬net, Friedrich I. Barbarossa hielt 1174 und 1188 hier hof; Heinrich VI. war 1192 und Friedrich II. 1219 in der Stadt. Mit dem Nieder¬gang der kaiserlichen Zentralgewalt verselbständigten sich ähnlich wie in Mühlhausen auch in Nordhausen die kaiserliche Beamten¬schaft und das Patriziat. Letzteres gewann um die Mitte des 13. Jh. endgültig die Oberhand. Zugleich erfolgte die Befestigung des nun schon großen Stadtraumes zwischen dem nordwestlich gelegenen und noch immer relativ eigenständigen Domviertel mit den alten Herrenhöfen sowie der Frauenbcrgsiedlung im Südosten, dem nörd¬lich der Blasiikirche situierten Altstadtraum und der Neustadt, die sich vor der südwestlichen Mauer im Tal entwickelte. Zur Neustadt führten Treppen hinab. Teile der Stadtmauer haben sich an der ge¬samten Westseite des Stadtkerns, im Süden zwischen Frauenberg¬siedlung und Altstadtgebiet und im Norden um das einstige Franzis¬kanerkloster erhalten. Hier – zwischen Dom und Blasiikirche – trifft man an der Barfüßergasse auf die einzigen noch bestehenden alt¬städtischen Bauten aus dem späten Mittelalter; besonders beach¬tenswert darunter ist die >FIohburg< (Nr. 6) aus der Zeit um 1500. Zwischen Domstraße und Stadtmauer steht am alten Burgort die >Finkenburg<, gleichfalls ein vorzüglicher Fachwerkbau und ein Jahrhundert älter als der eben genannte, allerdings 1927 erneuert.

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  • Noch wirklich mittelalterliches Fluidum umfängt den Besucher beim Betreten des Domhofes. Die beiden schlanken Osttürme der Kirche gehen in ihren Unterbauten auf den Bau des 12. Jh. zurück. Von ihm ist auch die dreischiffige Ktypta bestehengeblieben, ein ei¬genartig schwerer Raum, dessen kräftige Gewölbe auf gedrückten, kurzen Säulen mit massigen Basen und wuchtigen Schildkapitellen ruhen. Der frühgotische Chor darüber weist mit den Maulbronner Detailformen den zeitlichen Abstand zu Krypta und Turmunterge¬schossen aus; er wurde 1267 geweiht. Sein Bau markiert zugleich die Umwandlung der Damenstiftskirche in ein Chorherrenstift. Die Monumentalplastiken der Stiftsgründer und Förderer wurden um die Mitte des 13. Jh. in den Chor eingebracht, angeregt sicher durch das Naumburger Vorbild. Sie stehen auf originell figurierten Konso¬len. Um die Mitte des 14. Jh. begann der Neubau der hohen Lang¬haushalle. Über ihren gebündelten und gekehlten Säulen verweisen die Sterngewölbe der beiden westlichen Joche auf eine Entstehungs¬zeit um den Beginn des 16. Jh. Vollendet wurde die Wölbung sogar erst im 19. Jh., bis dahin hatte eine Holzdecke den Raum abgeschlossen. Aus den letzten Jahren des 14. Jh. stammt das Chorgestühl. An seinen reich geschnitzten Wangen finden sich biblische Darstellungen; neben dekorativen Pflanzenmotiven kann man ebenfalls Stifter-bildnisse erkennen. Die schweren Schäden des Zweiten Weltkrieges sind heute nicht mehr sichtbar. Der mittelalterliche Raum findet im großen Barockaltar zwischen dem hohen Gestühl im Chor gleich¬sam einen feierlichen Höhepunkt. Auch der Kreuzgang ist nach Kriegsschädigungen wiederhergestellt und gibt in seinen hohen Ar¬kadengängen an Säulen, Kapitell- und Bogenformen die unter-schiedlichen historischen Bauphasen zu erkennen.
    Die Türme an der Blasiikirche entstammen noch der Romanik und was nur wenige Städte auszeichnet: In Nordhausen gibt es zwei schiefe Türme. Ihre beiden Achteckaufbauten haben sich schon vor langer Zeit einander zugeneigt. An die nur zweijochige, kurze und dafür recht breite Halle aus der Zeit um 1490 schließen der niedrige¬re Querbau und der Chor an. Ein Schlußstein im Chorgewölbe trägt die Jahreszahl 1489. Auch an der Blasiikirche konnten die Kriegs¬schäden behoben werden, und mit den Renovierungsarbeiten wur¬den die Chorfenster modern verglast. Erhalten geblieben ist sogar die schöne Spätrenaissance-Kanzel von 1592.
    Der Bau der romanischen Zisterzienserinnen-Klosterkirche in der alten südöstlichen Vorstadt – die daher die Bezeichnung Frauen¬berg trägt – wurde noch vor 1200 als dreischiffigc Pfeilerbasilika be¬gonnen. Nach der Kriegszerstörung blieben von der später barocki- sierten Kirche nur der Ostteil des Chores mit Apsis und Querhaus er-halten. Mit der Restaurierung der Ruine und ihrem Ausbau in den 1960er Jahren erneuerte man auch die Wölbung.
    Auf die mittelalterliche Tradition und die Gestalten der Nordhäu¬ser Kirchentürme nimmt eine der Fabrikantenvillen aus dem 19. Jh. sichtbar Bezug. Sie steht an der Meyenburg-Straße und birgt heute das Meyenburg-Museum. Dieses informiert über die Geschichte der Region um Nordhausen von der Frühzeit bis an die Schwelle unserer Gegenwart. Das Haus aus der Zeit nach dem Jugendstil, mit Turm und schwungvollem Giebel über der Zugangsseite, ist zugleich ein Stück Geschichte Nordhausens. Der Architekt Ferdinand Ehlen er¬baute es im Jahre 1908. Als eines der zahlreichen Villengebäude, die während der Blütezeit der Stadt seit dem ausgehenden 19. Jh. ent¬standen, bildet es ein kunsthistorisches Pendant zur Industrieent¬wicklung Nordhausens mit den großen Unternehmen für Bergbau- und Schachtausrüstungen und dem schon erwähnten Maschinen¬bau. In eben diesen Jahren, 1897-99, wurde die Harzquerbahn in Betrieb genommen, eine Meterspur-Strecke, die Nordhausen mit Wernigerode, dem nördlichen Hauptort des Gebirges, verbindet. Nach mehr als 30jähriger Unterbrechung fährt sie seit 1991 wieder als Brockenbahn.‘Ihre kleinen kräftigen Dampflokomotiven schlep¬pen die bunten Waggons direkt bis auf den Gipfel des sagenumwobe¬nen Berges, der nun keine Grenzfestung zwischen zwei politischen Systemen mehr ist. Von hier oben bietet sich – gutes Wetter voraus¬gesetzt- ein herrlicher Fernblick weithin über Thüringen, nach Nie¬dersachsen und Sachsen-Anhalt hinein. Wo sonst kommt das Gefühl auf, in der Mitte deutscher Lande zu sein!

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Nordhausen

Nähert man sich aus südlicher oder südwestlicher Richtung dem Harzmassiv, zeichnet sich vor dessen Abhängen eine der ältesten Städte Thüringens ab: Nordhausen. Rasch verliert sich indes der Gedanke an Mittelalterliches, je näher wir der bebauten Landschaft kommen. Wo bis ins letzte Jahrzehnt des 20. Jh. Fabriken und graue Werkhallen standen, säumen heute Gewerbeflächen die Asphalt¬bänder und die Autobahn. Die verbliebenen alten Häuser und Wohnquartiere erscheinen kaum charakteristisch, und neu Gebau¬tes ist wenig landschaftsverbunden. Verkehr und Gewerbe beherr¬schen das Tal, durch das einst Pferdegespanne Getreide aus der Goldenen Aue zur Verarbeitung in die Stadt zogen und Eisenbahn- Güterzüge hier gefertigte Maschinen und andere Geräte aus ihr her¬aus weiterbeförderten. Erst seit 1992 erfaßt neues städtisches Flui¬dum die Bahnhofstraße, durch die man zur Oberstadt gelangt. Die kennzeichnete einst niedersächsische Fachwerkbaukunst, ehe sie durch die Bombardements im Zweiten Weltkrieg zu mehr als zwei Dritteln dem Erdboden gleichgemacht wurde. Nordhausen war zum Rüstungszentrum ausgebaut worden und damit alliiertes Angriffs¬ziel. Als man 1952 an den Wiederaufbau ging, der mit der Rauten¬straße begann, entstand eine völlig andere, neue Stadt. Was sich an Historischem noch erhalten hatte, verschwand weitgehend. Zwar entwarfen Architekten auf ihren Reißbrettern auch Restaurierungs¬pläne, doch in Angriff genommen wurden diese nie. Vielmehr be¬stimmt die Stadtteile um den Obermarkt und die breitenVerkehrs- straßen der »Charme« der Großplattensiedlungen ohne eigentliche städtische Infrastruktur. Auch neueste Ergänzungsbauten vermögen nicht darüber hinwegzutäuschen. Zwar verblieb das Rathaus als Zeugnis der historischen Stadtmitte, doch ist an ihm und in Inneren längst nahezu alles Mittelalterliche modernen Anforderungen angepaßt worden. Erhalten blieb der Roland, eine Neuanfertigung von 1717 nach dem Verlust der mittelalterlicher Figur.

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Was der Krieg von der südwestlichen Oberstadt verschont hatte, ist in den Jahren zwischen 1970 und 1988 ausgedehntem Flächenabriß zum Opfer gefallen. Die hier vorgesehene »neue« Stadt wurde indes nicht zu bauen begonnen, und so konnte sich gerade dieser zu großen Teilen devastierte Stadtraum zwischen den wenigen verbliebenen hi¬storischen Häusern neu bestocken wie um das Gildehaus nahe der er¬haltenen und inzwischen restaurierten Stadtmauer am steil abfallen¬den westlichen Berghang der Oberstadt. Und für die noch wüste Kern¬fläche des Abrißgebietes ist eine altstadtverträgliche Ncubebauung be¬reits angekündigt. Ein letzter historischer Stadtraum blieb um die Bar¬füßerstraße zwischen Dom und Blasiikirche bestehen, wo seit 1990 schon vieles liebevoll erneuert worden ist. Tradition gilt nun auch bau¬lich wieder etwas in Nordhausen – braulich ist sie nie erloschen, denn der »Nordhäuser Kornbrand« läuft nach wie vor!
Geblieben ist schließlich mit dem Verlust der alten Stadt die Erinne¬rung an die Leiden der Häftlinge des Außenlagers Dora vom Konzen¬trationslager Buchenwald. Unter dem Kohnstein zwischen Nordhau¬sen und Niedersachswerfen begann schon 1936 der Ausbau einer bombensicheren Rüstungsfabrik. Seit 1943 mußte man die Stollensy¬steme für die Herstellung der V-Waffen erweitern. Eine Gedenkstätte gemahnt an die 16 000 Verschleppten, die hier ums Leben kamen.

Rundgang
Im 9. Jh. kreuzten sich unmittelbar vor dem Harz die großen Han¬dels- und Kolonisierungswege, welche einerseits aus dem Westfäli¬schen über Tilleda und Allstedt bis nach Merseburg zur Saale führ¬ten, andererseits nordwärts um den Harz herum in Richtung Magde¬burg und südwärts über Mühlhausen und Erfurt verliefen. Eine erste Siedlung in jener Zeit wird im Tal um die heute nur noch in ihren Ostteilen erhaltene romanische Frauenbergkirche (s. S. 365) vermu¬tet. Ein karolingischer Hof entstand auf dem Westrand des Stadtpla¬teaus über dem Zorge-Tal, woraus mit großer Wahrscheinlichkeit die Burg Heinrichs 1. hervorging. Sie ist für 910 nachgewiesen und be¬stand bis 1277. Zu ihrem präurbanen Umfeld gehörte der Domberg, wo um 1130 eine romanische Kirche entstanden war. Dabei handelt es sich um einen zweiten Bau an dieser Stelle, denn Königin Mathil¬de (Ehefrau Heinrichs I.) hatte 961 in der königlichen Burg ein Da¬menstift gegründet, mit dem sich bereits eine frühere Kirche verband. Diese erste Burg-Stadt erstreckte sich auf dem Plateau südwärts, ihre nordöstliche Begrenzung zeigt sich noch in der Straßenkrümmung zwischen Blasiik’rchc und Dom. Ein Marktplatz lag in der Vorstadt, denn 962 erhielt der Ort bereits Markt-, Zoll- und Münzrecht. Allein darin drückt sich die Bedeutung jener Siedlung aus, die sie unter Heinrich I. besaß. Wie umstritten der Ort aber auch war, zeigt sich darin, daß ihn Heinrich der Löwe 1180 niederbrennen ließ.

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Sondershausen und Umgebung 2

Als prachtvoll erweist sich das Innere des Schlosses. Die Hofapo¬theke im Renaissanceflügel überrascht mit reichem Stuckdekor, hochbarock ist der Riesensaal im ersten Erweiterungsflügel des 18. Jh. ausgestaltet, Rokoko prägt den Weißen Saal aus der zweiten Hälf¬te des 18. Jh., und barock zeigt sich auch die Schloßkirche. Ein be¬sonders interessanter Raum ist der Theatersaal, der mit seiner Aus¬stattung des 18. Jh. auch heute den Rahmen für kleine Aufführungen abgibt. Die ganze Prachtentfaltung dieser nördlichsten thüringischen Residenz versinnbildlicht sich in der goldenen Kutsche des Fürsten Heinrich aus den 40er und 50er Jahren des 18. Jh., ein Gefährt, das mit den Prunkwagen der großen europäischen Königshäuser in Wettstreit zu treten suchte. Es gehört heute zum Bestand des Schlo߬museums, dem man – wie dem gesamten Schloß – einen zügigen Ab¬lauf der in Gang befindlichen Restaurierung wünscht. Die bisher er¬folgten denkmalpflegerischen Erneuerungen konnten am Westflügel die äußere Gestalt und Farbigkeit sowie Teile der räumlichen Aus¬stattungen wiedererbringen. Auch das Lust- und Spielhaus von 1709 im westwärts anschließenden Schloßpark, das nach seiner achtecki¬gen Grundgestalt >Karussell< genannt wird, konnte restauriert und für Konzerte und Ausstellungen neu eingerichtet werden.

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Einer der Hauptnutzer dieses schönen hellen Parkgebäudes ist das Loh-Orchester. Es ging in der letzten höfischen Glanzepoche der zweiten Hälfte des 19. Jh. aus der fürstlichen Gardekapelle her¬vor und gewann rasch Bedeutung, nicht zuletzt unter der Leitung von Max Bruch zwischen 1867 und 1870. Das Orchester trug zur Entwicklung des Musiklebens der Residenz in beträchtlichem Maße bei und darf heute zu einem der auch überregional bedeuten¬den gezählt werden.
Die Bauwerke Sondershausens waren seit einem Jahrhundert einer stets gewachsenen Belastungausgesetzt: Nachdem man 1892 die Ka-lilager im Helme- und Wipper-Tal entdeckt hatte, nahm ihre indu¬strielle Ausbeutung schnell einen unerhörten Aufschwung. Das führ¬te zu riesigen unterirdischen Aushöhlungen und darüber zu ebenso landschaftzerstörenden Abraumhalden. Es wird jahre brauchen, bis Land und Leute sich von den Umweltschäden des Bergbaus aber auch von dessen Stillegung erholen. Industriedenkmäler wie der gra¬zil-stählerne Förderturm von 1907 in Sondershausen erinnern an Salz und Arbeit. Das >weiße Gold< bleibt noch reichlich im Unter¬grund vorhanden, nach neuer Arbeit wird man hier im alten Berg¬bauland suchen müssen, soll es auch kulturell nicht ausbluten.
Ein ganz andersartiger Turm blieb aus dem 12. Jh. vom 1012 ge¬gründeten hersfeldischen Benediktinerkloster Göllingen östlich von Sondershausen erhalten: Chorseitenturm und Rest der großen romanischen Kirche mit zwei Chören und zwei Querschiffen.
Südlich Sondershausens erhebt sich im Höhenzug der Hainleite der Possen mit dem barocken verputzten Fachwerkbau des fürstli¬chen Jagdschlosses und dem Aussichtsturm. Das Wipper-Tal auf¬wärts gelangt man nach Großfurra. Am Südrand der großen Ort¬schaft blieb der Rest einer mittelalterlichen Burg in Form des Rund¬turmes mit einem Anbau erhalten. Um 1600 wurde ein Fachwerkge¬bäude mit kleinen Hoferkern über den älteren Mauern angefügt.
Nur knappe 6 km nordwestwärts folgt Wolkramshausen. Dort ist das »Hue de Grais« ein schloßartiger barocker Herrensitz, der zwischen 1680 und 1724 entstand – nicht nur baulich interessant. Robert Graf Hue de Grais wurde hier 1835 geboren und starb eben¬falls in diesem Hause 1922. Als Theoretiker des Verwaltungsrechts erlangte er mit seinen Schriften und besonders dem »Handbuch der Verfassung und Verwaltung in Preußen und dem Deutschen Reiche« Bedeutung. 1989 ist sein Haus restauriert worden. Knappe 8 km westwärts von hier liegt am Rand der Hainleite hoch über dem Ort Großlohra die westlichste der Hainleite-Burgen aus dem 11 ,/12. Jh. Schon die Besichtigung der romanischen Doppelkapelle aus dem 12. Jh. begründet den steilen Anstieg. Gut erhalten blieb die Benedikti- nerinnen-Klosterkirche im Ortsteil Münchenlohra der Großgemein¬de. Die romanische Pfeilerbasilika mit dem zweitürmigen Westwerk entstand um 1200. Karl Schäfer, der auch die Turmaufbauten des Meißener Doms schuf, erneuerte den Bau 1882/83 und vermittelt damit das Bild, das jene Zeit von romanischer Baukunst hatte. So ist die Ähnlichkeit mit der Mitte des 19. Jh. restaurierten Kirche zu Klo¬sterlausnitz nicht überraschend.
Von Münchenlohra bedarf es nur der Überquerung eines kleinen Höhenrückens, um nach Bleicherode zu gelangen. Der Blick gleitet dabei über die Goldene Aue bis hin zu den Höhen des Harzes. Graue Halden an den Kali-Schächten flankieren die Hügel und Waldstücke am Rand der fruchtbaren Niederung. Gebäude aus dem 17. und 18. Jh. säumen die Straßen, und das Rathaus trägt über dem schweren Quadergeschoß den leichten Fachwerkaufbau des 16. Jh. Seinen gotischen Ürsprung gibt der Bau im Inneren mit den Türrah¬mungen und alten Steinmetzzeichen zu erkennen. Aus der gleichen Zeit stammt die Stadtkirche, die im Barock verändert und ausgemalt wurde. Das Innere ist auch das Interessante am >Waldhaus Japan<, das am bewaldeten Hang über der Stadt liegt. Neben dem langge-streckten Fachwerkhaus steht ein kleiner Saalbau, dessen französi¬sche Bildtapeten aus dem frühen 19. Jh. restauriert wieder der Allge¬meinheit zugänglich gemacht werden – ein kleines Denkmal, das ei¬nen Besuch lohnt.

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Sondershausen und Umgebung

Besteigt man den 94 m hohen Fernsehturm auf der Kuppe des Kyff- häusermassivs, so schweift der Blick weit über das vorgeschichtli¬che Siedlungsgebiet der Goldenen Aue. Die 5000 Jahre alte jung¬steinzeitliche bandkeramische Kultur (s. S. 26) hat hier ihre Zeug¬nisse hinterlassen. Im Museum für Ur- und Frühgeschichte Weimar sind Funde aus den Grabungen in der Sondershäuser Gegend zu be¬sichtigen.
Sondershausen – vom Kyffhäuser gesehen, westlich im Schatten des kleinen Höhenzuges der Windleite – ist einmal über Bad Fran¬kenhausen durch das Wipper-Tal, zum anderen zunächst nordwärts über Kelbra und weiter über die Windleite zu erreichen. Im 8. Jh. fränkisch kolonisiert, weist der Raum um Sondershausen erst seit dem 12. Jh. ein mittelalterlich frühstädtisches Gemeinwesen auf. Die oberhalb der Stadt gelegene Spatenburg geht auf die Burgengrün¬dungen Heinrichs IV. zurück, der mit diesen wehrhaften Stützpunk¬ten im 11. Jh. das kolonisatorisch-strategisch für ihn so entscheiden¬de Südharzgebiet zu sichern trachtete. Es geriet am Ende des 11. Jh. unter den Einfluß des Mainzer Erzbistums. Als die Wettiner um 1254 das Land als Lehen erhielten, wird in diesem Zusammenhang die Spatenburg ausdrücklich genannt. Wenig später, 1263, taucht dann mit einer thüringisch-landgräflichen Belehnungsurkunde für die Grafen von Hohnstein eine dazugehörige Stadt auf, sofern man die Bezeichnung urbs wörtlich nehmen will. In dieser dürften die An¬fänge der Residenz Sondershausen liegen. Nachdem das Hohnstei¬ner Geschlecht ausgestorben war, gelangte Sondershausen 1356 an die Schwarzburg-Blankenburger, und sie ließen ihren neuen Sitz mit dem Ausbau einer mittelalterlichen Stadtsiedlung stabilisieren. Wo die erwähnte urbs unter dem nordwestlichen Höhenplateau lag, ent¬stand nun zu Füßen einer Burg die Stadt des 14. Jh. Ihr Gebiet zwi¬schen dem Schloßberg und der Pfarrkirche St. Trinitatis sowie der nördlich des alten Marktes beginnenden und erhalten gebliebenen Stadtmauer ist weitgehend identisch mit jenem historischen Stadtkern. Der bei einem Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg zer¬störte und völlig neu erbaute östliche Altstadtbereich umfaßt etwa die Erweiterung zur Neustadt aus der Mitte des 14. Jh., welche nun den Raum bis zur Wipper einnahm und die Klosterkirche St. Crucis nahe dem Wippertor einschloß. Auch dieses Gotteshaus blieb nur als Ruine stehen. Hatten schon im 15. und 16. Jh. Brände nahezu den gesamten mittelalterlichen Baubestand in Schutt und Asche ge¬legt, so wurde der Rest dieses Stadtteils im Zweiten Weltkrieg ver¬nichtet. Der noch erhaltene Altstadtkcrn besteht größtenteils aus verputzten Fachwerkhäusern niedersächsischer Prägung des 18. Jh. Besonders zu vermerken ist die Häusergruppe an der Pfarrstraße mit dem Geburtshaus des Geographen Johann Günther Friedrich Cannabich, dessen vielbändiges »Handbuch der Erdbeschreibung« von 1827 zu einem geographischen Standardwerk geworden war. Dicht dabei steht die Trinitatiskirche, die sich außen noch go¬tisch zeigt, während sie im Barock eine völlig neue Ausstattung und die Turmhaube erhielt. Die fürstliche Grabkapelle wurde im 19. Jh. angebaut. Südlich davon, an der Langen Straße blieb das barocke Gottschalksche Haus erhalten.
Der Weg zum Schloß führt über den Markt und zunächst am Rathaus vorbei, das klassizistisch modernisiert wirkt. Von hier aus öffnet sich das Schloßplateau besonders eindrucksvoll über der ho¬hen Stützmauer: 1838 wurde ihr im Kontext mit dem Bau der gro߬artigen Schloßtreppe, die Tempelfront der klassizistischen Haupt¬wache angefügt. Als dritter Bau blieb das barocke Prinzenhaus von 1726 an der Nordseite der Freifläche stehen, und trotz der Ausweitung des Platzes infolge der Bombenschäden erhielt sich da¬mit ein städtebaulich reizvolles Ensemble unterhalb des Schlosses.

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Als die Sondershäuser Grafen 1697 den Reichsfürstenstand er¬langten, dürfte der Ausbau des Schlosses begonnen haben. Die bis dahin errichteten Renaissancebauten zeigen sich besonders ein¬drücklich im Schloßhof mit dem Ost- und Nordflügel und deren wohl noch älterem gewaltigen Turm mit der Hofgalcrie. Sic stammen aus der Zeit zwischen 1533 und 1576. Um 1700 begann der Bau des Südflügels in ebenso glatter Putzarchitektur, wie sie die bereits vor¬handenen Gebäude aufwiesen. Ab 1766 wurde der Westflügel er¬baut. Inmitten des so entstandenen dreieckigen Hofraumes nimmt der barocke Brunnen die kräftige plastische Dekoration der Westflü¬gelfassade auf. Zu ihr steht die Parkfront mit den klassizistischeren Formen in einem Gegensatz, leitet aber dadurch zur Architektur der Überbrückung zum kleinen Lusthaus und der fast unscheinbaren Hauptzufahrt an der spitzen Nordwestecke über.

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>Grenzgang<

Nahe dem 972 erstmals genannten Tilleda am nordöstlichen Fuß des Bergmassivs bestand im 11. Jh. auf dem sogenannten Pfingstberg eine ottonisch-salische Pfalz. Heute markiert ihr Gelände jenen Streifen, in dem Thüringen und Sachsen-Anhalt aneinandertreffen – Tilleda gehört schon zu Sachsen-Anhalt. Dennoch überlagert die Hi¬storie hier die jungen Verwaltungsgrenzen; und die Ausgrabungen, welche nach dem Zweiten Weltkrieg die Grundgestalt der Pfalz so¬wie Grundmauern einer Reihe von Bauwerken ans Licht förderten, sind nicht nur für die Bewohner der beiden Bundesländer eine klei¬ne Attraktion. Die aufgefundene Anlage weist die Ausmaße von 250 x 350 m auf und gliedert sich in eine Haupt- und eine Vorburg mit mehrfachen Befestigungswerken – soweit bei einer kaiserlichen Pfalz von einer Burg im mittelalterlichen Sinn gesprochen werden kann. In Tilleda sind innerhalb der Ummauerungen auch handwerkliche Fertigungsstätten identifiziert worden, Eisenerz gelangte zur Verhüt¬tung und sogar zur Weiterverarbeitung. Außerdem konnte aus den aufgefundenen Resten einer Textilfabrikation, d. h. auf mehreren Webstühlen hergestellte grobe Gewebe, das entsprechende Gebäude samt Einrichtung rekohstruiert werden. Sowohl in ihrer kolonisato¬risch-strategischen Bedeutung als auch in ihrer Baugestalt stand da¬mit eine solche Pfalzanlage durchaus noch in der Tradition der römi¬schen Militärlager, wenngleich sie andererseits gewisse Keimzellen frühstädtischer Strukturen – auch in der Zusammensetzung ihrer Be¬wohnerschaft und deren gesellschaftlicher Gliederung-aufgewiesen haben dürfte.

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Baä Frankenhausen und der Kyffhäuser 2

Oberhalb der Stadt liegt der Platz, auf dem 1525 die große Schlacht des Bauernkrieges stattfand – der sogenannte Schlacht-berg. Hier ist 1974/75 das >Panorama< in Gestalt eines gewaltig dimensionierten kurzen Zylinders erbaut worden. In der Außenge¬staltung läßt der von einer Zugangshallen-Architektur umgebene Rundbau weniger an die Befreiungshalle in Kelheim als an national¬sozialistische Architekturideale denken. Innen gelangt man über Ausstellungs- und Vortragsräume im Untergeschoß in den eigentli¬chen Panoramasaal mit dem 120 m endlosen Gemälde, welches die Baucrnkriegsschlacht darstellt. Es gilt als größtes auf Leinwand ge¬maltes Bild. 13 Jahre wurden zu seiner Fertigstellung benötigt. Die künstlerische Idee zur Interpretation der von seinerzeitiger sozialis¬tischer Staatsideologie getragenen »Revolutionswürdigung« und die Bildentwürfe stammen vom Leipziger Maler Werner Tübke. Unter seinen und den Händen künstlerischer Helfer entstand das vielteili¬ge, monumentale Erzählbild der Bauernkriegsschlacht, das zweifel¬los zu einer der beachtlichsten Leistungen surreal untersetzter Histo¬rienmalerei gehört; unverkennbar sind die Adaptionen Altdorfer¬scher expressiver Bildsprache, angereichert mit skurriler Breughel- scher Art und der Grazilität von Grünewald- und Dürer-Figuren.

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Eine ganz andere Sprache spricht das große Monument auf dem nahen Kyffhäuser: Wo die Reichsburgen der letzten Salier, Heinrichs IV. und Heinrichs V., dann Friedrichs I. Barbarossas Hofsitz lagen, entstand nach dem preußisch-deutschen Sieg über Frankreich zwi¬schen 1891 und 1896 das Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal. Den Entwurf zur gigantischen Gesamtanlage über der mittleren der drei Burgen lieferte Bruno Schmitz, der später das Völkerschlachtdenk¬mal in Leipzig und den architektonisch eigenartigen Festhallenbau in Mannheim errichtet hat. Im Jahr als der Bau auf dem Kyffhäuser begann, war in Paris die Sacre-Coeur-Kirche auf dem Montmartre vollendet worden – durchaus als politischer Parallelbau anzusehen, denn die Franzosen schufen diese >Stadtkrone< bekanntlich als Sym¬bol für Fortbestand und Kraft ihrer Nation trotz des verlorenen Krie¬ges. Wie erstarrt erscheint bei aller Pracht der Details das rotsand¬steinerne Kyffhäuser-Denkmal gegenüber dem glanzvollen Byzanti¬nismus der Sacre-Coeur! Der Turm des Monumentes wächst aus den drei Terrassen empor, von der riesigen Nachbildung der Kaiserkrone geschmückt. Durch die drei Bogen der mittleren Terrasse wird der Blick auf das aus historischem Tiefschlaf erwachte Reichskaisertum in Gestalt Barbarossas gelenkt. Symbol getränkter Romantizismus zeigt sich auch im Dekorativen, gipfelnd in der Reiterfigur Wilhelms I. Der Bildhauer Erich Hundricser entwarf die Figur Wilhelms I., Ni-kolaus Geiger die Barbarossas. Mit 81m Höhe blieb das Kyffhäuser- Monument 10 m niedriger als das Leipziger Völkerschlachtdenkmal.
Westlich liegt die Ruine der oberen der ab 1110 errichteten Reichsburgen. 1118 bereits zum ersten Male zerstört, ließ Lothar von Supplinburg das mächtige Höhenbollwerk 1125 wiederherstel¬len. Unter Friedrich I. Barbarossa wurden die Befestigungsarbeiten seit 1152 über etwa vier Jahrzehnte fortgeführt. Im hohen Mittelalter, als sich die Machtzentren und strategischen Schwerpunkte weit ost- und nordwärts verlagert hatten, gerieten die großen Burgen in Ver¬gessenheit, im 15. Jh. waren sie bereits Ruinen. Drei Mauern schir¬men den gewaltigen Barbarossa-Turm der Oberburg vom langge¬streckten Vorhof ab. Die drei Wohnturmgeschosse geben sich noch als solche zu erkennen. Daneben steht der Palas. Die Unterburg öff¬net sich im 1938 erneuerten Tor zum ersten Hof. Ihn beherrschte der runde Bergfried. Die Quermauer, die durch die gesamte Burg ver-läuft, trennt den zweiten Hof ab. In ihm liegt an der Nordwand die kleine Kapelle.
Bei der Entstehung der Pultscholle des Kyffhäusergebirges sowie bei späteren erdgcschichtlichen Prozessen bildete sich im Karstge¬stein eine Anzahl von Hohlräumen. Bekanntestes System dieser Art ist die sogenannte Barbarossa-Höhle bei Rottleben am südwestli¬chen Gcbirgsrand. Die gewaltige Gipshöhle wird in vielen Sagen mit dem Staufer verbunden. Die kleineren Höhlen an der Kattenburg dienten bereits jungsteinzeitlichen Menschen als Zufluchts- und Op- ferstätten.

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Baä Frankenhausen und der Kyffhäuser

Reist man Unstrut-abwärts, was von Sömmerda aus mit der Eisen¬bahn möglich ist, nähert sich rasch der große Landschaftsriegel der Hainleite im Westen und der Schmücke im Osten. Ihre waldbestan¬denen Höhen veranschaulichen die Kessellage des durchstreiften Gebietes unvermittelt deutlich, und bald tauchen aus den westli¬chen grünen Hängen die Türme der Sachsenburg auf. Unter ihnen öffnet sich wie eine Schleuse die Thüringer Pforte. Durch diesen Unstrut-Durchbruch drängen sich zusammen mit dem Fluß zwei Fernstraßen und die Bahnlinie, um nach nur 1 km in das weite Land der Goldenen Aue hinauszutreten. Wie aus einem Trichter er¬goß sich hier einst die Unstrut in die Breite, und seinen Rändern folgend streben die Straßen nach Heldrungen und Bad Franken¬hausen wieder auseinander. Wählt man die umgekehrte Fahrtrich¬tung, bietet sich nahezu das gleiche Landschaftserlcbnis vor und hinter der Thüringer Pforte. Sie war seit dem 6. Jh. Grenze zwi¬schen thüringischen und sächsischem Einzugs- und Einflußgebiet. Auf diese Zeit – vielleicht sogar auf eine noch frühere – gehen mit großer Wahrscheinlichkeit erste Befestigungen an dieser Stelle zu¬rück – denn auch die Runneburg (s. S. 347f.) mußte gesichert wer¬den. Die breite Erneuerung der Burgen im 13. Jh. bestätigt diese An¬nahme. Bis ins 17. Jh. behielten die Wehrtürme in den Festungswer¬ken der Sachsenburgen und der unteren Hakenburg Bedeutung, dann verfielen die Bauten.

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Die Fahrt nach Heldrungen führt aus dem historischen Thüringen heraus – dennoch steht die am Ort erhaltene große mansfeldische Wasserburg historisch in Beziehung zu dem Land: 1525 brachten die Fürsten nach der Schlacht bei Frankenhausen Thomas Müntzer hierher, um ihn zum Widerruf zu zwingen. 1623 hatte Kurfürst Jo¬hann Georg I. von Sachsen die Festung übernommen, doch sie hielt dem Ansturm der Schweden im Jahre 1645 nicht stand. Daraufhin wurde das Bollwerk nach Plänen von Johann Moritz Richter, der neueste italienisch-französische Fortifikationstechniken berücksich¬tigte, 1664-68 ausgebaut. Heute sieht man nur noch einen Teil der immer wieder erweiterten und modernisierten Festung, dennoch be¬eindruckend. Im Bau enthaltene Reste der mittelalterlichen Wasser¬burg konnten bei der Restaurierung freigelegt werden.
Gleichsam >um die Ecke< der Thüringer Pforte ragt das Kyffhäu- sermassiv empor. An der flachen Südseite der Pultscholle liegt Bad Frankenhausen in einer breiten Talsenke, die schon seit dem 9. Jh. besiedelt war. Die hier vorhandenen Salzquellen dürften den Aus¬schlag gegeben haben, daß ein fränkischer Hof angelegt wurde: Im Zusammenhang mit der Salzförderung erwähnt eine Urkunde Ottos III. im Jahre 998 einen Ort Franconhus. Die frühmittelalterlichen Salzquellen befanden sich im oberen Teil der heutigen Stadt. Südlich von ihnen und näher bei einer bereits vorhandenen dörflichen Sied¬lung sowie einer Burg begann sich die Stadt zu entwickeln. Um 1200 waren die Beichlinger Grafen in ihren Besitz gekommen und hatten damit auch das begehrte Salz in greifbarer Nähe. Sie gründeten zu¬gleich mit einer städtischen Siedlung das Zisterzienserinnenkloster. Die Burg – das heutige Schloß im Südosten des Stadtkerns – und die Klosterkirche in der Südwestecke liegen einander gegenüber, nach Norden zu erstrecken sich die drei Hauptgassen mit annähernd re-gelmäßigen Quergäßchen: eine typische Gründungsstadt mit recht¬eckigem Markt. Den dritten historischen Eckpunkt und Bau der al¬ten Frankenhäuser Stadt bildet die obere Burg, deren Rest als Haus¬mannsturm bezeichnet wird. Sie entstand im Verlauf des 13. Jh., um die Salzquellen zu sichern. Im 14. Jh. wurde dann schließlich nach der unteren auch die inzwischen erweiterte obere Stadt ummauert.
Viel Altes blieb, Mittelalterliches aus dem 13. Jh. indes nur wenig, denn eine beträchtliche Zahl von Bränden, die meist von den Siede¬häusern ausgingen, verursachte immer aufs neue Schäden. Beson¬ders der letzte brachte 1833 erhebliche Zerstörungen. An der Stelle der unteren Burg entstand nach 1533 das Renaissanceschloß. Alte Burgmauern findet man heute noch rings um den inzwischen mehr¬fach restaurierten Bau. 1689 zerstört, ist das stattliche Haus wieder¬hergestellt und um 1800 ausgebaut worden; die letzte Erneuerung fand 1975 ihren Abschluß. Seither zeigt das hier eingerichtete Mu¬seum naturkundliche und stadtgeschichtliche Ausstellungen so¬wie Exponate zum Bauernkrieg und ein Zinnfigurendiorama der Schlacht von Frankenhausen des Jahres 1525. – Die einstige Kloster¬kirche brannte mit den Konventbauten im frühen 16. Jh. ab, ebenso die mittelalterliche Stadtkirche. Als Unterkirche baute Hans Walther 1691-1701 in die spätgotischen Außenwände der Klosterkirche den Emporensaal ein und setzte daran einen gedrungenen Turm mit Haube. Das Kircheninnere ist bestimmt von der Emporen- und Lo¬genarchitektur sowie dem stucküberzogenen Altar und der Barock¬orgel. Von der Altstädter Kirche – wohl zur ersten Siedlung südlich der Altstadt gehörig – blieben nur der romanische Chor und die Ap¬sis aus der zweiten Hälfte des 12. Jh. bestehen. Im Inneren befinden sich skulptierte Kämpfer und romanische sowie spätgotische Male¬reien. Der Fachwerkanbau entstand im 18. Jh. Die Liebfrauenkirche der Oberstadt nahe dem Hausmannsturm am Nordende der befestig¬ten Siedlung stellt nur noch den Rest einer spätromanischen und go¬tischen Kirche des ausgehenden 14. Jh. dar. Ihr barock ausgestalteter Turm mit einer Achteckhaube und doppelter Laterne tritt im Stadt¬bild markant hervor, denn er hat sich auf Grund von Salzauswa¬schungen in seinem Untergrund gute dreieinhalb Meter aus der Ver¬tikalen geneigt. Bis ins 16. Jh. war die Oberburg bewohnt, danach bezog ein sogenannter Hausmann den Bau – der deshalb den Namen Hausmannsturm trägt. Erhalten haben sich der Palas aus dem 13. Jh. und an desssen Nordseite Reste des runden Burgturms. Im Stadt¬bild verblieben eine Reihe von Fach werkbauten, zum Teil auf hohen Sockeln, ebenso Bürgerbauten des 18. Jh. mit barocken Portalen. Das Rathaus entstand 1833 mit klassizistischen Stilmerkmalen.

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Weißensee 2

Rundgang
In den unspektakulären baulichen Resten der Runneburg entdeckte und findet man Erstaunliches zu ihrem historischen Rang. 400 m lang umschließen die Stütz- und Wehrmauern eine der größten romani¬schen Burgen Mitteldeutschlands. Im Laufe der Geschichte wurde der Hofraum mehrere Meter aufgeschüttet. Von 1989 an konnten hier die romanischen Teile des Palas und die mittelalterliche Wannluftheizung freigelegt werden. Wenige bedeutende Bauten verfügten über eine sol¬che. Wie an der Wartburg zeigt sich auch an der Runneburg die Hand¬schrift rheinischer Baumeister; zu den besten Zeugnissen staufischer Bauplastik gehört das Weinranken-Kapitell einer Säule aus dem Palas. Romanische Arkaden mit zweifarbigen Marmorsäulen am und im ur¬sprünglich doppel- dann dreigeschossigen Palas sowie anderer Baude¬kor legen ebenso die Verbindung zur Naumburger Dombauhütte nahe. Auch spätere Ausbauten, wie im 18. Jh. das Fürstenhaus für den WeißenfelserHof, erfolgten auf der romanischen Substanz der Burg.

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Zu einer Fundgrube besonderer Art wurde der 27 m tiefe und seit dem Mittelalter verfüllte Burgbrunnen. Dieser »Abfallbehälter« überraschte nicht nur seine Ausgräber: Neben vielem anderen ka¬men komplette Ledergegenstände, Münzen und Hausrat zu Tage.
Bereits im Mittelalter zeigten sich Schäden an der Burg, die aus mangelhafter Baugründung aber auch der topographischen Situa¬tion des Felsens und der Wasserführung in seinem Untergrund herrühren. Die während des 16. jh. der Südwand des Felsmassivs ge¬
gengebauten Stützpfeiler genügen längst nicht mehr, falsche Beton- Bausicherungen aus dem frühen 20. Jh. müssen entfernt sowie Berg und Burganlage statisch befestigt werden. Eine riesige Aufgabe.
Aus der Gründungszeit der ältesten Stadtsiedlung stammt die Ni¬kolaikirche am Alten Markt dicht bei der Stadtmauer. Ihr einschiffi¬ges romanisches Haus ist gotisch verändert und ergänzt worden. Die Stadtkirche St. Peter und Paul im Marktbereich entstand ebenfalls im 12. Jh., erfuhr aber während des 16. und 17. Jh. weit umfangrei¬chere Veränderungen. Von diesen zeugen der freistehende Glocken¬turm und die Kassettendecke im Inneren, während der Flügelaltar spätgotisch ist. Zu erwähnen bleibt noch der gleichfalls spätgotische und 1547 umgestaltete Rathausbau am Marktplatz.
Etwa 12 km nördlich Weißensse liegt Bilzingsleben. Hier ergruben die Archäologen in einem Travertinbruch auf der Anhöhe westlich über dem Ort die Fundstätte mit den frühmenschlichen Knochenre¬sten (s.S. 25). Sie ist nur über das Landesmuseum Halle zugänglich.
Bei einem Abstecher ins nahe Sömmerda trifft man zunächst auf die mit ihren Türmen seit 1591 ausgebaute ältere Wehrmauer und das Erfurter Tor, um dann in die recht gut erhaltenen Straßenräume der alten Ackerbürgerstadt des 18./19. Jh. zu gelangen. Lediglich der große Marktplatz veränderte mit den neuen Plattenhäusern sein Ge¬sicht zu baulicher Langeweile. Immerhin bilden darin das schöne Rathaus von 1529-39, das Pfarr- oder Amtshaus mit reichem Fach¬werkaufbau und die seit dem ausgehenden 17. Jh. mehrfach erneuer¬te Stadtkirche markante Punkte. Mehr als diesen verdankt die Stadt jedoch dem Sömmerdaer Schlossersohn Paul Dreyse ihre heutige Be¬deutung: Er konstruierte hier 1827 das Zündnadelgewehr, und das hatte den Bau seiner Zündhütchenfabrik und später die Munitionsfa- brikation zur Folge. Aus der gingen nach den beiden Weltkriegen die Fertigung von feinmechanischen Geräten, vornan Schreibmaschinen, und letztlich der heutige elektronische Gerätebau hervor.

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Weißensee

War die kleine Stadt im weiten Unstrut-Tal Kernpunkt des Thüringer Reiches? Lag auf dem Gips- und Tonmergelfels, auf dem die Runne¬burg steht, im 6. Jh. ein zentraler befestigter Herrschersitz jenes Rei¬ches? Ein verlockender Gedanke angesichts der historischen Macht¬kämpfe in dieser Gegend und doch eine hypothetische Frage – Belege gibt es keine. Einst war die ständig von der Unstrut überflutete Land¬schaft nur schwer zugänglich, und selbst die preußischen Beamten, die mit dem ausgehenden 19. Jh. das ihnen zugefallene Land sondier¬ten, stießen noch auf eine solche Situation. Erst neuere wasserbau¬technische Maßnahmenbeseitigten dieses »Problem Unstrut«.
Wo genau fand 531 die Schlacht Herminafrieds, des Stammesfüh¬rers der Thüringer gegen den fränkischen Ansturm statt, welche er verlor, und wonach einer sächsischen Besiedlung Nordthüringens nichts mehr im Wege stand? Welche Rolle spielte die Landthingstät¬te der Thüringer, die südwestlich Weißensees am Zusammenfluß von Gera und Unstrut lag? Historiker und Archäologen sind gefragt.
Präziseres brachten Forschungen in den letzten beiden Jahrzehn¬ten zu Tage. Sie führen uns ins 12. Jh., wo die Runneburg zum land¬gräflichen Sitz ausgebaut wurde. In diesem Zusammenhang ist wohl auch die Meldung der Reinhardsbrunner Chronik zu verstehen, nach der die Landgräfin Jutta, eine Halbschwester Kaiser Barbarossas, hier ein »viridarium« – übersetzt einen Lustgarten – anzulegen veranlaßt hat. Aufenthalte der Minnesänger um Walther von der Vogelweide gelten als gesichert. Doch ebenso beanspruchten die Welfen diesen Ort, und schließlich gerieten die Ludowinger zwischen staufische und welfische Machtinteressen. Auch wenn Landgraf Hermann I. durch Hin-und-Herpaktieren Auseinandersetzungen auszuweichen suchte, kämpften 1180 die Heerscharen Heinrichs des Löwen die landgräflichen Truppen bei Weißensee nieder, freilich ohne die Burg wohl wirklich zu vereinnahmen. Auch 1204 hielt unter Hermann I. die Runneburg dem herangezogenen Stauferheer Philipps von Schwaben Stand, und 1211 wurden vor Weißensee kaiserliche Trup¬pen durch die thüringischen Ritterscharen im Handstreich aufgerie¬ben. Im Gegenzug nahm Otto IV., inzwischen Kaiser, den weiten Weg aus Italien auf sich, um mit seiner schwäbisch-bayrischen und bran- denburgischen Streitmacht die Runneburg erneut zu belagern. Ließ er dazu den »triboc« heranschleppen? Mit dieser gewaltigen, 18 m ho¬hen Steinschleuder vermochte man bis zu 100 kg schwere Brocken an die 400 m weit zu »schießen«. Ihr Nachbau steht funktionstüchtig auf der Runneburg. Doch auch damit mißlang wohl die endgültige Einnahme der Burg – denn 1225 hielt Ludwig IV., Gemahl der heili¬gen Elisabeth, in Weißensee wieder einen prunkvollen Hoftag ab.
Selbst in der nur punktuellen Erwähnung historischen Gesche¬hens verdeutlicht sich der mittelalterliche Rang des Ortes, an dem ein wichtiger Nord-Süd-Handelsweg die für die Landgrafen so rele¬vante Verbindung zwischen der Wartburg und der Neuenburg kreuz¬te. Eine wohl seit dem 12. Jh. südlich der Burg vorhandene Siedlung um den alten Markt weitete sich nordostwärts um die Petrikirche auf das Dreifache aus. Auf die Burg orientiert die Längsachse des neuen Straßenmarktes. Auffällig deren Ähnlichkeit mit der Platzsituation in Mühlhausen (s.S. 319). Damit einher ging in der zweiten Hälfte des 12. Jh. die Befestigung der Stadt. Ohne natürliches Gewässer be¬durfte sie einer künstlichen Wasserversorgung. Die legte man vom Flüßchen Helbe her mit Hilfe von Gräben und Dämmen an. Der nach der Wartburg und der Neuenburg strategisch wie machtpoli¬tisch so wichtige Landgrafensitz verlor jedoch seine Bedeutung, als 1247 das Thüringer Landgrafengeschlecht erloschen war.

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Vom Thueringer Becken zum Harz 2

Überraschend vielgestaltig ist das Stadtbild mit seinem hohen Be¬stand an hessisch und niedersächsisch beeinflußten, später jedoch häufig verputzten Fachwerkbauten. Während der weißenfelsischen Residenzzeit entstanden vor allem im Bereich der Marktstraße die Fassadendekorationen im Zopfstil. Zu den schönsten dieser Häuser ist das Geburtshaus Hufelands (Kornmarkt 9) zu zählen. Aber auch Renaissance und Barock hinterließen reiche baukünstlerische Zeug¬nisse, wie z. B. am Haus >Zum Herkules< an der Schloßstraße.
Inmitten des frühstädtischen Marktraumes hebt sich die Pfarrkir¬che St. Bonifatius mit dem mächtigen Turm hoch über die Bürgerhäu¬ser empor. Der Bau der breitgelagcrten spätgotischen Halle war Ende des 14. Jh. begonnen worden, die Arbeiten zogen sich indes weit in die zweite Hälfte des 15. Jh. hinein. Die Bauformen erscheinen nun fast zartgliedrig in den schlanken Bündelpfeilern sowie dem dünnrippigen Netz- und Sterngewölbe. Der mächtige Walm über der Westseite gibt die Änderung in der Bauhaltung im späteren 15. Jh. zu erkennen. Ur¬sprünglich war eine doppcltürmige Westfassade vorgesehen. Wahr¬scheinlich aus Geldmangel gelangte jedoch nur der Nordturm zur Ausführung. Das prachtvolle große Westportal verlor seinen ur¬sprünglich reichen Figurenschmuck während des Bauernkrieges. Im Tympanon blieb die Darstellung des Jüngsten Gerichts erhalten; sie deutet stilistisch auf die Zeit des ausgehenden 14. Jh. hin und ist wohl fränkischen oder böhmischen Meistern zuzuschreiben. Über dem ge-waltigen, mit reich profilierten Streben versehenen Turmunterbau wurden erst später die quadratischen glatten Obergeschosse und 1590-92 der markante Aufsatz mit dem Umgang vollendet.

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Eine gotische Halle ist auch die Bergkirche St. Stephan in der nördlichen Vorstadt, zur gleichen Zeit wie die Bonifatiuskirche er¬richtet. Ihr Turm erhielt seinen Aufsatz indes erst 1860. Der Barock¬altar stammt aus dem Jahre 1648, eine Flachdecke ersetzt die Wöl¬bung.
Im Mittelpunkt der nach Westen sich zu zwei Straßenzügen erwei¬ternden Marktstraße erhebt sich der dreigeschossige Barockbau des Rathauses mit dem hohen Walmdach und dem Turm; davor steht der Marktbrunnen von 1582. Barock wie diese optische Einordnung in den Stadtraum sind auch die drei kraftvollen Giebelrisalite an den Hauptsichtseiten; ansonsten blieb das Gebäude ohne auffälligen Schmuck, sieht man von den Giebelvasen ab. Für die Bauzeit von 1742-52 handelt es sich also um eine erstaunlich nur auf Monumen¬talität ausgerichtete Architektur. Fast einen Gegensatz dazu bildet das Friederikenschlößchen, östlich der Altstadt am Straßenring ge¬legen. Es entstand während des Rathausbaues 1749/50 in rokoko- hafter Kleinform. An den doppelgeschossigen Mittelbau mit Pilaster-, Giebel- und Reliefverzierung schließen die eingeschossigen Seiten¬bauten an. Entsprechend bewegt wirken die hohen gestuften Man- sarddächer mit verzierten Gaupen. Wie im Inneren des Schlößchens blieben auch im Park Rokokoelemente erhalten.
Zeugnisse zur Geschichte der Stadt und eine Würdigung Friedrich Gottlieb Klopstocks, der 1748-50 in Langensalza lebte, vermittelt das Heimatmuseum im großen dreigeschossigen Fachwerkbau über älteren Massivteilen des Augustinerklosters an der Mühlhäuser Stra¬ße. Das Klopstock-Haus findet man in der Salzstraße (Nr. 2).
1811, im gleichen Jahr wie in Langensalza, entdeckte man auch in Tennstedt eine Schwefelquelle. Im Gegensatz zu Langensalza be¬gann hier jedoch der Kurbetrieb schon bald, so daß Goethe 1816 zu einem ersten Aufenthalt in das neue Kurbad kam. Freiherr Friedrich von Hardenberg, bekannt geworden unter seinem Dichternamen Novalis, arbeitete 1794 als Verwaltungsangestellter hier. Von der al¬ten Ackerbürgerstadt haben sich historische Bauten gut erhalten, darunter vor allem der Mauerring aus der zweiten Hälfte des 15. Jh. An der Stelle einer Wasserburg entstand im Jahre 1610 das Rathaus, in dessen Bau Teile der Burgmauern einbezogen worden sind. Auf das 14. Jh. geht die Pfarrkirche St. Trinitatis zurück. Diese Basilika erhielt Anfang des 15. Jh. einen Choranbau. Nachdem sie 1636 abge¬brannt war, wurde sie bis 1656 wiederhergestellt und barock ausge¬stattet. Ihre zwei Türme treten im Stadtbild markant hervor. Sie ste¬hen zu beiden Seiten des Chores. Der kleinere Nordturm enthält ältere Bauteile, der hohe südliche Quadratturm weist ein größeres haubengeschmücktes Oktogon auf.

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